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Putzstellen ausbessern: Mit diesen Tipps richtig verspachteln

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Geeignete Spachtelmasse kaufen  

Löcher und Risse in der Wand richtig verschließen

24.07.2017, 09:21 Uhr | hadiet, dpa-tmn, t-online.de

Putzstellen ausbessern: Mit diesen Tipps richtig verspachteln. Ein Loch wird verputzt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/VIPDesignUSA)

Mit ein paar Kniffen wird das Loch unsichtbar. (Symbolbild) (Quelle: VIPDesignUSA/Thinkstock by Getty-Images)

Abgefallener Putz oder alte Dübel- und Bohrlöcher stören schnell die Optik der schönen, weißen Wand. Auch beim Auszug, wenn alle Regale und Bilder abgehängt sind, gleicht so manche Wand einem löchrigen Käse. Was nun? Wir verraten Ihnen, wie Sie Risse und Löcher schnell und sauber wieder verschließen und welche Füllmaterialien für welchen Zweck geeignet sind – die besten Tipps zum Spachteln und Verfüllen.

Spätestens bei den Renovierungsarbeiten müssen kleine Risse und Löcher in Putz und Mauerwerk verschlossen werden, denn sie sehen nicht nur unschön aus, sondern lassen sich auch nicht einfach unbehandelt übertapezieren. Bevor aber munter drauf los gespachtelt wird, müssen erst einmal Art und Ursache der Fehlstelle erkannt werden.

Der richtige Spachtel

Für das Verputzen von Löchern und Wänden ist der richtige Spachtel wichtig. Dabei ist die die Auswahl im Baumarkt sehr groß: So gibt es Modelle mit starrem und mit flexiblem Blatt. Wollen Sie zum Beispiel Unebenheiten der Wand auffüllen, sollte das Blatt biegsam und flexibel sein. Benötigen Sie allerdings einen Spachtel zum Entfernen von alten Schichten auf einer Oberfläche – wie Tapeten oder Putze – sollte das Blatt besser starr sein und folglich nicht nachgeben, wenn es auf den Widerstand trifft.

Innen oder Außen

Je nachdem, um welchen Schaden es sich handelt, kommen unterschiedliche Füllstoffe und Werkzeuge zum Einsatz. Dabei sind grundsätzlich Fehlstellen im Außenbereich vom Innenraum zu unterscheiden. Da Mauerwerk und Putz im Außenbereich dem Wetter ausgesetzt sind, dürfen hier nur wasserfeste Putze zum verwendet werden.

Haarriss oder Dübelloch

In der Regel handelt es sich bei schadhaften Stellen um feine Haarrisse oder alte Dübel- und Nagellöcher. Diese lassen sich im Idealfall überstreichen und im Innenbereich auch übertapezieren. Die Farbe oder Tapete verdeckt dann einfach die kleinen Schäden. Besser ist es aber, die Löcher zu verschließen. Dazu eignet sich am besten Instant-Gips, der im Baumarkt fertig angerührt in der Tube mit Spritzaufsatz erhältlich ist. Da Instantgips beim Trocknen an Dichte verliere, müsse der Heimwerker allerdings nach einiger Zeit eine zweite Schicht auffüllen, rät Michael Pommer von der Heimwerkerschule DIY Academy in Köln.

Zahnpasta schließt Löcher im Notfall

Wenn es schnell gehen muss – beispielsweise bei einem Auszug – kann man die Löcher auch mit einem Klecks Zahnpasta verschließen. Allerdings hält Pommer nichts von dieser Lösung. "Das ist Pfuscharbeit, eine rein optische Geschichte", erklärt er. Auch von Kaugummi als Füllmaterial warnt der Bautechniker: "Das ist unhygienisch und das schlechteste, was man machen kann." Denn Kaugummi ist ein Lebensmittel, über das sich mit der Zeit Schimmel und andere Pilze ausbreiten können. Das Material trockne zudem aus und könne reißen. Solange der Kaugummi klebrig ist, ziehe er Schmutz an – "dann hat man irgendwann einen braunen Fleck an der Stelle", erklärt Pommer weiter.

Sind die Schäden doch zu groß, kann man sie im Innenbereich mit Gipsputzen oder vorgefertigter Spachtelmasse verschließen. Der Bautechniker rät zu einer sogenannten Zwei-Komponenten-Knetmasse. Der Nachteil: Das Harz in der Knete könne die Haut reizen. Pommer rät daher: "Bei der Verarbeitung sollten Latexhandschuhe getragen werden." Knete und Gips können später wieder angebohrt werden.

Von Zement hingegen rät er ab: "Zementputz ist immer dunkelfarbig und grobkörnig. Es kann Probleme beim Übermalen geben." Wandfarbe könne den dunklen Zement unter Umständen nicht überdecken und seine körnige Oberfläche steche an einer glatten Wand hervor. Für den Außenbereich ist Zementmörtel hingegen eine gute Wahl.

