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Fußboden: Parkett, Laminat, Kork oder Feinsteinzeug

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Parkett  

Der optimale Fußboden für jeden Raum

09.07.2012, 14:12 Uhr | rw, dpa-tmn

Fußboden: Parkett, Laminat, Kork oder Feinsteinzeug. Der richtige Fußboden: Parkett, Laminat oder Kork? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der richtige Fußboden: Parkett, Laminat oder Kork? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Fußboden muss einiges aushalten: Tritte, schwere Möbel, schleifende Füße, kratzende Absätze, spielende Kinder und dann auch noch Nässe und Sonneneinstrahlung. Und die Anforderungen an den Fußboden variieren je nach Zimmer sehr stark. Braucht man im Kinderzimmer vor allem einen strapazierfähigen Fußboden ist im Wohnzimmer die Optik wichtiger. Welcher Belag ist also der richtige für das welches Zimmer? Parkett oder Laminat, Kork oder Feinsteinzeug?

Der richtige Fußboden: Auswahlkriterien

Wer auf der Suche nach einem neuen Fußbodenbelag für Haus oder Wohnung ist, wird sich einerseits natürlich von seinem Geschmack leiten lassen. Andererseits muss man sich auch genau überlegen, welche Eigenschaften der Belag haben sollte. Wie belastbar und wie pflegeleicht soll er zum Beispiel sein? Was für den Flur optimal ist, muss nicht unbedingt fürs Kinderzimmer geeignet sein. Nicht zuletzt spielen auch die mitunter stark variierenden Kosten eine Rolle.

Parkett: Ein hochwertiger, langlebiger, aber auch teurer Fußboden

Parkett sieht schick aus und lässt sich mit fast jedem anderen Material im Haus gut kombinieren. "Es ist langlebig, belastbar, natürlich, umweltfreundlich und pflegeleicht und verbreitet Wärme und Behaglichkeit", wirbt der Vorsitzender des Verbandes der deutschen Parkettindustrie Ralph Plessmann. "Es ist der einzige Bodenbelag, der durch mehrfache Renovierung jederzeit wieder in Form gebracht werden kann - auch bei starker Beanspruchung."

Mehr als 50 verschiedene Holzsorten werden zu Parkett verarbeitet, so dass ein breites Farbspektrum, unterschiedliche Härtegrade und verschiedene Preisklassen im Handel sind. Sogar im Badezimmer ließe sich Parkett verlegen, sagt Plessmann. "Dafür eignen sich aber nur solche Holzarten, die auch bei hoher Feuchtigkeit nicht zum Quellen neigen, zum Beispiel Doussie, Merbau oder Teakholz." Nach jeder Dusche oder jedem Bad müssten aber die Wassertropfen vom Boden entfernt werden. Wegen des hohen Pflegeaufwands ist Parkett im Badezimmer also nur etwas für wahre Liebhaber.

Klassische Einsatzgebiete von Parkett sind hingegen Wohn- und Schlafzimmer. "Es sollten Räume sein, die pflegsam genutzt und nicht übermäßig strapaziert werden", erklärt Michael Pommer von der Deutschen Heimwerker Akademie in Köln. "Im Flur hingegen kann das Parkett je nach Holzart schnell zerkratzen." Hier wiederum offenbart sich aber auch ein Vorteil dieses Bodenbelags: Anders als zum Beispiel Laminat lassen sich Gebrauchsspuren wie Kratzer oder andere Macken wieder ausbessern. Man kann das Parkett abschleifen und wieder aufarbeiten ohne gleich einen neuen Boden verlegen zu müssen. Mit dem richtigen Werkzeug, das man sich im gut sortierten Baumarkt leihen kann, geht das auch in Eigenregie.

Parkett in guter Qualität kann allerdings sehr teuer sein. "Die Preise pro Quadratmeter sind zwar sehr unterschiedlich, liegen bei Echtholz aber durchschnittlich zwischen 80 und 150 Euro." Anders als etwa das schon im Einkauf deutlich günstigere Laminat, muss Parkett außerdem vom Fachmann verlegt werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Wie Laminat und Kork sollte auch Parkett nur nebelfeucht gewischt werden, weil der Boden sonst aufquillen könnte.

