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Den Wintergarten richtig planen – neun Tipps

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Wintergarten  

Den Bau vom Wintergarten richtig planen

27.11.2017, 20:17 Uhr | rw, dpa-tmn

Den Wintergarten richtig planen – neun Tipps. Ein Mann baut ein Wintergartendach (Quelle: imago/Werner Otto)

Beim Wintergartendach gibt es Einiges zu beachten (Quelle: imago/Werner Otto)

Die Vorbilder heutiger Wintergärten sind die Palmenhäuser und Orangerien des Adels im 18. und 19. Jahrhundert. Doch der Bau eines Wintergartens bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung und Planung, damit man am Ende auch Freude an dem nicht ganz billigen Vergnügen hat. Inspirationen zu Wintergärten finden Sie hier.

Nicht am falschen Ende sparen

Ein Wintergarten kann als unbeheizter Glasanbau, leicht temperierter Überwinterungsort für empfindliche Pflanzen oder sogar als ganzjährig genutzter Wohnraum dienen. "Architektonisch betrachtet sollte ein Wintergarten vor allem zum Haus passen", sagt Architekt und Fachbuchautor Johannes Kottjé. Preiswerte Wintergärten zum Anbauen, die es vorgefertigt in Katalogen zu kaufen gibt, träfen selten den Stil des Hauses und könnten den Wert einer Immobilie sogar mindern, warnt der Experte.

Wintergarten oder klassischer Anbau?

Ohnehin ist ein Wintergarten nicht immer die richtige Wahl. "Wenn mit einem Wintergarten zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden soll, ist Vorsicht geboten", so der Architekt Holger Reiners aus Hamburg. Besser bedient seien Hausbesitzer dann unter Umständen mit einem klassischen Anbau mit massivem Dach und guter Wärmedämmung. Denn im Winter vergeude ein Glasbau unnötig viel Energie und sei außerdem ungemütlich.

Den Wintergarten-Bau sorgfältig planen

Wer sich aber für einen Wintergarten entscheidet, sollte den Bau sehr sorgfältig planen. Der Bundesverband Wintergarten stellt auf seinen Internetseiten eine Checkliste bereit, die Bauherren bei der Planung helfen soll. Wer einen Wintergarten bauen möchte, sollte einige wesentliche Fragen für sich geklärt haben, wobei man sich am besten von fachkundigen Profis unterstützen lässt. Die wichtigsten Fragen haben wir für Sie zusammengestellt.

Vor Baubeginn zum zuständigen Bauamt

In jedem Falle sollte man sich unbedingt vor Baubeginn beim zuständigen Bauamt informieren, ob eine Baugenehmigung notwendig ist, denn in den meisten Bundesländern sind Wintergärten einreichungspflichtig. Das bedeutet, dass die Bauämter nach Einreichen der Bauunterlagen entscheiden, ob man eine Genehmigung braucht oder nicht, und unter welchen Auflagen sie erteilt wird. Wer auf den Gang zum Amt verzichtet, riskiert im schlimmsten Fall den ganzen Bau wieder abreißen zu müssen.

Kein Glasdach auf dem Wintergarten

Kottje rät von einem Glasdach ab. Ein Wintergarten mit geschlossenem Dach sei fast zu jeder Jahreszeit behaglich und somit eher als Wohnraum geeignet. Denn im Sommer diene das Dach als Sonnenschutz und im Winter werde die massive Wärmeabstrahlung eines Glasdaches vermieden. Auch historische Wintergärten hatten laut Kottjé kein Glasdach. "Vor 100 Jahren wäre es kaum möglich gewesen, ein Glasdach mit den damaligen technischen Möglichkeiten dicht herzustellen." Außerdem war Glas damals noch wesentlich teurer.

Glas von hoher Qualität verarbeiten

"Bauherren sollten sich bereits bei der Planung genau überlegen, wofür der Wintergarten genutzt wird", rät Steffen Spenke, Vorsitzender des Bundesverbands Wintergarten in Berlin. Aufgrund seiner exponierten Lage zwischen drinnen und draußen und den Anforderungen an den verwendeten Baustoff könnten Planungsfehler und eine falsche Nutzung sonst zu erheblichen Bauschäden führen.

