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iOS 8 und Mac OS Yosemite: Apples Ökosystem wird immer verlockender

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iOS 8 und Mac OS Yosemite  

Apples Ökosystem wird immer verlockender

03.06.2014, 16:00 Uhr | al, dpa

iOS 8 und Mac OS Yosemite: Apples Ökosystem wird immer verlockender. Craig Federighi, Apples Vizepräsident für Software-Entwicklung, nutzt einen Mac als Freisprecheinrichtung für das iPhone. (Quelle: AP/dpa)

Craig Federighi, Apples Vizepräsident für Software-Entwicklung, nutzt einen Mac als Freisprecheinrichtung für das iPhone. (Quelle: AP/dpa)

Apple streckt seine Fühler in Richtung neuer Märkte aus. Auf der Keynote-Veranstaltung der Worldwide Developers Conference 2014 (WWDC) zeigten Tim Cook und Craig Federighi vor allem mit iOS 8 neuen Lösungen im Bereich Gesundheit und Smart Home. Damit baut Apple das Ökosystem rund um seine Produkte weiter aus. Einerseits, um Nutzer immer umfangreicher in die Apple-Welt einzubinden und andererseits, um lukrative neue Geschäftsfelder nicht der Konkurrenz zu überlassen.

Keine neue Hardware und dennoch konnten Apple-Chef Tim Cook und sein Team die über 5000 Entwickler zufrieden stellen. Apple punktete dabei nicht nur mit einer Reihe von größeren und kleineren Verbesserungen in dem Betriebssystem iOS 8 für iPhone und iPad sowie für das Mac-Betriebssystem Mac OS X 10.10 Yosemite.

Apple-Softwarechef Craig Federighi stellte auch zwei neue Software-Lösungen vor, die sich verschiedenen Bereichen des alltäglichen Lebens widmen: Der Gesundheit und dem vernetzten Zuhause. Apple erschließt sich damit zwei neue Geschäftsfelder, die das Unternehmen bisher anderen Firmen und den Herstellern von Apps überlassen hat.

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Health: Der Fitness-Coach in iOS 8

In den vergangenen Jahren sind unzählige Fitness-Gadgets und Medizin-Sensoren – etwa für die Kontrolle des Blutdrucks – auf den Markt gekommen. Doch bisher sind die Angebote untereinander kaum kompatibel. Der Pulssensor von Hersteller A spricht nicht direkt mit der über WLAN angeschlossenen Personenwaage von Hersteller B. Genau das will Apple mit Health und HealthKit ändern.

Mit der App Health und der Programmschnittstelle HealthKit will Apple die unterschiedlichsten Informationen rund um die Gesundheit, Sport und Fitness bündeln. HealthKit sorgt dabei für den Datenaustausch zwischen den Gesundheits- und Sport-Apps der diversen Anbieter. Deren Entwicklern steht HealthKit zur Verfügung.

Die App Health zeigt dann Blutdruck, Körpergewicht und andere Medizindaten ebenso, wie die Daten der letzten Joggingrunde oder ob der Nutzer in der letzten Nacht gut und ausreichend geschlafen hat. Dabei kann Apple auf ein breites Angebot an vorhandenen Apps und Hardware zugreifen. In dieses Szenario würde sich natürlich eine Smartwatch von Apple mit Pulssensor hervorragend einfügen. Angeblich soll Apple seine iWatch noch in diesem Jahr auf den Markt bringen.

Apple ist jetzt auch im Smart Home zuhause

Apple will mit dem neuen HomeKit auch im Bereich "Smart Home" Fuß fassen, ein Bereich in dem das Unternehmen bisher gar nicht zuhause war. Auch hier will Apple wieder direkt in iOS 8 die Infrastruktur schaffen, auf der die Anbieter von Smart Home-Systemen aufsetzen können.

Ob die drahtlos steuerbaren LED-Lampen Philipps Hue, die seit über einem Jahr bereits exklusiv über Apple verkauft werden oder Heizungs- und Lichtsteuerung, Türschlösser und Garagentore, alles soll künftig über iOS 8 bequem und mühelos bedient werden können.

Systeme, die bisher als Insellösungen existieren und nicht zueinander kompatibel sind, sollen durch Apples Homekit eine gemeinsame Sprache sprechen. Dann könnte der Nutzer in Zukunft die unterschiedlichen Systeme mit einer App steuern, anstatt mehrere verschiedene Apps nutzen zu müssen.

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Ein bisschen Raumschiff Enterprise

In dieses Szenario würde auch Apples Sprachassistent Siri passen. So wie Captain Picard auf dem Raumschift Enterprise dem Computer sagt, dass er das Licht dimmen soll, so könnte über iOS in Zukunft das Smart Home auch per Sprache gesteuert werden, wie Apple-Softwarechef Federighi in Aussicht stellte.

