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Endstation Heim? Wohnraum für Alte und Behinderte wird knapp

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Endstation Heim? Barrierefreier Wohnraum wird knapp

14.08.2014, 11:23 Uhr | rw, mb, zuhause.de, dpa-tmn

Endstation Heim? Wohnraum für Alte und Behinderte wird knapp. Die meisten Deutschen sind schlecht für ein Leben im Alter gerüstet. (Quelle: imago)

Die meisten Deutschen sind schlecht für ein Leben im Alter gerüstet. (Quelle: imago)

Ob begründet oder nicht: Ein Lebensabend im Seniorenheim ist für die allermeisten Deutschen noch immer eine Horrorvision. Mehrere Studien kommen zum selben Ergebnis: Das Pflege- oder Seniorenheim ist die unbeliebteste Wohnform im Alter. Die überwältigende Mehrheit der Deutschen möchte in den eigenen vier Wänden alt werden. Gut darauf vorbereitet sind allerdings die wenigsten, und berrierefreier Wohnraum wird zunehmend knapp. Doch wie rüstet man sein Zuhause für ein Leben im Alter? Und werden nötige Umbaumaßnahmen für barriefreies Wohnen staatlich gefördert?

Die meisten Deutschen möchten möglichst in den eigenen vier Wänden alt werden. Neun von zehn können sich deshalb vorstellen, im Alter auf Angebote wie ambulante Pflege, Hausnotruf oder eine altersgerecht umgebaute Wohnung zurückgreifen (jeweils 87 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe. Mahlzeitendienste wie "Essen auf Rädern" würden demnach 72 Prozent der Befragten in Anspruch nehmen.

Zwei Drittel wollen zu Hause alt werden

Schon im Januar 2011 kam eine groß angelegte Emnid-Umfrage, hinter der unter anderem der Deutsche Mieterbund (DMB) als Auftraggeber stand, zu ähnlichen Ergebnissen: Damals konnten sich nur 15 Prozent der Befragten vorstellen, mit 70 Jahren in einem Senioren- oder Pflegeheim zu wohnen. Für die Emnid-Studie wurden 1100 Personen über 50 Jahren befragt. Genau zwei Drittel (67 Prozent) gaben das Leben im eigenen Haus beziehungsweise der eigenen Wohnung als bevorzugte Wohnform an.

Schlecht aufs Alter vorbereitet

Trotzdem mögen sich die meisten Deutschen offenbar nicht allzu intensiv mit dem Altern und der eigenen Vergänglichkeit auseinandersetzen. Diesen Schluss lässt zumindest eine andere aktuelle Studie zu. Für den Verband bayrischer Wohnungsunternehmer hat die GfK Marktforschung bundesweit 2000 Männer und Frauen ab 14 Jahren interviewt. Nur für elf Prozent der Befragten spielt ein altersgerechter Umbau überhaupt eine Rolle. Erstaunlich: Selbst bei den über 69-Jährigen liegt der Anteil nur bei mageren 28 Prozent.

Rechtzeitig fürs Alter (um-)bauen

Dabei ist eine altersgerecht ausgestattete Wohnung erst die Voraussetzung dafür, dass man im Alter lange in seinem privaten Umfeld bleiben kann. Experten raten deshalb dazu, vor allem aufwändigere Umbaumaßnahmen frühzeitig anzugehen. Schon Bauherren sollten ihre Einrichtung am besten von vornherein nicht nur nach Design, sondern auch danach auswählen, ob sie im Alter ein Leben in den eigenen vier Wänden ermöglicht, rät beispielsweise Dieter Soth von der Initiative "Leben ohne Barrieren" (L.o.B.). In vielen Haushalten steht auch noch einmal ein größerer Umbau an, sobald die Kinder aus dem Haus sind. Spätestens dann sollte die Renovierung so ausgeführt werden, dass das Zuhause weitgehend barrierefrei wird.

"Wir richten keine Krankenzimmer ein"

Leider hätte altersgerechte Inneneinrichtung noch immer ein ziemlich muffiges Image, bedauert Soth. Beim Schlagwort Barrierefreiheit dächten die Menschen eben einfach nicht an modern und stilvoll eingerichteten Wohnraum. Dabei schließen sich ansprechendes Design und eine altersgerechte Funktionalität schon lange nicht mehr aus. Ganz im Gegenteil: Viele aktuelle Designtrends wie eine ebenerdige Dusche fügen sich nahtlos in ein barrierefreies Raumkonzept ein. Abstriche bei der Optik muss man nicht machen. Einem modern ausgestatteten Mehrgenerationen-Badezimmer zum Beispiel sieht man seine Barrierefreiheit gar nicht an.

"Wir richten keine Krankenzimmer, sondern Wohnungen ein", verdeutlicht Soth den hohen optischen Anspruch, der an altersgerechtes Interieur heute gestellt wird. Der Verbraucher hat es aber nicht immer leicht, aus der Unmenge verschiedener Produktangebote diejenigen herauszufiltern, die besonders gut für ein Leben im Alter geeignet sind. Weil das Thema noch immer als "unsexy" gilt, vermeiden Hersteller in der Werbung und auf den Verpackungen allzu deutliche Hinweise darauf, dass ihr Produkt barrierefreies Leben unterstützt.

Die Experten der "L.o.B."-Initiative haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Interessierte bei der Auswahl geeigneter Produkte und der Suche nach versierten Handwerksbetrieben in ihrer Nähe zu unterstützen. Auf den Internetseiten der "L.o.B." findet man eine große Auswahl zertifizierter Produkte vom Fußboden über die Schließanlage bis hin zur vollständigen Küche.

Barrierefreier Wohnraum wird bald knapp

Die Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum wird in Zukunft massiv wachsen. Das zumindest prognostiziert die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Aktuell seien bundesweit nur rund 250.000 Wohnungen altersgerecht umgebaut, was etwa fünf Prozent des gesamten Wohnungsbestandes entspreche. Bis 2020 bräuchte man nach einer Schätzung des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung aber etwa drei Millionen solcher Wohnungen.

Fördermöglichkeiten für barrierefreien Umbau

Bezuschusst wir ein barrierfreier Umbau unter anderem durch die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durch zinsgünstige Kredite. Neben dem KfW-Programm gibt es noch weitere Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten. Auch einige Kommunen und Länder fördern altersgerechte Baumaßnahmen: Beispiele sind die soziale Wohnraumförderung in Rheinland-Pfalz oder das Bayerische Wohnungsbauprogramm für Menschen mit Behinderung. "Das läuft meist so, dass den Bauherren im Zuge eines Wohnungsbaukreditprogramms ein zinsvergünstigtes Darlehen gewährt wird", erläutert Alrun Jappe von der Stiftung Warentest.

Auch andere Stellen können Unterstützung anbieten. "Wer pflegebedürftig ist, kann beispielsweise für den bedarfsgerechten Umbau Geld von seiner Pflegekasse erhalten", führt Jappe an. Wie viel der Einzelne bekommt, richtet sich dabei nach den Kosten der Sanierung und der Einkommenssituation. Manche Wohnungsbaugenossenschaften bieten ihren Mietern Zuschüsse für den Umbau an. Ebenso können manchmal Reha- und Sozialversicherungsträger hilfreich sein. "Fakt ist, dass auch sie teils altersgerechte Baumaßnahmen fördern, allerdings nur in Ausnahmefällen", erklärt Jappe. Wird der Umbau nach einem Unfall nötig, bestehe die Chance auf Geld von der Unfallversicherung.

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