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Sony Xperia Z2 im Test: Edel-Smartphone mit Schwächen

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Sony Xperia Z2 im Test  

Edel-Smartphone mit Schwächen

27.06.2014, 15:28 Uhr |

Sony Xperia Z2 im Test: Edel-Smartphone mit Schwächen. Sony Xperia Z2 (Quelle: Hersteller)

Sony Xperia Z2 (Quelle: Hersteller)

Selten sind Smartphones so schön wie das Sony Xperia Z2. Wer sich jedoch ausschließlich für den praktischen Nutzen eines Handys interessiert, ist mit dem neuen Vorzeigemodell von Sony weniger gut beraten. Trotzdem ist das Testfazit positiv.

Das Xperia Z2 ist der direkte Nachfolger des Xperia Z1, das kaum länger als ein halbes Jahr auf dem Markt ist. Der direkte Vergleich zeigt nur wenige Unterschiede, sodass die Frage berechtigt ist, ob man nicht lieber zum Vorgänger greifen sollte, der mit etwa 380 Euro im Vergleich zu 550 Euro für das Xperia Z2 deutlich günstiger ist. Für die 170 Euro mehr gibt es einen minimal schnelleren Prozessor und einen etwas größeren Bildschirm bei fast gleichen Gehäuseabmessungen.

Nüchtern betrachtet ist das Xperia Z2 deshalb nicht mehr als eine Produktaktualisierung. Doch wer das Edel-Phone in die Hand nimmt, versteht weshalb es einigen auch die 550 Euro wert ist.

Sony Xperia Z2: Minus- und Pluspunkte

Neben dem schicken Aussehen ist die enorme Größe des Sony-Flaggschiffs das erste, was auffällt. Bedingt durch die flache Bauform ist es außerdem kein Handschmeichler, und einhändig ist es kaum bedienbar. Fans von kompakten Smartphones liegen mit dem Xperia Z2 also vollkommen daneben. Das liegt auch am recht großzügig gehalten Rahmen drumherum. Es gibt andere Smartphones, die mit gleich großem Bildschirm ein ganzes Stück kleiner sind. Immerhin: Zum Telefonieren ist die Gehäusegröße ideal, so ist das Mikro nah am Mund platziert. Die Gesprächsqualität ist gut, die Empfangsqualität sogar sehr gut.

Für Rechtshänder sind Ausschaltknopf und Lautstärkewippe ungünstig platziert, außerdem sitzen die beiden Elemente zu dicht nebeneinander. Die Fototaste ist nur mit links oder beidhändig erreichbar. Erfreulich ist, dass es überhaupt eine gibt, dazu ist sie noch zweistufig wie der Auslöser einer Spezialkamera. Damit ist das Fotografieren sehr komfortabel. Etwas unglücklich ist die Platzierung des rückseitigen Objektivs, das recht weit in der Ecke sitzt. So kann es je nach Handhaltung leicht passieren, dass eine Fingerkuppe das Motiv verdeckt, wenn man nicht aufpasst.

Kombi oder Cabrio?

Im Vergleich zu Konkurrenz-Smartphones anderer Hersteller läuft Sony bei der Ausstattung eher hinterher. Infrarotsender, Dual-LED-Blitz, Herzfrequenzmesser oder Fingerprintscanner kann das Xperia nicht bieten. Angesichts der Funktionsvielfalt und der Formgebung ist ein Vergleich zwischen dem Sony Xperia Z2 und dem Samsung Galaxy S5 in etwa wie der zwischen einem 6er-BMW Cabrio und einem VW Passat Kombi mit Anhängerkupplung.

Prozessor bricht keine Benchmark-Rekorde

Der Prozessor, der Vierkerner Snapdragon 801 mit 2,3 Gigahertz, ist sicherlich einer der derzeit schnellsten Mobilprozessoren. Trotzdem absolvierte das Xperia Z2 nicht alle Benchmark-Tests mit Auszeichnung.

Der Antutu-Benchmark ermittelte hervorragende 33.672 Punkte, für den Sunspider-Benchmark benötigt das Sony-Smartphone 911 Millisekunden und damit mehr als doppelt so lange wie das Samsung Galaxy S5 (389 ms). Für die Geschwindigkeit bei der Nutzung hat das aber keinen Einfluss, beim Xperia ruckelt nichts.

Das Display leuchtet schön hell, könnte aber etwas weniger spiegeln. Im Vergleich zum Vorgänger ist die Pixeldichte wegen des etwas größeren Displays bei gleicher Pixelzahl zwar geringer, aber das ist mit bloßem Auge nicht erkennbar.

Walkman integriert

Der Walkman-Erfinder hat selbstverständlich eine komfortable Walkman-App vorinstalliert. Die Klangqualität bei MP3 ist tadellos. Dem Testgerät lag nicht nur ein einfaches Headset bei, sondern auch ein "Digital Noise Cancelling Headset", also Kopfhörer mit Rauschunterdrückung. Diese Zugabefunktion überzeugte allerdings wenig, Nebengeräusche waren noch deutlich zu hören. Im Smartphone lässt sich die Geräuschkulisse zwar auf Büro oder Flugzeug umstellen, geholfen hat das aber nicht. Als Kaufargument kann das Headset nicht herhalten. Verwunderlich ist das aber nicht, denn richtig gute Kopfhörer mit Rauschunterdrückung kosten mehrere hundert Euro.

