24.10.2012, 16:56 Uhr | Andreas Lerg
Die ersten Reaktionen auf die am Dienstag vorgestellten neuen Produkte wie das iPad mini sind eher durchwachsen. Vor allem das technisch überarbeitete iPad 4 stößt bei vielen Apple-Fans auf harte Kritik. Auch beim neuen iMac gibt es für viele Interessenten einen Mangel. Zu Zeiten von Steve Jobs wurden Produktpräsentationen regelmäßig euphorisch bejubelt. Der aktuelle und eher sachliche Apple-Boss Tim Cook kann diese Begeisterung kaum entfachen.
"Ich fühle mich von Apple betrogen. Jetzt das iPad 4? Nachdem ich über 700 Dollar für mein 'neues altes iPad' bezahlt habe? Das war kein guter Zug von Apple und ich bin nicht der einzige der so denkt", kommentiert Nutzer Digitalkiller im Apple-Forum und drückt damit aus, was viele denken. Die gesamte Diskussion im Forum ist mit RIP iPad 3 (Ruhe in Frieden iPad 3) überschrieben. Ein anderer Nutzer erklärt: "Vor kaum drei Monaten habe ich mir das New iPad gekauft und seit heute, kaum sechs Monate nach dem Start, ist es schon wieder das Old iPad." Und ein weiterer Nutzer ergänzt: "Das ist, als wenn Dir jemand auf den Fuß tritt und sich nicht dafür entschuldigt."
Diese und ähnliche Kritik findet sich auch in vielen anderen Foren und auf Facebook, denn viele Apple-Fans sind sauer wegen des iPad 4, also dem technisch überarbeiteten großen iPad. Phil Schiller stellte das Gerät am Dienstag recht eilig vor. Er beschrieb den neuen A6X-Prozessor, der für mehr Leistung sorgt und den neuen kleinen Lightning-Anschluß, der den alten 30-Pin-Anschluss ersetzt. Auch der LTE-Mobilfunkchip ist neu und arbeitet jetzt endlich mit europäischen Mobilfunknetzen zusammen. Allerdings hatte Apple erst vor rund sechs Monaten das iPad 3 als das "neue iPad" vorgestellt und ersetzt dieses jetzt mit der vierten Generation, die leistungsfähiger ist und das gleiche kostet. Deshalb schimpfen vor allem die Kunden, die das iPad 3 erst vor kurzem gekauft haben.
Der eigentliche Star der Präsentation am Dienstag war das iPad mini. Der 7,9 Zoll (20 Zentimeter) große Bildschirm hat eine Auflösung von 1024 × 768 Bildpunkten. Als Prozessor kommt der A5 zum Einsatz und es gibt neben der reinen WLAN-Variante auch ein Gerät mit 4G-Mobilfunk, also inklusive LTE. Apple will eigentlich mit diesem Gerät gegen die Konkurrenz beispielsweise von Amazon und Google antreten. Doch das iPad mini ist mit 329 Euro deutlich teurer, denn Amazon verkauft sein Kindle Fire HD ab 199 Euro und das Vorgängermodell für 159 Euro. Google offeriert das Nexus 7-Tablet für 199 Euro.
Apple hat aber im Prinzip keine andere Wahl. Denn würde das iPad mini deutlich billiger verkauft, würde das zu Lasten des großen iPad gehen und dessen Verkaufschancen schmälern. Durch den geringen Preisabstand zwischen iPad mini und iPad 4 versucht Apple dies zu vermeiden. Amazon kann den niedrigen Preis für seinen Kinde Fire überhaupt nur dadurch realisieren, dass der Konzern das Gerät subventioniert und angeblich sogar unter dem Herstellungspreis verkauft. Mit anderen Worten, Amazon verdient nichts am Verkauf der Geräte und gleicht das im Anschluss über den Verkauf von Medieninhalten für und über seinen Tablet-PC aus. Wie beispielsweise die Welt schreibt, sind bei Tablet-PC für 200 Dollar für den Hersteller wenn überhaupt nur minimale Margen zu verdienen.
Der neue iMac ist unglaublich dünn. (Quelle: Reuters)Facebook-Nutzer Alexander Sell kommentiert die Tatsache, dass der neue iMac kein optisches Laufwerk mehr hat und man ein externes Laufwerk als Zubehör kaufen muss, sehr kritisch: "Anstatt das optische Laufwerk zu entfernen (totaler Unsinn) sollten sie lieber ein Blue Ray-Laufwerk einbauen. Da hat man schon ein riesen Monitor mit Spitzenauflösung und kann sich dann noch extern einen Staubfänger auf den Tisch stellen mit Netzteil und allem." Viele Nutzer kritisieren, dass Apple mit dieser Maßnahme den Verkauf von Filmen und anderen Medieninhalten über iTunes ankurbeln wolle. Das Design des neuen iMac stößt in den diversen Foren vorwiegend auf ein positives Echo.
Apple hat das verkleinerte iPad vorgestellt. Die günstigste Variante soll 329 Euro kosten. zum Video
"Leider hat es Apple mal wieder nicht geschafft, endlich mal UMTS in das MacBook zu stecken", kommentiert Facebook-Nutzer Alexander Jüllig auf Nullen und Einsen. Diesen Wunsch nach einer Mobilfunkanbindung in den MacBooks haben viele Apple-Fans schon länger aber bisher vergeblich. Apples neues MacBook Pro 13 Zoll ist 20 Prozent dünner und fast ein Pfund leichter als sein Vorgänger. Auch hier verzichtet Apple wie schon beim MacBook Air auf das optische Laufwerk, was ebenfalls für einige Interessenten einen Mangel darstellt. Das Retina-Display mit seiner Auflösung 2560 × 1600 Bildpunkten begeistert dafür die Apple-Fans, während der Preis oft als "etwas hoch" bewertet wird.
Quelle: Andreas Lerg
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