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Apple iPad Air 2 im Test: Das Update ist gelungen

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Apples neue iPads im Test  

Eins ist rasant, das andere bloß goldig

22.10.2014, 16:37 Uhr | Matthias Kremp, Spiegel Online

Apple iPad Air 2 im Test: Das Update ist gelungen. iPad Air 2 und iPad mini 3 im Test (Quelle: Spiegel Online/Matthias Kremp)

Während Apple das neue iPad Air schon fast zu stark aufpolierte, bietet das iPad mini 3 nur wenig Neues. (Quelle: Matthias Kremp/Spiegel Online)

Das neue iPad Air 2 ist noch schlanker, noch schneller, noch bunter als sein Vorgänger, verspricht Apple. Das stimmt auch. Ein wenig dicker hätte das neue Tablet aber sein dürfen.

Apples iPad Air 2 fehlt etwas. An der Stelle, an der bei allen vorherigen iPads rechts oben ein Schalter war, ist jetzt nichts mehr. Dabei hatte ich mich an diesen Seitenschalter so sehr gewöhnt. Ich nutze ihn regelmäßig, um den Ton ab- oder wieder einzuschalten. Den Schalter brauche man heute aber nicht mehr, hat mir jetzt ein Apple-Manager erklärt. Schließlich könne man den Ton auch über das Control Center stummschalten, das sich mit einem Wisch von unten schnell auf den Bildschirm holen und ebenso schnell wieder entfernen lässt.

Etwas wegzulassen war Apple bei der Entwicklung des iPad Air 2 offenbar wichtig. Das Gehäuse wurde 18 Prozent dünner gemacht, auf nun noch 6,1 Millimeter. Aber so sehr ich mich bemühe, ich kann kaum einen Unterschied zwischen dem iPad Air und dem iPad Air 2 erfühlen. Das eine ist schlank, das andere noch schlanker. Auch von den gut 30 Gramm, die es leichter ist, merke ich nichts. So etwas ist eben nur Feinschliff.

Sichtbarer Unterschied beim iPad Air 2

Konkret zeigt sich dieser Feinschliff am neuen Bildschirm. Bisher bestand dieser aus drei Komponenten: dem LC-Display, einer berührungsempfindlichen Folie und einem Deckglas. Beim neuen iPad Air wurden diese drei Komponenten in einem Bauteil vereint. Das Resultat ist, dass es weniger Reflexionen im Glas gibt. Zusätzlich hat Apple eine reflexionshemmende Beschichtung aufgebracht.

Beim Vergleich im ausgeschalteten Zustand sehe ich sofort einen Unterschied zwischen altem und neuen Bildschirm. Der des iPad Air 2 wirkt dunkler, schwärzer. Interessant ist der Effekt, wenn man seitlich auf die eingeschalteten Displays schaut: Beim neuen iPad scheint das Bild näher an der Oberfläche zu liegen. Der Effekt der Anti-Reflex-Beschichtung: Lichtquellen werden diffuser reflektiert als beim Vorgänger, stören deshalb nicht so stark.

Leistung bis zum Abwinken

Als weitere Neuerung des iPad Air 2 preist Apple den A8X-Prozessor an. Mit drei Prozessorkernen, 1,5 GHz Taktfrequenz und zwei GB Arbeitsspeicher soll er schneller sein als der A7 des Vorgängers. Leistungsmessprogramme, mit denen ich das iPad Air 2 malträtierte, bestätigten diese Angaben. Und sie zeigen, dass der A8X auch gegenüber dem A8, der in den iPhone-Modellen 6 und 6 Plus steckt, klar zugelegt hat.

Außerdem zeigen die Messungen, dass die Grafikfähigkeiten des neuen Chips weit über dem liegen, was bisherige Apple-Prozessoren schafften. Inwieweit sich das auf Spiele-, Foto- und Video-Apps auswirken wird, lässt sich bisher kaum beurteilen, da es noch keine Apps gibt, die an den neuen Chip angepasst sind. Derzeit gibt es kein Android-Tablet, dessen Antrieb dem A8X das Wasser reichen kann.

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Fingerabdruck statt Passwort

Weniger drastisch sind die Verbesserungen bei den Kameras. Während die zum Nutzer gewandte Kamera weiter nur 1,2 Megapixel anzeigt, steckt im Rücken des iPad Air jetzt ein 8-Megapixel-Modell, das ähnliche Eigenschaften aufweist wie die Kamera des iPhone 5s. Zusätzlich zur Zeitrafferfunktion hat die Kamera einen Zeitlupenmodus bekommen und kann riesige Panoramabilder mit bis zu 43 Megapixeln aufnehmen. Videos werden in Full-HD aufgezeichnet. Die damit geknipsten Fotos sind gut und mit denen eines iPhones vergleichbar.

Während ich mich frage, wieso man ein Tablet zum Fotografieren und Filmen benutzen sollte, ist mir sofort klar, dass der TouchID-Fingerabdrucksensor die Neuerung am iPad Air 2 ist, die mir auf Anhieb den größten Zusatznutzen bringt. Statt Passwörter oder PIN-Codes einzugeben, um das Tablet zu entsperren oder Einkäufe in Apples Onlineshops zu autorisieren, lege ich nur kurz meinem Finger auf die Taste. Hat man sich daran gewöhnt, will man auf diesen Komfort nicht mehr verzichten.

Teures wird billiger

Genauso wenig möchte ich auf viel Speicher im iPad verzichten. Da Apple keine Steckplätze für Speicherkarten einbaut, muss man beim Kauf eines iPad genau überlegen, wie viel Speicher man braucht und wie viel man sich leisten kann. Speicher-Upgrades sind bei Apple meistens teuer.

Deshalb ist es gut, dass der Konzern die Preise für die gut mit Speicher bestückten Modelle gesenkt hat. Ein iPad Air 2 mit LTE und 128 GB-Speicher beispielsweise kostet jetzt 60 Euro weniger als ein entsprechendes Gerät aus dem Vorjahr. Dafür ist das Einstiegsmodell jetzt zehn Euro teurer geworden und die 32-GB-Variante ganz aus dem Angebot verschwunden. Schlüssiger wäre es gewesen, sich vom 16 GB-Modell zu verabschieden.

Und das iPad mini 3?

Anders als beim neuen iPad Air, halten sich die Änderungen beim neuen Mini-iPad in engen Grenzen. Zum einen hat jetzt auch das kleine Modell den TouchID-Sensor, zum anderen gibt es die dritte Version des iPad mini jetzt auch mit einem goldfarbenen Gehäuse. Technisch hat sich nichts geändert, sodass mein Testbericht zum iPad mini mit Retina-Display vom November 2013 auch für das neue Modell gültig ist.

Fazit

War das erste iPad Air noch die komplette Neuerfindung des iPad, ist das iPad Air 2 eher Modellpflege. Der TouchID-Sensor erhöht in erster Linie den Komfort, der neukonstruierte Bildschirm die Bildqualität, der A8X-Prozessor hat so große Leistungsreserven, dass das Gerät auf absehbare Zeit kaum an seine Grenzen kommen wird. Das Update ist gelungen. Noch besser wäre es aus meiner Sicht geworden, hätte Apple den Platz, der durch das neue Display frei wurde, mit einem größeren Akku gefüllt, statt das ohnehin dünne iPad Air noch dünner zu machen.

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