Laminat ist eine günstige Alternative zum Parkett-Fußboden

Wer einen Holz-Look für seinen Boden favorisiert, aber nicht so viel wie für ein Parkett ausgeben will, kann auf das günstigere Laminat zurückgreifen. "Doch auch wenn es aussieht wie Holz, handelt es sich um reinen Kunststoff, in den das Fotopapier mit dem abfotografierten Holz eingearbeitet wird", erläutert Pommer den Unterschied zum Parkett.

Der Preis liege bei bis zu 50 Euro pro Quadratmeter. Damit ist es deutlich günstiger als Parkett, was wohl seine große Beliebtheit erklärt. Auch beim Einbau können Kosten gespart werden, weil man Laminat selbst verlegen kann.

"Laminat wird im Allgemeinen als laut und kühl beschrieben, bekommt häufig Quellungen an den Fugen durch zu feuchte Reinigung und bricht leicht aus, wenn etwas drauf fällt", gibt Bertram Abert zu bedenken. Der Vorsitzende der Bundesfachgruppe Estrich und Belag im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes warnt, dass sich billige Laminatbeläge schnell abnutzten und nicht renoviert werden könnten. Eine Aufarbeitung wie beim Parkett ist also nicht möglich.

Kork: Schallisolierender Natur-Fußboden fürs Kinderzimmer

Es gibt aber auch Räume, für die sind weder Parkett noch Laminat die optimale Lösung. Für Kinderzimmer eigne sich zum Beispiel viel besser ein Korkfußboden, so Heimwerker Pommer. "Da Kork weich ist und den Boden von unten isoliert, ist er nicht so kalt an den Füßen wie Fliesen oder Laminat.

Außerdem schluckt er viele Geräusche, wenn die Kinder beispielsweise mit Bauklötzen spielen." Gerade in Mehrfamilienhäusern ist das ein wichtiges Argument, um Streit mit den Nachbarn, die über oder unter der eigenen Wohnung leben, zu vermeiden.

Die Kosten für so einen Korkboden liegen abhängig von der Qualität bei etwa 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter, wenn man eine edlere Variante wählt bei rund 40 bis 50 Euro pro Quadratmeter. Anders als Laminat handelt es sich bei Kork um ein reines Naturprodukt, das bei der Verwertung der Rinde der Korkeiche oft als Abfallprodukt anfällt. "Zur Herstellung eines Kork-Fußbodenbelags werden die Reste der Korkverwertung gepresst und geklebt", erklärt Fußboden-Experte Abert. Ein geschickter Heimwerker kann den Kork-Fußboden selbst verlegen.

Ein Fußboden aus Feinsteinzeug: Edle Optik zum günstigen Preis

Wer eine glatte Oberfläche wünscht und wem auch die Optik teurerer Materialien wie Granit oder Marmor vorschwebt, sollte auf das sogenannte Feinsteinzeug zurückgreifen. "Das besteht aus hochverdichteter und gepresster Keramik und hat etliche Vorzüge", sagt Abert. "Es ist sehr strapazierfähig, abrieb- und wasserfest, kann auch im Freien verlegt und mit dem Schrubber gewischt werden."

Wegen der Verbindung von edler Optik, hoher Strapazierfähigkeit sowie einfacher Pflege und Reinigung eignet sich Feinsteinzeug im Innenbereich vor allem für den Flur. Im Außenbereicht kann es zum Beispiel als Terrassenuntergrund genutzt werden.

Der Preis für einen Quadratmeter Feinsteinzeug-Fliesen liegt zwischen 20 und 80 Euro. Damit ist der edle Look zu einem recht günstigen Preis zu haben. Allerdings ist dieser Bodenbelag recht hart und fußkalt. Hobby-Heimwerker, die Feinsteinzeug selbst verlegen möchten, stoßen schnell an ihre Grenzen. "Es ist nicht so einfach zu verarbeiten und in Eigenregie zu verlegen", sagt auch Heimwerker-Spezialist Pommer. Wer sich das nicht zutraut, muss zum Quadratmeterpreis noch den Aufschlag für den Handwerker hinzurechnen.

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