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Xiaomi Mi Mix im Test

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Mi Mix im Test  

Xiaomi macht der Konkurrenz vor, wie es geht

09.01.2017, 09:10 Uhr |

Xiaomi Mi Mix im Test. Xiaomi Mi Mix, Leder-Case (Quelle: Christian Fenselau)

Xiaomi Mi Mix, mitgeliefertes Leder-Case (Quelle: Christian Fenselau)

Geht's noch größer? Nein – und wenn, dann definitiv nicht von HTC, Sony oder gar von Apple. Denn für diesen Bildschirm hätte die Konkurrenz ein Tablet-Gehäuse gebraucht. Die Abmessungen des Gehäuses sind fast unglaublich klein, wenn man nur den Bildschirm zum Maßstab nimmt.

6,4 Zoll misst das Display des Mi Mix von Xiaomi – und es handelt sich um ein Smartphone. Trotz dieser Größe passt der Bildschirm in ein Gehäuse, das in etwa genauso groß ist wie ein iPhone im Plus-Format. Zur Erinnerung: Der Bildschirm des iPhone 6/6s/7 Plus kommt auf eine Diagonale von 5,5 Zoll. 

Ansonsten hat nur Samsung bei seinen Edge-Modellen halbwegs verstanden, dass die Nutzer zwar gerne eine große Anzeigefläche hätten, aber bitte im handlichen Gesamtformat. 

Riesen-Akku, schneller Prozessor, viel Speicher

Das Geheimnis ist ein möglichst schmaler Rahmen – genauer gesagt, so gut wie gar keiner. Nur unterhalb des LCD-Panels befindet sich eine Fläche auf der Vorderseite, die kein Bildschirm ist. Trotzdem ist alles vorhanden: Riesen-Akku mit 4400 mAh, superschneller Prozessor Snapdragon 821, 4 GB RAM, 128 GB Speicher, sogar eine Kopfhörerklinke gibt es. Gegen Aufpreis ist auch eine Variante mit 6 GB RAM und 256 GB Flash-Speicher verfügbar.

Entsprechend positiv fielen die Tests aus: neuer Rekord beim Antutu-Benchmark mit über 149.000 Punkten, sehr gute Werte beim JavaScript-Test Jet-Stream. Ärgerlicherweise brach der Akkulaufzeittest immer wieder vorzeitig ab, sodass wir hier nur eine grobe Einschätzung geben können. Doch zwei Tage ohne Nachladen dürfte das Mi Mix locker durchhalten.

Seitenverhältnis 17:10

Das IPS-Display zeigt seine Farben auch beim seitlichen Draufsehen unverfälscht, die Helligkeitsverteilung bietet keinen Anlass zur Klage. Nur der Schwarzwert könnte dunkler sein. Ungewöhnlich ist das Seitenformat von 17:10 bei einer Auflösung von 2048×1080 Pixeln. Wenn man die Android-Funktionsleiste unten abzieht, bleibt Full HD/1920×1080 übrig, die Leiste verschwindet also nicht bei Vollbildansicht. Das ist zwar eine deutlich geringere Pixeldichte als bei den QHD-Bildschirmen (2560×1440) von beispielsweise Samsung oder LG, von zu grober Auflösung aber noch weit entfernt.

Anzeige fast ohne Rand (Quelle: Christian Fenselau)Anzeige fast ohne Rand (Quelle: Christian Fenselau)

Das Gehäuse besteht neben dem Riesenbildschirm aus glatt polierter Keramik. Das fühlt sich an wie Glas, ist auch genauso rutschig und schon nach kurzer Nutzungszeit mit Fingerabdrücken übersät. Zur Vorsorge liefert der Hersteller eine passende Schutzhülle mit. Lobenswert ist zwar, dass diese aus Leder besteht. Elegant wirkt sie trotzdem nicht.

Wie aus der Telefonzelle

Die Kamera kann keine Glanzleistungen vollbringen. Weder bei Tageslicht noch in schlecht beleuchteten Innenräumen, wo die Aufnahmen stark verrauschen, kann sie an die derzeitige Spitzenklasse (Galaxy S7, iPhone 7, LG G5) heranreichen. Trotz einer lichtstarken F/2.0-Blende reicht das nur zur Mittelklasse.

Das nahezu randlose Gehäuse wird auch dadurch erreicht, dass es keine "Hörmuschel" gibt, die Stimme des Gesprächspartners wird durch das Displayglas auf den Hörknochen übertragen. Das klingt eher leise und blechern – als stünde der Anrufer in einer Telefonzelle im fernen Ausland. Eine vergleichbare Technik wurde auch schon im Gigaset ME angewendet und überzeugte ebenso wenig.

Ganz und gar nicht quäkig ist der Klang aus der Klinke. Die Musik über Kopfhörer lässt sich wie allgemein üblich durch einen Equalizer anpassen. Zuvor lohnt es aber, eine Menü-Vorauswahl zu treffen, welche Art von Kopfhörer angeschlossen ist. Hier sollte man herumprobieren, denn den besten Klang fanden wir, nachdem wir ein ganz anderes Headset angegeben hatten als tatsächlich angeschlossen war.

Kein LTE-Band 20

Nicht unterschlagen wollen wir, dass es sich um ein Produkt handelt, das für den chinesischen Markt produziert wird. Die LTE-Bänder sind für den hiesigen Gebrauch nicht vollständig, das LTE-Band 20 fehlt. Interessierte sollten deshalb bei ihrem Netzbetreiber nachfragen, welche Auswirkungen das hat. 

Das Ledercase wird mitgeliefert.Das Ledercase wird mitgeliefert.

Wer das Mi Mix kaufen will, kann das etwa über den TradingShenzhenShop tun. Dort gibt es auch die Variante mit 6 GB RAM und 256 GB Speicher für 737 Euro. Dazu kommt die Zusatzanschaffung eines für Deutschland passenden Netzteils oder eines Steckdosenadapters. Der Stecker unseres Testgeräts passte jedenfalls nicht in deutsche Steckdosen.

Fazit Mi Mix

Bei einem Preis von 677 Euro – denn so viel kostet die 128-GB-Version – will der Kauf überlegt sein. Für das Mi Mix sprechen das riesenhafte Display bei noch halbwegs handlichen Abmessungen, der große Akku, der üppige Speicher und die aktuelle Technik im Innern. Außerdem ist das Gerät ein absoluter Hingucker.

Dagegen sprechen die mittelmäßige Kamera, die schlechte Sprachqualität und das Fingerabdruck-empfindliche Glanz-Gehäuse. Und nicht zu unterschlagen sind die Nachteile, die ein für China konzipiertes Smartphone mit sich bringt.


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