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Google soll Tablet-PC als Konkurrenz zum Apple iPad planen

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Tablet-Computer  

Vorhang auf für das Anti-iPad

03.02.2010, 11:10 Uhr | Spiegel online, Spiegel Online

Google soll Tablet-PC als Konkurrenz zum Apple iPad planen. Computer-Grafik eines möglichen Google-Tablet: Plant Google ein Konkurrenz-Gerät zum Apple iPad? (Grafik: Google)

Bastelt Google einen eigenen Tablet-Computer? Seit auf einer offiziellen Google-Seite entsprechende Bilder aufgetaucht sind, wird in der Blogosphäre heftig gestritten, ob und wie der Suchmaschinenkonzern dem Apple-iPad Konkurrenz machen könnte. SPIEGEL ONLINE erklärt, was an den Gerüchten dran ist.

Wenn es darum geht, sich Feinde zu machen, ist Google ganz groß: Mit dem Android OS und dem Nexus-One-Handy hat der Konzern ganz offen Apples Erfolgshandy iPhone attackiert, der Webbrowser Chrome soll Internet Explorer und Firefox Konkurrenz machen - und mit dem Chrome OS schickt sich die Firma an, in den Markt für Netbooks einzusteigen. Fehlt nur noch ein Gegenstück zu Apples iPad, der digitalen Schiefertafel, die Steve Jobs vor einer Woche der Öffentlichkeit präsentierte und der manche Beobachter zutrauen, den Grundstein für eine ganz neue Kategorie von Computern zu legen - aber auch das scheint Google schon in der Schublade zu haben.

Das legen zumindest Bilder nahe, die seit Montagnacht im Web kursieren, die in Blogs, auf Nachrichtenseiten und in Foren für Diskussionsstoff sorgen. Was darauf zu sehen ist? Die Bilder zeigen Googles Chrome OS, das für Netbooks gedachte PC-Betriebssystem, in einer offenbar per Finger bedienbaren Variante auf einem Gerät, das ganz erstaunliche Ähnlichkeiten mit Apples iPad aufweist. Flach ist das Gerät, minimalistisch gestaltet, eigentlich nicht viel mehr als ein berührungsempfindlicher Bildschirm mit einer schwarzen Einfassung.

Dass es sich bei den Bildern allerdings durchweg um Computer-Grafiken handelt, ist nicht zu übersehen - und auch nicht vermeidbar. Denn was da auf der Web-Seite des Chromium-Projects zu sehen ist, sind schlicht Konzeptstudien, Bilder also, die zeigen sollen, wie so ein Google-Tablet aussehen könnte - und nicht, wie es tatsächlich aussieht. Darauf wird auch ausdrücklich hingewiesen: "Dies ist das Konzept einer in Entwicklung befindlichen Benutzeroberfläche. Alle Designs können sich ändern".

Ein Hauch von iTunes

Und doch zeigen die Bilder, dass man sich bei Google Gedanken über das Thema Tablet-PC macht und schon so manchen Fortschritt verzeichnen kann. So sind da unterschiedliche Varianten von virtuellen Tastaturen abgebildet, die, je nach Anwendung, mal kleiner und mal größer erscheinen. Es sind Pop-up-Menüs zu sehen, ähnlich wie beim iPad, und es wird auf ein "Zooming UI mit Tabs" hingewiesen, ein System, das mehrere Bildschirmfenster per Fingerzeig durchwühlbar machen soll, ganz so, wie man es von Apples Cover-Flow-Funktion kennt.

Sogar ein Video des vermeintlichen Google-Tablet hat Glen Murphy, einer der Entwickler des Google-Betriebssystems Chrome OS, auf die Seite gestellt und zeigt darin, wie er sich den Umgang mit dem Gerät vorstellt. Ob aus all diesen Bildern, Gedanken und dem Video jemals ein echtes Produkt wird, ist noch vollkommen unklar. Google zumindest hat sich dazu noch nicht offiziell geäußert.

Die Vermutung, dass man Apple den Markt nicht allein überlassen will, legt allerdings eine Äußerung von Google-Chef Eric Schmidt nahe, die er Reportern auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte: "Erklären Sie mir mal den Unterschied zwischen einem großen Handy und einem Tablet".

Google-Manager Anders Sandholm hat zudem erklärt, er sei sich sicher, dass "über per Finger bediente Oberflächen nachgedacht wird", ist sich aber nicht sicher, was das Ergebnis sein wird. Das deckt sich auch mit den Studien des Chromium Project, bei dem man offenbar schon über Chrome-OS-Varianten nachdenkt, die auf Geräten vom 5-Zoll-Tablet bis zum 60-Zoll-TV-Bildschirm laufen.

Alles nur geklaut?

Dass Google-Betriebssysteme bald auf tastaturlosen Rechnern laufen werden, steht allerdings außer Zweifel. So haben beispielsweise Dell mit dem Mini 5 und Archos mit dem Archos 7 längst Tablets angekündigt, die auf dem Android OS basieren.

Dass sich freilich nicht alle PC-Hersteller bemüßigt fühlen, jetzt noch schnell auf den Tablet-Zug aufzuspringen, beweist Acer. Scott Lin, Chef des taiwanischen Unternehmens, sagte der Digitimes, man habe keine Pläne, ein derartiges Produkt zu entwickeln. Technisch wäre das zwar kein Problem für Acer, doch würde ein Tablet-PC nicht zum Geschäftsmodell seiner Firma passen. Wenn nur alle Firmenlenker so zurückhaltend wären.

Dem chinesischen PC-Hersteller Great Loong Brother aus der Industriestadt Shenzhen liegt so viel Bescheidenheit jedenfalls fern. Kaum hatte Apple das iPad angekündigt, meldeten sich die Asiaten zu Wort, beschuldigten den kalifornischen Konzern, das iPad-Konzept geklaut zu haben. Schließlich, so Firmenchef Wu Xiaolong, habe Great Loong Brother mit dem P88 ein ganz ähnlich gestaltetes Tablet längst fertiggestellt. Und tatsächlich, das P88 sieht dem iPad verblüffend ähnlich, wie die Fotos in der Bilderstrecke oben zeigen. Wenn Apple also das iPad in China auf den Markt bringen will, sollten sich die Apple-Anwälte auf einen juristischen Schlagabtausch gefasst machen. Wu Xiaolong jedenfalls hat eine Klage bereits angekündigt.

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