Sony-Kamera mit Zusatzfunktionen

Zu den Highlights des Xperia Z2 gehört die Kamera mit 20 Megapixeln. Mit detailreichen Fotos, manuell verstellbarer Blende und zahlreichen Effekten gehört sie ohne Zweifel zu den besten Smartphone-Kameras.

Eine Digitalkamera der Mittelklasse kann sie dennoch nur bedingt ersetzen. Der digitale Zoom ist zu schwach, der Fokus mitunter träge und mit der Automatik geschossene Bilder neigen zu einem leichten Blaustich. Wer sich als Hobbyfotograf versuchen möchte, sollte auf eine ausgiebige Nutzung des Zooms verzichten, wenn er Motive festhalten will, die sich bewegen. Im Intensivtest schaltete die Kamera dabei nach etwa fünf Minuten wegen Überhitzung ab.

Hervorragende Bilder liefert das Xperia Z2 vor allem mit acht beziehungsweise 8,3 Megapixeln. Die 20 Megapixel lassen sich nur im manuellen Modus aktivieren und eigenen sich vor allem dazu, den schwachen digitalen Zoom auszugleichen. Aus den hochauflösenden Bildern lässt sich mithilfe einer Fotobearbeitung am PC ein Bildausschnitt auswählen und ohne große Qualitätseinbußen näher heranholen.

Bei der 4K-Videofunktion frisst eine Videominute etwa 400 Megabyte und damit etwa fünfmal so viel wie bei Videos im Standardformat. Da hilft es, dass ein Speicherkarteneinschub vorhanden ist. Die Karten dürfen bis zu 128 Gigabyte groß sein.

Erwähnenswert ist die umfangreiche Kamera-App mit vielen Foto-Effekten. So lässt sich zum Beispiel eine Hintergrundunschärfe für Porträts erzeugen. Weniger ernsthaft sind zahlreiche Spaßeffekte, die beispielsweise das Wohnzimmer in einen Märchenwald verwandeln oder Dinosaurier auf dem Schreibtisch herumlaufen lassen. Doch der Witz dabei ist relativ schnell abgenutzt.

Android nicht grundlegend umgekrempelt

Bei der Benutzeroberfläche hat sich Sony angenehm zurückgehalten und Android nicht grundlegend umgekrempelt. Besonderes Lob verdient die von LG abgeschaute Doppeltippfunktion zum Aufwecken aus dem Stand-by. So muss das Gerät nicht in die Hand genommen werden, um es zu bedienen, sondern kann auf dem Tisch liegen bleiben. Anders herum klappt das nicht: Man kann das Xperia Z2 nicht per Doppeltipp in den Stand-by schicken.

Wasserdichtes Gehäuse

Das Gehäuse ist wasserdicht, die Kartenschächte sind deshalb von Klappen verdeckt. Der SIM-Karten-Einschub ist fummelig. Praktisch bei Smartphones ohne herausnehmbarem Akku ist der Resetknopf neben der SIM-Karte. So kann das Smartphone neu gestartet werden, falls sich das System unrettbar aufgehängt hat – wobei uns dies nicht passiert ist und unter Android extrem selten auftritt.

Fazit: Groß und edel

Insgesamt ist das Gehäuse mit Bauform, Material und Verarbeitung der Grund, weshalb das Xperia Z2 einen Großteil seiner Käufer finden wird. Neben dem HTC One ist es das Edelste, was Android-Nutzer derzeit kaufen können.

Wer auch mit sehr großen Smartphones keine Probleme hat und ein edles Äußeres schätzt, macht einen Fehler, sich das Sony Xperia Z2 nicht anzuschauen. Für die Besitzer eines Xperia Z1 gibt es allerdings kaum einen Grund für einen Neukauf. Auf Nummer sicher geht man mit dem Sony-Flaggschiff nicht: Es ist teuer, dürfte bei einem Sturz schneller kaputtgehen als mit Kunststoffgehäuse und es hat keinen austauschbaren Akku.

Sony Xperia Z1 und Z2 im Vergleich

Sony Xperia Z1Sony Xperia Z1 Sony Xperia Z2Sony Xperia Z2
Display5,0 Zoll / 12,7 cm5,2 Zoll / 13,2 cm
Auflösung1080×1920 Pixel1080×1920 Pixel
Pixeldichte441 ppi424 ppi
CPU4× 2,2 GHz4× 2,3 GHz
RAM2 GB3 GB
Speicher16 GB (max. um 64 GB erweiterbar)16 GB (max. um 128 GB erweiterbar)
Kameras20,7 MP / 2,0 MP20,7 MP / 2,2 MP
Akku3000 mAh3200 mAh
Abmessungen144,4×73,9×8,5 mm146,8×73,3×8,2 mm
LTE-Frequenzen810

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