Wenn der Nutzer dann beispielsweise einfach sagt: "Hey Siri, ich gehe ins Bett", dann gehen in anderen Räumen die Lichter aus, die Haustür wird abgeschlossen, die Heizung geht auf Nachtabsenkung und die Rollläden werden herunter gelassen. Der Nutzer muss diese Funktionen dann nicht mehr alle einzeln in separaten Apps abrufen.

Mac OS X und iOS wachsen zusammen

Mac OS X Yosemite und iOS 8 wachsen nicht nur optisch immer stärker zusammen, denn Apple hat auch intensiv an der nahtloseren Zusammenarbeit seiner verschiedenen Geräte und deren Betriebssystemen gearbeitet. Unter dem Stichwort "Continuity" (Kontinuität) stellte Federighi die neue Funktion Handoff vor. Damit sollen Mac, iPad und iPhone noch enger miteinander verwoben werden.

Klingelt das iPhone, liegt aber in einem anderen Raum, dann klingelt auch der Mac, zeigt den eingehenden Anruf nebst Nummer an und dient auch direkt als Freisprecheinrichtung für das iPhone. Federighi führte das ganz praktisch vor und telefoniert auf diese Weise mit einem ganz speziellen neuen Apple-Mitarbeiter und zwar mit Dr. Dre, dessen Firma Beats Electronics Apple für drei Milliarden Dollar übernimmt.

Doch die Integration via Handoff geht viel weiter. Eine E-Mail, die unterwegs auf dem iPhone begonnen wurde, kann auf dem Mac fertiggeschrieben und verschickt werden. Fotos tauchen auf allen Geräten auf und wurden sie auf einem bearbeitet, ist die Bearbeitung auch auf den anderen Geräte zu sehen. Arbeitet der Nutzer am Mac an einem Dokument und muss dringend weg, kann er unterwegs auf den iPad an der gleichen Stelle weiterarbeiten, ohne sich um die Synchronisation der Änderungen kümmern zu müssen.

Nutzer im Apple-Ökosystem gefangen

So verschmelzen iPhone, iPad und Mac immer mehr zu einer Einheit. Dieser Ansatz ist nicht völlig neu, denn Microsoft beispielsweise macht vergleichbares mit seiner Cloud-Lösung OneDrive. Aber vermutlich ist das nirgendwo so elegant umgesetzt wie beim neuen Mac-System OS X Yosemite und dem neuen iOS 8. Doch wer diese vernetzte Umgebung voll nutzen möchte, muss seinen ganzen "Gerätefuhrpark" bei Apple kaufen und sich damit von Apples Ökosystem in gewisser Weise gefangen nehmen lassen.

Dieses Ökosystem wird, wie weiter oben beschrieben, in Richtung Gesundheit und Smart Home ausgebaut. Das muss nichts Schlechtes sein, denn Lösungen von Apple funktionieren bekanntermaßen meist sehr effizient und lassen sich einfach bedienen. Der Umstieg auf ein anderes System samt vernetzter Lampen, Türen und Heizkörper könnte aber teuer werden.

Knackpunkt Datenschutz

Noch ist allerdings unklar, wie stark sich Apples "Smart Home"-System von der Konkurrenz abschottet. Einen kritischen Knackpunkt teilt sich Apple aber ganz sicher mit allen anderen Wettbewerbern im "Internet der Dinge": den Datenschutz.

Die ganzen vernetzten Funktionen, die umfassende Kollaboration zwischen diversen Apps und auch den verschiedenen Geräten haben bei allen Anbietern die Datenwolke im Internet als Fundament. Ob Blutdruck und Körpergewicht, die E-Mail oder das Textdokument oder die gespeicherten Lichtstimmungen im Wohnzimmer, alle Daten werden in der Datenwolke des jeweiligen Herstellers zumindest zwischengespeichert.

Dort hat theoretisch nicht nur der Hersteller Zugriff auf die Daten. Edward Snowden hat aufgedeckt, wie umfangreich sich die NSA zur Not per Gesetz Zugang zu Daten verschaffen kann. Aus den Vorgängen im Smart Home ließe sich sehr leicht erkennen, wann der Bewohner das Haus verlässt oder wieder heimkommt, wann er sich im Wohnzimmer aufhält oder zu Bett geht. Und auch die medizinischen Daten dürften sehr interessant sein.

Apple kündigte iOS 8 und Mac OS X Yosemite für den Herbst 2014 an. Einen genauen Termin nannte der Konzern noch nicht.

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