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LG G4 im Test: Gutes Smartphone, leider zu teuer

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LG G4 im Test  

Schicker und teurer Lederrücken

05.06.2015, 09:12 Uhr |

LG G4 im Test: Gutes Smartphone, leider zu teuer.  LG G4 mit Leder-Rückseite (Quelle: t-online.de)

Schicke Rückseite: Das LG G4 macht einen guten ersten Eindruck (Quelle: t-online.de)

Fast alle Smartphone-Hersteller bringen einmal jährlich neue Flaggschiff-Modelle auf den Markt. Auch die koreanische Marke LG unterwirft sich diesem ungeschriebenen Gesetz: seit kurzer Zeit steht das LG G4 in den Läden. Dabei wäre es eine bessere Idee gewesen, aus dem jährlichen Rhythmus auszubrechen und den Markstart zu verschieben, denn das G4 kann nicht in allen Punkten überzeugen. Woran das liegt, zeigt unser Test.

Nachdem sogar Samsung beim Galaxy S6 keine Plastikgehäuse mehr verbaut, war LG einer der letzten namhaften Hersteller, der seine Spitzenmodelle noch in Kunststoff hüllt – auch wenn die Rückseite wie beim G3 Metallpartikel enthält und deshalb metallisch schimmert. Das G4 hat, zumindest gegen Aufpreis, eine mit echtem Leder verzierte Rückseite. Das macht einen edlen Eindruck und hat Vorteile, etwa bei der Durchlässigkeit für Funkwellen. Die Empfangswerte waren bei unserem Test durchweg gut.

Das Smartphone fühlt sich griffig an und ist unempfindlich gegen Fingerabdrücke. Außerdem ermöglicht es im Gegensatz zu Glas-Rückseiten einen wechselbaren Akku. Auch die Einschübe für SIM- und Speicherkarten befinden sich unter dem Akkudeckel. Bleibt noch, die Verarbeitung zu würdigen: Die Tierhaut ist sauber verklebt und hat zwei mittig verlaufende Nähte, die das Äußere zusätzlich veredeln. Von vorne betrachtet, sieht das G4 dagegen dem Vorgänger sehr ähnlich, das typische LG-Design ist deutlich erkennbar.

Starkes Display mit 5,5 Zoll und QHD

Seit dem G3 aus dem vergangenen Jahr setzt LG auf ein Display mit 5,5 Zoll Diagonale – so auch beim neuen G4. Das mag einigen Interessierten zu groß sein, doch immerhin ist das Gehäuse durch den schmalen Displayrahmen verhältnismäßig schlank und deutlich kleiner als beispielsweise das iPhone 6 Plus. Der Handlichkeit kommt auch das leicht gebogene Display zugute, das aber längst nicht so auffällig krumm ist wie beim LG G Flex 2.

Bei der Bildschirmauflösung bleibt LG bei QHD mit 1440×2560 Pixeln. Das war schon beim G3 so, führte jedoch zu schlechteren Technikwerten, weil die hohe Pixelanzahl viel Strom und Prozessorleistung verbrät.

Das Display ist sehr hell und auch bei starker Sonneneinstrahlung noch ablesbar. Bei der extrem hohen Pixeldichte ist die Anzeige sehr scharf. Um Pixeltreppen ausmachen zu können, benötigt man schon eine äußerst gute Lupe. Auch die Kontrastwerte sind sehr gut, schwarz wird nahezu perfekt ohne Lichthöfe dargestellt. Ungleichmäßigkeiten bei der Ausleuchtung heller Flächen sind zwar vorhanden, jedoch unter normalen Gebrauchsbedingungen nicht sichtbar.

Kompromiss beim Prozessor

Im LG G4 steckt der Hauptprozessor Qualcomm Snapdragon 808, ein Sechskerner mit zweimal 1,8 und viermal 1,4 Gigahertz. Dies ist nicht die schnellste CPU des Herstellers: Der Snapdragon 810 verfügt über acht Kerne mit schnellerem Takt und hat auch einen flotteren Grafikchip. Doch den hat LG im G4 nicht verbaut, da es Hitzeprobleme gegeben haben soll. Auf die Benchmark-Ergebnisse wirkt sich das deutlich aus. Das G4 kam bei uns auf 48.500 Antutu-Punkte, was zwar kein schlechter Wert ist und den Vorgänger G3 locker hinter sich lässt. Doch selbst das G Flex 2 aus eigenem Hause erreichte mehr als 53.000 Punkte. Das Samsung Galaxy S6 mit fast 70.000 Zählern legt die Messlatte noch viel höher.

