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Nokia Lumia 1020 im Test: Das taugt das 41-Megapixel-Handy

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41-Megapixel-Handy  

Nokia Lumia 1020: So gut fotografiert die Smartphone-Superkamera

17.09.2013, 14:29 Uhr | Spiegel Online

Nokia Lumia 1020 im Test: Das taugt das 41-Megapixel-Handy. Nokia Lumia 1020 (Quelle: Hersteller)

Das Nokia Lumia 1020 gibt es in drei Farben. (Quelle: Hersteller)

Als Nokia Anfang 2012 ankündigte, ein Smartphone mit einer 41-Megapixel-Kamera bestücken zu wollen, glaubten manche an einen Scherz. Als im Sommer 2012 das Pureview 808 in den Handel kam, waren die Zweifler baff: Die Bildqualität war für ein Handy außergewöhnlich hoch. Trotzdem konnte das Multimegapixel-Mobiltelefon nicht ganz überzeugen. Sein Symbian-Betriebssystem war nicht zeitgemäß, das Gerät ein dicker Klopper. Mit dem neuen Lumia 1020 will Nokia dies ausbügeln.

Gegenüber seinem Vorgänger hat das neue Modell drastisch abgespeckt. Statt 1,4 Zentimetern misst es an der dicksten Stelle nur noch einen Zentimeter. Als Betriebssystem dient, wie in allen Lumias, Windows Phone 8. Ob man das mag, ist Geschmackssache. Immerhin einen großen Vorzug bietet das Microsoft-System: Es ist auch für Smartphone-Anfänger leicht bedienbar.

Entsprechend einfach ist es, mit dem Handy zu fotografieren: Ein etwas längerer Druck auf die Kamerataste startet die Foto-App, auch wenn sich das Handy im Ruhezustand befindet. Wenn man den Kennwortschutz aktiviert hat, muss man zuerst den Schlüssel-Code eintippen.

Zoomen per Fingerwisch

Was man dann zu sehen bekommt, ist weit weniger aufregend als erwartet: Nokias Kamera-App Pro Cam gibt sich auf den ersten Blick sehr schlicht. Man wählt den Ausschnitt und löst aus, mehr gibt es nicht zu tun. Erst wenn man das Kamerasymbol auf dem Bildschirm nach links zieht, öffnen sich eine Reihe virtueller Drehregler, mit denen sich Parameter wie Weißabgleich, ISO-Zahl oder die Belichtungszeit manuell verstellen lassen. Eine Änderung der Blendenzahl ist freilich nicht möglich.

Schnelle Kamera

In der Praxis lässt sich mit dem Lumia 1020 flink fotografieren. Die Kamera stellt ausreichend schnell das Objekt scharf, das man per Fingertipp auf dem Display auswählt. Seine Domäne sind Weitwinkelaufnahmen. Extreme Nahaufnahmen lässt es nicht zu, einen optischen Zoom gibt es nicht. Stattdessen kann man per Fingerwisch digital in die Aufnahmen hineinzoomen, der 41-Megapixel-Chip bietet dafür ausreichend Reserven und lässt bei Standbildern einen Dreifach-, bei Videos einen Sechsfach-Zoom zu. Das Ergebnis ist weit besser als herkömmliche Digital-Zooms, allerdings kann es einen optischen Zoom nicht ganz ersetzen.

38, 34 oder 5?

Dafür bietet der Sensor des Lumia 1020 die Möglichkeit, mit Unschärfeeffekten zu spielen, also ein Motiv im Vordergrund scharf abzubilden, während der Hintergrund in Unschärfe verschwimmt. Je nachdem, wofür man die Fotos verwenden will, kann man die Bilder in 5-Megapixel-Auflösung abspeichern oder zusätzlich eine 34- beziehungsweise 38-Megapixel-Version im Speicher des Telefons ablegen lassen.

Die unterschiedlichen Auflösungen erklären sich aus dem Bildseitenverhältnis: Im Format 4:3 zeichnet die Kamera 7136 × 5360 Pixel (38 Megapixel) auf, im Format 16:9 sind es 7712 × 4353 Pixel (34 Megapixel). Der Chip verfügt also über 7712 × 5360, die man aber aufgrund der Begrenzungen der Bildformate nie voll ausnutzen kann.

Technische Daten

Hersteller

Nokia

Modell

Lumia 1020

Maße (Millimeter)

130 × 71 × 10 Millimeter

Gewicht

158 Gramm

Sprechzeit

Bis zu 19,1 Std.

Standby

Bis zu 16 Tage

Display-Diagonale

4,5 Zoll

Display-Auflösung

1280 x 768 Pixel

Prozessor

1,5 GHz Dualcore

Arbeitsspeicher

2 GB

Massenspeicher

32/64 GB

Speichererweiterung

Nein

Kamera (hinten/vorne)

41/1,2 Megapixel

Mobilfunktechnik

LTE, HSDPA, UMTS, EDGE, GPRS, GSM

W-Lan

802.11 a/b/g/n

Bluetooth

3.0

Betriebssystem

Windows Phone 8

Besonderheiten

Xenon-Blitz, optischer Bildstabilisator, 7 GB Skydrive-Speicher, NFC,optionale drahtlose Ladefunktion, optionales Kamera-Cover

Preis

699/679 Euro

Alle Daten sind Herstellerangaben.

Für die meisten Fälle dürften allerdings 5 Megapixel vollkommen ausreichend sein. Die Bildqualität der beiden Varianten unterscheidet sich nach unseren Tests nicht sichtbar. Einzig wenn man die Fotos noch am Computer nachbearbeitet, sehr groß ausdrucken oder im Nachhinein einzelne Bildbereiche vergrößern will, ist das 38- oder 34-Megapixel-Bild die bessere Wahl.

Mehr Speicher für weniger Geld

Allerdings gehen die großen Bilddateien zu Lasten des Speichers, die 38-Megapixel-Versionen waren in unserem Test bis zu 13 MB groß. Da der Speicherplatz des Lumia 1020 nicht erweiterbar ist und man neben Fotos wahrscheinlich auch Apps, Musik und Videos unterbringen will, heißt es also haushalten. Das Limit hat Nokia festgelegt: Die Standardversion des 1020 wird mit 32 GB bestückt, die 64-GB-Version ist exklusiv O2 vorbehalten. Amüsantes Detail: Für das Standardmodell gibt Nokia einen Preis von 699 Euro an, das Modell mit doppelt so viel Speicher kostet bei O2 20 Euro weniger.

Neben der außergewöhnlichen Kamera bekommt man dafür ein Smartphone, dem es an fast nichts fehlt. Es beherrscht alle modernen Datenfunktechniken, bis auf Bluetooth 4.0, hat einen sehr kräftig leuchtenden 4,5-Zoll-Bildschirm, der auch mit Handschuhen noch bedienbar ist. Und es liegt sehr gut, wenn auch etwas schwer, in der Hand.

Fazit

Unverständlich ist, weshalb Nokia die drahtlose Ladefunktion nicht integriert hat, seine Kunden stattdessen 25 Euro für einen wenig attraktiven Plastiküberzug zahlen sollen. Und man muss sich mit dem Betriebssystem anfreunden können: Windows Phone 8 ist nicht jedermanns Sache. Umsteiger, egal ob von Android oder iOS, tun sich damit schwer. Smartphone-Neulingen hingegen macht es den Einstieg mit seinen großen Kacheln und vielen vorinstallierten Apps leicht.

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