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So finden Sie das passende Smartphone-Betriebssystem

24.11.2016, 12:34 Uhr | dpa

So finden Sie das passende Smartphone-Betriebssystem. Android, iOS und Windows Phone buhlen um die Gunst der Käufer. (Quelle: dpa)

Android, iOS und Windows Phone buhlen um die Gunst der Käufer. (Quelle: dpa)

Wer ein Smartphone erwerben will, sollte nicht nur auf die Hardware achten. Auch das Betriebssystem sollten Kaufwillige gründlich in Augenschein nehmen, um Frust und Ärger zu vermeiden.

AndroidiOS oder Windows Phone sind die drei bekanntesten Smartphone-Betriebssysteme. Die Wahl sollte man sich gut überlegen. Denn wer sich einmal entschieden hat, kann nur schwer wieder wechseln. Für viele überzeugte Nutzer ist diese Wahl eine Glaubensfrage. Denn neben dem Telefon kaufen Sie auch ein ganzes Ökosystem mit App Store und Zusatzdiensten. Hier ein Überblick über die drei wichtigsten Systeme:

Googles Android: Marktführer mit vielen Möglichkeiten

Android ist ein offenes System, das Nutzern viele Möglichkeiten bietet. Das fängt bei der Auswahl der Smartphones an – von etwa 80 bis fast 1000 Euro gibt es Geräte in allen Leistungsklassen, sagt Hannes Czerulla von der Fachzeitschrift "c't". Unter 200 Euro muss man allerdings mit vielen Abstrichen bei Geschwindigkeit und Funktionen rechnen, warnt Andreas Seeger vom Magazin "Connect".

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Wegen der großen Verbreitung – laut Zahlen des Marktforschers IDC läuft Android aktuell auf rund 87,6 Prozent aller aktiven Smartphones  – gibt es alle beliebten Apps. Google-Dienste wie Gmail, Suche, Drive oder Fotos sind nahtlos in die meisten Android-Versionen integriert. Wer seine Daten mit Google teilt, erhält mit Google Now einen hilfreichen digitalen Assistenten. Androiden funktionieren aber auch ohne Google-Konto gut. Alternative Versionen wie "Cyanogen Mod" kommen auf Wunsch ganz ohne Google aus.

Es gibt zahlreiche Android-Versionen

Vielfalt gibt es auch bei den Android-Versionen: Neben Googles Standard-Android passen nahezu alle Hersteller das offene Betriebssystem in Aussehen und Funktionsumfang an ihre Geräte an. Diese Versionsvielfalt sorgt aber auch für Probleme, sagt Andreas Seeger. Je nach Hersteller kann es lange dauern, bis es frische Software-Updates für das Telefon gibt. Google selbst versorgt seine Smartphones regelmäßig mit Sicherheits- und Funktionsupdates. Andere Hersteller tun dies deutlich seltener, viele günstige Geräte erhalten nie ein Systemupdate.

Hat man sich einmal in Android eingerichtet, ist der Wechsel auf ein neues Gerät mitunter schwierig, warnt Andreas Seeger. Ein einheitliches Backup-Programm, das alle Daten und Einstellungen zuverlässig überträgt, gibt es nicht. Die Hersteller setzen auf eigene Lösungen. Grundsätzlich gilt: "Große Marken haben bessere Umstiegs-Apps für neue Geräte", sagt Seeger.

Apples iOS: Ein Garten mit hohen Zäunen

"Apples iOS ist sehr gut für Einsteiger geeignet", sagt Hannes Czerulla. Die Menüstruktur ist einfach, allzu viele Einstellungen gibt es nicht. Doch der Preis für Neugeräte ist hoch: Rund 480 Euro kostet schon das günstigste neue iPhone. Die Auswahl an Geräten ist auf Apple beschränkt und daher klein.

Regelmäßige Updates

Dafür werden iOS-Nutzer regelmäßig mit frischer Software versorgt  – bislang erhielt jedes iPhone-Modell rund vier Jahre lang Updates. Erkannte Sicherheitslücken werden so schnell beseitigt. "iOS ist das sicherere System", urteilt Seeger.

Bei der Synchronisationssoftware iTunes scheiden sich die Geister. Damit können Nutzer ihre Daten vom Telefon einfach sichern. Wer ein neues iPhone in Betrieb nimmt, kann zuverlässig alle gespeicherten Daten vom alten Gerät übertragen. Aber iTunes gehört auch zu den verhasstesten Programmen überhaupt, weil die Bedienung nicht allen gefällt und es keine Alternative dazu gibt.  

Verschiedene Funktionen nur unter iOS-Geräten nutzbar

Von weiteren iOS-eigenen Funktionen profitieren Nutzer nur im direkten Kontakt untereinander. Etwa vom drahtlosen Datenaustausch per AirDrop, Videoanrufen mit Facetime oder dem Messenger iMessage. Seine Zusatzfunktionen gibt es nur in Chats mit anderen iOS-Nutzern. Wer Nutzern mit anderen Geräten mehr als nur SMS schreiben will, braucht Apps von Drittanbietern, die es jedoch reichlich gibt.

Schwierig wird es, wenn man iOS eines Tages den Rücken kehren will. Zwar bieten einige Android-Anbieter Umzugsassistenten an. Doch gerade große Foto- oder Musikmediatheken können Probleme bereiten. Gekaufte Apps können  – wie auch beim Wechsel von Android auf andere Plattformen  – nicht mit umziehen und müssen neu gekauft werden.

Microsofts Windows Phone: Die Zukunft ist ungewiss

"Windows Phone ist noch da, aber ich erwarte da nichts mehr von", sagt Seeger über Microsofts Smartphone-Betriebssystem. Gerade 0,4 Prozent beträgt der Marktanteil aktuell laut IDC noch. Richtig durchsetzen konnte sich das System nie.

Ein Grund dafür: Weil es anfangs viele populäre Apps nicht gab, kauften auch nur wenige Nutzer Windows Phones. Das wiederum sorgte dafür, wie Andreas Seeger erklärt, dass kaum ein Entwickler die zusätzliche Mühe für eine Windows App investiert. Die Folge: Gibt es populäre Apps wie Facebook oder Whatsapp, sind sie häufig veraltet.

App-Store lässt zu wünschen übrig

Neben fehlenden und nicht aktuellen Apps bemängelt er auch viele gefälschte Programme im Angebot. Trotzdem würde er nicht komplett von Windows Phone als Betriebssystem abraten: "Wer sich ein reines Smartphone zum Telefonieren und Nachrichten versenden holen will, kann ein Windows-10-Gerät kaufen." Für Windows Phone in der neuesten Version spricht auch die einfache Bedienung und die übersichtliche Benutzeroberfläche mit ihren großen Kacheln.

Doch es gibt ein Problem: "Man weiß nicht, was passiert", sagt Seeger. Entwickler Microsoft macht zur Zukunft des Betriebssystems keine genauen Angaben, entsprechend dünn ist das Angebot neuer Geräte auf dem Markt. Wem diese Unsicherheit nichts ausmacht, der kann für recht wenig Geld zu mitunter leistungsstarken Smartphones kommen. Ab rund 100 Euro gibt es Einsteigermodelle. Und sogar die Anfang 2016 vorgestellten Microsoft-Flaggschiffe Lumia 950 und 950 XL gibt es mittlerweile ab rund 300 beziehungsweise 380 Euro.

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