Dehnungsfugen elastisch verfüllen

Für Fugen im Innenbereich zwischen angrenzenden Bauteilen, wie etwa beim Anschluss einer Trockenbauwand an einen Fachwerkbalken, muss eine elastische Fugenmasse verwendet werden. Das kann beispielsweise Acryl sein, dass über eine Pistolenvorrichtung in die Spalten gepresst wird. Damit bleiben Fugen auch bei leichten Bewegungen der Bauteile geschlossen. Wer die Acryl-Fuge mit der passenden Wandfarbe überstreichen möchte, sollte auf die ausgewiesene Anstrichverträglichkeit achten. Allerdings muss auch die Wandfarbe elastische Eigenschaften vorweisen, sonst reißt sie später im Bereich der Fuge. Wer bei der Auswahl der Produkte unsicher ist, erkundigt Sie sich am besten bei geschultem Fachpersonal.

Wasserfeste Materialien für Nassbereiche

Handelt es sich um Fugen im Bad zwischen Fliesen, Wand und Sanitärobjekten, sollten Sie mit Silikon arbeiten. Das lässt sich zwar nicht überstreichen, ist aber wasserdicht und verhindert so Schäden durch eindringendes Wasser in der Wand. Zum Abziehen der Fuge kann man den Finger verwenden, der zuvor mit Seifenwasser benetzt wird. Ohne dieses "Schmiermittel" bleibt das Silikon an Finger oder Spachtel kleben.

Für Löcher und fehlende Putzstücke im Bad sollten Sie unbedingt Zementputz verwenden. Gipsputz saugt Wasser auf und kann bei dauerhafter Durchfeuchtung zu Schimmelbildung führen. Außerdem wird Gips durch ständige Feuchtigkeitsbelastung mit der Zeit mürbe.

Wenn sich Risse verändern

Wenn sich ein ausgebesserter Riss wieder öffnet, oder Schadstellen so breit sind, dass sie nicht einfach gespachtelt werden können, sollten Sie einen Fachmann zu Rate ziehen. Denn dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um Setz- oder Spannungsrisse in der Konstruktion. Kontaktieren Sie dafür einen Maurer oder Malermeister oder aber einen Sachverständigen für Bauschäden, der sich ebenfalls bestens mit Rissbildern an Wänden und Decken auskennt.

Schlimmstenfalls kann es sich um ein statisches Problem in der Konstruktion handeln, das professionell behoben werden muss. Um das zu prüfen, setzt der Profi sogenannte Gipsmarken auf den Riss. Dabei handelt es sich um kleine Gipskleckse oder -streifen, die dann über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Wird der Riss in der Gipsmarke immer deutlicher und größer, handelt es sich definitiv um ein anhaltendes, statisches Problem. Das kann zum Beispiel eine Wand sein, deren Fundament sich immer weiter absenkt. Dann sind Sanierungsmaßnahmen an der Oberfläche zwecklos und es muss ein Statiker zu Rate gezogen werden.

Farbe oder Vliestapete gegen Risse

Wenn Sie feine Risse mit Farbe überstreichen, achten Sie darauf, dass Sie keine spröden Farben verwenden. Mineralfarben haben keinerlei elastische Eigenschaften, daher eignen sie sich nicht zur Rissbeseitigung. Verwenden Sie hier lieber eine gute Dispersionsfarbe.

Bei empfindlichen und unebenen Wand- und Deckenflächen im Innenraum können Glasfasertapeten dazu beitragen, dass Putzflächen stabilisiert und Dübellöcher problemloser gebohrt werden können. Im Vergleich zu normalen Tapeten bestehen diese aus einem feinen Textilvlies, das gut haftende Eigenschaften hat und elastisch ist. Sie sind im Vergleich aber auch viel teuer als einfache Papier- oder Rauhfasertapeten.

Kalkputz selbst herstellen

Wer seinen ganz eigenen Putz anrühren möchte, muss gesiebten Sand und gelöschten Kalk im Verhältnis eins zu drei mischen. Dabei werden also drei Teile Sand mit einem Teil Kalk miteinander vermischt. Danach wird so viel Wasser hinzugegeben, bis sich eine verstreichbare Masse gebildet hat. Wem das zu aufwändig ist, der greift zu vorgefertigten Füllmassen und Fertigmischungen, denen nur noch Wasser hinzu zu fügen ist.

Das Wasser sollte langsam hinzugegeben werden, damit die Masse nicht zu flüssig wird. Damit das Ausbessern von Fugen und Löchern auch garantiert gelingt, haben wir für Sie zehn Tipps und Tricks zum Verputzen zusammengestellt.

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