Startseite
Sie sind hier: Home > Digital > Smartphone & Tablet PC >

Motorola Moto X im Test: Schüttle mich, sprich zu mir

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Motorola Moto X im Test  

Schüttle mich, sprich zu mir

18.02.2014, 11:21 Uhr | Matthias Kremp, Spiegel Online

Motorola Moto X im Test: Schüttle mich, sprich zu mir. Motorola Moto X (Quelle: Hersteller)

Das Motorola Moto X kostet 349 Euro und ist in Schwarz und Weiß verfügbar. (Quelle: Hersteller)

Ein Handy, das anspringt, wenn man es morgens anspricht. Und Fotos macht, wenn man es schüttelt: Im Wettbewerb um bedienungsfreundliche Gadgets hat Motorola seinem Moto X ein paar ulkige Funktionen verpasst. Wie alltagstauglich ist das Gerät?

Das Moto X könnte Motorolas letzte große Neueinführung als Google-Tochter sein. Bald will der chinesische Lenovo-Konzern die Handy-Sparte der Firma übernehmen. Was dann aus der Firma wird, ist unklar. Man kann aber davon ausgehen, dass die Zusammenarbeit der Motorola-Ingenieure mit Googles Android-Entwicklern nicht mehr ganz so eng sein wird. Schaut man sich das neue Motorola-Handy an, bemerkt man, dass dieser Schritt dem Unternehmen nicht unbedingt guttun wird. Denn außergewöhnlich am Moto X ist vor allem die Software.

Die Hardware ist gehobene Mittelklasse. Der Bildschirm hat eine Diagonale von 4,7 Zoll und eine 720p-Auflösung, zeigt knackige Farben und Kontraste an. Der Dualcore-Prozessor hat mit 1,7 GHz genug Leistung für alle üblichen Apps, die Sprachsteuerung und die meisten Spiele. Hervorragend ist die Netzwerkabteilung des Moto X bestückt, die neben LTE und Bluetooth 4 auch den aktuellen Gigabit-WLAN-Standard 802.11ac beherrscht. Ein kleiner Schwachpunkt ist der Akku. Im Test hielt ein aufgeladener Akku nur einen Tag lang.

Moto X in Deutschland nur in Schwarz oder Weiß

Schade ist, dass es in Deutschland keine Möglichkeit gibt, die Gehäusefarben frei auszuwählen. Man hat nur die Wahl zwischen Schwarz und Weiß, in den USA, wo das Gerät hergestellt wird, ist die Auswahl weit größer.

Mindestens ebenso wichtig wie die Optik ist, was ein Handy kann. Und da hebt sich das Moto X angenehm aus der Masse der Android-Smartphones heraus.

Bemerkenswert sind diese vier Funktionen:

1. Aufwecken per Sprachkommando

LG hat vorgemacht, wie man ein Handy einschalten kann, ohne den Einschaltknopf benutzen zu müssen. Bei aktuellen Modellen des koreanischen Herstellers genügt es, zweimal kurz auf den Bildschirm zu tippen, um sie aus dem Ruhezustand zu wecken. Das Moto X macht es noch einfacher, indem es reagiert, wenn sein Besitzer es mit dem Satz "OK Google Now" anspricht. Damit das zuverlässig funktioniert, muss die Software auf die Stimme des Eigentümers trainiert werden.

Im Test funktionierte diese Sprachsteuerung sehr gut. Ohne größere Probleme konnten wir Kalendereinträge und Notizen ebenso diktieren wie E-Mails und SMS. Ein wenig Privatsphäre war uns dabei allerdings wichtig. In einer vollbesetzen U-Bahn eine E-Mail an die Liebste zu diktieren, ist nicht jedermanns Fall.

2. Das Smartphone denkt mit, bleibt nachts stumm

Mit der Assist-App will Motorola Handy-Nutzern wiederkehrende Änderungen an den Einstellungen abnehmen, etwa wenn das Gerät nachts auf Stumm geschaltet werden soll. Grundsätzlich eine gute Idee, die Umsetzung hat allerdings ein paar Schwächen. Zum einen bietet die App derzeit nur drei Funktionsbereiche an: Autofahren, Besprechung und Nachtruhe. Jede dieser Funktionen ist nur in wenigen Parametern beeinflussbar.

Und richtig zuverlässig arbeiten nicht alle. Die Einstellung zum Autofahren etwa, die unterwegs ankommende SMS und die Namen von Anrufern automatisch vorliest, erkennt auch eine Fahrt in der U-Bahn oder im Bus als Autofahrt und lässt mitfahrende Passagiere so am eigenen Kommunikationsverhalten teilhaben.

3. Schütteln zum Fotografieren

Will man ein Foto knipsen, muss man kein Menü aufrufen und auch keine App starten. Stattdessen genügt es, das Handy einmal kurz zu schütteln, um die Kamera-App aufzurufen. Die Qualität der Fotos ist nicht berauschend, aber gut.

4. Benachrichtigungen

Ein Merkmal einiger älterer Motorola-Handys (zum Beispiel des Razr Z3), war die im Ruhezustand auf einem Zweit-Display eingeblendete Uhrzeit. Beim dem neuen Moto X Handy kommt diese alte Technik in neuer Form zum Einsatz. Die Uhrzeit wird nicht dauerhaft, sondern in Intervallen auf dem dunklen Display eingeblendet. Außerdem blendet das Moto X Informationen über neu eingegangene Nachrichten, Termine und ähnliches darauf ein. Zieht man das Meldungssymbol nach oben, wird eine Vorschau der jeweiligen Nachricht eingeblendet, zieht man es nach unten, entsperrt man damit das Telefon.

Fazit

Für das Moto X sprechen vor allem zwei Dinge. Zum einen die aktuelle Android-Version 4.4.2. Wer das aktuellste Google-Betriebssystem haben möchte, hat derzeit kaum Alternativen zu einem Google-Gerät. Zum anderen sind es Zusatzfunktionen wie die Sprachsteuerung und der zeitgesteuerte Assistent.

Vorteile und Nachteile

+ Gute Sprachsteuerung
+ Heller, kontrastreicher Bildschirm
+ Sehr handliches Design
+ Umfangreiche Ausstattung mit Netzwerktechnik

- Relativ geringe Akkuleistung
- Speicher nicht erweiterbar

Das war es dann aber auch. Sicher, das Motorola ist ein gutes Android-Smartphone. Doch zu exakt demselben Preis bekommt man auch Googles Nexus 5, mit einem größeren, höher auflösenden Bildschirm, drahtloser Ladefunktion und demselben aktuellen Betriebssystem.

Und wer auf Android 4.4 noch etwas warten kann, bekommt mit dem LG G2 zu einem ähnlichen Preis sogar ein Smartphone, das dem Moto X in mancher Hinsicht überlegen ist.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video



Anzeige
shopping-portal