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Commodore kommt zurück – diesmal als Smartphone

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Nach etlichen Flops  

Commodore kommt zurück – diesmal als Handy

15.07.2015, 17:48 Uhr | Spiegel Online

Commodore kommt zurück – diesmal als Smartphone. Commodore-Werbefoto: Marken-Neustart im Mobilfunkmarkt. (Quelle: Hersteller)

Commodore-Werbefoto: Marken-Neustart im Mobilfunkmarkt. (Quelle: Hersteller)

Erinnern Sie sich noch an den legendären Brotkasten, den Commodore C64? Zwei Italiener versuchen nun, die Marke wieder aufleben zu lassen – ein Ziel, an dem schon viele gescheitert sind.

Ein Commodore-Smartphone? Das passt gut in die Zeit, Zombies sind ja gerade hip. Seit der Computerhersteller Commodore 1994 Insolvenz anmeldete, werden die Reste der Kultfirma alle paar Jahre von anderen Protagonisten wiederbelebt – immer in der Hoffnung, von dem Ruf des PC-Pioniers zu profitieren, nie wirklich erfolgreich.

Als jemand, der mit dem C64 das Computern gelernt hat, hätte ich mir für die Firma, die meinen ersten Rechner gebaut hat, ein rühmlicheres Ende gewünscht. Der C64 immerhin gilt bis heute als der meistverkaufte Heimcomputer der Welt. Man schätzt, dass bis zu 30 Millionen Exemplare verkauft worden sind.

Genützt hat es der Firma nichts. Seit Jahren werden die Markenrechte mal hierhin, mal dorthin verkauft. 2007 etwa tauchte plötzlich die Firma Commodore Gaming mit einem Spiele-PC auf der Cebit auf. Mit einem Listenpreis von 4000 Euro fand der aber nicht genug Käufer, um das kleine Unternehmen am Leben zu halten.

In den folgenden Jahren gab es immer wieder ähnliche und ebenso erfolglose Commodore-Projekt. Einmal wurde sogar versucht, neue PC-Hardware in einem Gehäuse zu verkaufen, das nach den Bauplänen des Original-C64 konstruiert war. Natürlich floppte das Projekt. Und es gab die Bastler, die mit der alten Hardware experimentierten. So wie Benjamin Heckendorn, der aus einem C64 einen Laptop baute. 

Der Name ist fast 40 Jahre alt

Und jetzt gibt es schon wieder eine Firma, die sich Commodore nennt. Das Magazin "Wired" berichtet, zwei italienische Unternehmer hätten im März die Commodore Business Machines Limited in Großbritannien registriert. Damit hätten sich die beiden die Rechte an der Marke Commodore im Mobilfunkbereich für 38 Länder gesichert.

Das erste Produkt, dass das neue Unternehmen nun angekündigt hat, ist das Commodore PET. Die älteren unter uns werden bei diesem Namen stutzig. Bevor es PET-Flaschen gab – und sogar vor dem C64 – bot Commodore einen Computer mit genau diesem Namen an. 1977 war der PET, was für Personal Electronic Transactor steht, der erste Computer, den man über ein Versandhaus bestellen konnte.

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Das neue PET-Smartphone dagegen ist ein typisches Android-Handy, mit 5,5 Zoll Full-HD-Display, 13-Megapixel-Kamera, LTE und Octocore-Prozessor. Von außen zeichnet es sich in erster Linie durch das Commodore-Logo und den PET-Schriftzug aus.

Ein Fan-Phone

Trotzdem ist das Gerät kein Allerwelts-Smartphone. Neben Android 5.0 installiert der Hersteller zwei Emulator-Apps auf dem Gerät. Die sollen es möglich machen, C64- und Amiga-Software abzuspielen. Grundsätzlich könnte man die entsprechende Software auch selbst installieren, aber hier sind sie eben schon drauf. Außerdem will das neue Commodore offenbar einige Spiele von damals mitliefern, darüber verhandelt das Unternehmen gerade mit einigen Softwarefirmen, schreibt "Wired".

Auf den Markt soll das Gerät bereits in Kürze kommen, auch in Deutschland. Die Preise sollen – je nach Speicherausstattung – zwischen 270 und 330 Euro liegen. Damit konkurriert das Commodore PET mit erfolgreichen Geräten wie dem OnePlus One, dessen Nachfolgemodell in Kürze erwartet wird.

Ob das PET sich gegen solche Smartphones behaupten kann, bleibt abzuwarten. Bei Commodore-Fans jedenfalls dürfte das neue Modell leichtes Spiel haben. Aber ob das ausreicht, um der Marke wirklich noch einmal neues Leben einzuhauchen?

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