Üblicherweise verwenden Architekten und Handwerker für den Bau eines Wintergartens Aluminium, Holz und Kunststoff. "Welches Material oder welcher Materialmix zum Tragen kommt, hängt aber von den statischen Anforderungen und den verfügbaren finanziellen Mitteln ab", erklärt Spenke. Auch die Qualität des Glases habe eine zentrale Bedeutung. Im besten Fall könne es starke Wärmeverluste in der Heizperiode und eine Überhitzung durch Sonneneinstrahlung mindern.

Der Wintergarten braucht einen guten Sonnenschutz

Vor allem wenn ein Wintergarten komplett aus Glas ist, kann es darin im Sommer ohne Beschattung unerträglich heiß werden. "Bereits an einem normalen Sonnentag kann die Raumtemperatur auf über 35 Grad Celsius steigen", sagt Gerhard Rommel vom Bundesverband Rollladen und Sonnenschutz. Am besten helfe dagegen ein außen angebrachter Sonnenschutz. Markisen blockten die Sonnenstrahlung schon vor der Glasfront ab, so dass sich der Innenraum erst gar nicht aufheize. Automatische Sonnenschutzsysteme arbeiten mit Temperatursensoren im Innenraum. Sie sorgen dafür, dass die Markise erst ausgefahren wird, wenn der Raum die gewünschte Temperatur erreicht hat.

Die Wohlfühl-Oase Wintergarten ist nicht billig

Auf diese Weise lasse sich im Frühjahr und Herbst Heizenergie sparen, sagt Rommel. Ganz ohne eigene Heizung kommen ganzjährig genutzte Wintergärten aber doch nicht aus. Von einer Fußbodenheizung rät Verbandschef Spenke allerdings ab, da sie zu träge auf die üblichen Temperaturschwankungen reagiere. Wird die Heizung mehr als vier Monate im Jahr genutzt, dann muss der Wintergarten die aktuelle gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen. Mancherorts und je nach Bauweise kann es Einschränkungen von den Behörden geben. Oder es ist eine Baugenehmigung nötig. Interessenten sollten sich daher vor den Planungen beim örtlichen Bauamt nach Auflagen erkundigen.

Vögel vor Aufprall schützen

Oft erkennen Vögel die großen Scheiben nicht und prallen im Flug dagegen. Schwarze Aufkleber in der Form von Greifvögeln helfen hier nicht. Das sagt der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV). Großflächige Aufkleber auf den Scheiben sind besser, etwa senkrechte Klebestreifen oder großflächige und farbige Muster.

Laut dem Naturschutzbund Bremen (Nabu) haben sich bei großen Fenstern zwei Zentimeter breite Streifen als wirkungsvoll erwiesen, die im Abstand von zehn Zentimetern aufgeklebt werden. Bei einem Zentimeter breiten Streifen sollte man nur fünf Zentimeter Abstand lassen.

UV-Markierungen sind keine besonders gute Lösung

Besonders schön sehen breite Streifen am Wintergarten nicht aus. Spezielle UVA-Markierungen, die sich mit Stiften auf die Scheibe aufgetragen lassen, können eine Lösung sein. Der Mensch erkennt die Zeichnungen kaum. Allerdings betont der LBV, dass diese Methode keine so gute Wirkung habe wie für Mensch und Tier deutlich sichtbare Aufkleber.

Grundsätzlich gilt: Scharfe Umrisse sind besser als ausgefranste, genauso wie ein farblicher Kontrast zum Hintergrund. Und damit der Vogel die Muster auch wirklich erkennt und nicht von Spiegelungen geblendet ist, müssen die Markierungen an der Außenseite der Scheibe angebracht werden. Der Nabu Bremen rät auch zu leicht nach außen geneigten Scheiben, ein Winkel von mindestens 20 Grad ist allerdings nötig. Das muss man dann beim Bau mitplanen. 

Sträucher in der Nähe helfen übrigens nicht. Im Gegenteil erhöht die Spiegelung sogar die Kollisionsrate.

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