Auch bei anderen Benchmark-Tests konnte sich das G4 nicht hervortun. Zwar sind solche Tests nicht immer praxistauglich, doch gerade bei einem Flaggschiff, das gleichzeitig auch das teuerste Modell ist, sollte der schnellste Prozessor eingebaut sein. Offensichtlich steckte LG in einer Zwickmühle: Der schnellste Prozessor auf dem Markt führt zu Problemen, das nachrangige Modell erreicht kein Spitzentempo. An dieser Stelle hätte es sinnvoll sein können, die Entwicklung abzuwarten, bis ein ausgereifter, Flaggschiff-tauglicher Chip zur Verfügung steht. Die gewählte Variante ist ein Kompromiss: brauchbar, aber eben nicht zum Preis eines Spitzenmodells.

Bei der Akkulaufzeit kann sich das G4 durchaus sehen lassen. Im Dauertest war der Stromspeicher nach 4 Stunden und 18 Minuten verbraucht, andererseits stand der Akku nach einem halben Tag Stand-by noch bei 97 Prozent. Das liegt in unserer Messtabelle im oberen Mittelfeld, damit sind bei sparsamem Umgang zwei Tage Laufzeit möglich. Wer das G4 intensiver nutzt, muss es dagegen nach einem Tag wieder aufladen.

Die Kamera des LG G4 ist das Sahnestück

Bei der rückwärtigen Kamera macht LG keine Kompromisse: Eine F1,8-Blende war bislang noch in keiner Smartphone-Kamera verbaut. Der Laser-Autofokus stellt sehr schnell scharf, die Bilder mit bis zu 16 Megapixeln können auch im RAW-Datenformat abgespeichert werden. Integriert ist ein optischer Bildstabilisator. Erfreulich ist, dass LG der Kamera-App einen Experten-Modus verpasst hat, bei dem sich unter anderem Weißabgleich, Belichtungszeit und Lichtempfindlichkeit manuell verändern lassen.

Die Bilder halten, was die Daten versprechen. Selbst in halb abgedunkelten Räumen lassen sich weitgehend unverrauschte Bilder schießen. Ein direkter Vergleich zur 20,7-MP-Kamera eines Xperia Z3 deklassiert die Sony-Kamera geradezu. Fazit: Die Rückkamera der LG G4 ist eine der besten, die je in einem Smartphone verbaut worden sind. Dazu passt auch die Frontknipse, die 8 Megapixel auflöst und ebenfalls vorzeigbare Fotos zustande bringt und sich durchaus mit besseren Smartphone-Hauptkameras messen lassen kann. Ein Blitz ist auf der Vorderseite jedoch nicht verbaut.

Die Kehrseite der lichtstarken Kamera ist die geringere Tiefenschärfe: Je größer die Blendenöffnung ist, desto kleiner ist der Entfernungsbereich, den der Autofokus scharfstellt. Besonders bei Nahaufnahmen macht sich das bemerkbar. Üblicherweise regeln Smartphone-Kameras die Belichtung nicht über eine bewegliche Blende, sondern über Verschlusszeit und ISO-Zahl.

Testgerät ohne Kopfhörer

Die Fähigkeiten als Musikspieler konnten wir nur eingeschränkt testen, dem Testgerät lagen keine eigenen Kopfhörer bei. LG liefert üblicherweise das Headset Quadbeat 3 mit – schwarze In-Ear-Kopfhörer mit rotem Kabel. Auch wenn der Kopfhörer hochwertig aussieht, wird er ein hochwertiges Headset nicht ersetzen können. Dem eingebautem Lautsprecher fehlt jeglicher Bass, er taugt nicht zur Gruppenbeschallung. Doch dies ist auch bei den Top-Smartphones keine Ausnahme

Fazit: Gutes Smartphone, das keine Rekorde bricht

Das LG G4 ist ein zweifelsohne gutes Smartphone mit einem extrem scharfen, hellen Bildschirm. Durch die abgerundete Rückseite und das leicht gebogene Display wirkt es deutlich kleiner, als es die reine Displaygröße vermuten lässt. Die Kamera ist exzellent, die Akkulaufzeit liegt im gehobenen Mittelfeld. Der eingebaute Prozessor reicht für Höchstleistungen nicht aus. Trotzdem ist der Sechskerner mit den 3 GB RAM auch für anspruchsvolle Spiele gerüstet.

Mit der angesetzten Preisempfehlung von 649 Euro ist das G4 zu teuer, doch einige Online-Handler listen das Modell schon jetzt günstiger. Für alle Nicht-Veganer lohnt der Aufpreis für die Ledervariante, die einige praktische Vorteile bietet und schicker aussieht.

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