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Kosten beim Hausbau sinnvoll senken – Tipps

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Beim Bauen nicht an der falschen Stelle sparen

13.06.2013, 09:01 Uhr | zuhause.de, dpa-tmn

Kosten beim Hausbau sinnvoll senken – Tipps. Das Eigenheim wird meistens teurer als ursprünglich geplant. (Quelle: imago/Chromorange)

Das Eigenheim wird meistens teurer als ursprünglich geplant. (Quelle: Chromorange/imago)

Der Traum vom eigenen Haus wird meistens teurer als ursprünglich geplant. Damit das Hausbau-Projekt nicht vollends das zur Verfügung stehende Budget sprengt, muss man ein paar Abstriche machen. Viele Häuslebauer setzen dabei auf Eigenleistung – eine riskante Entscheidung, die schon zahlreiche Bauherren an den Rand der körperlichen und seelischen Belastbarkeit gebracht hat. An welchen Stellen es sinnvollere Einsparmöglichkeiten gibt – diese Tipps machen den Hausbau günstiger.

Wer ein Haus bauen will, nimmt sich oft die Traumvillen aus Hochglanzprospekten zum Vorbild. "Und so haben viele schon lange vor Baubeginn klare Vorstellungen, welche noble Wanne ihr Bad zieren soll", weiß Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin. Doch das Budget gibt das meist nicht her.

Wenn das Traumhaus das Budget sprengt

Die Ernüchterung kommt auf der Bank: Die Kosten für das Wunschhaus und der mögliche Finanzrahmen passen nicht zueinander. Wer seinen Traum von den eigenen vier Wänden nicht beerdigen will, muss billiger bauen. "Dies ist durch kluge Planung ohne Qualitätsverlust leicht möglich", verspricht der Architekt und Fachbuchautor Thomas Drexel aus Augsburg.

Eigenleistung am Bau nicht überschätzen

So mancher Bauherr setzt beim Sparen auf Eigenleistung. Immerhin kann man nach Berechnungen des Bauherrenschutzbundes beim Bau eines Einfamilienhauses zwischen 10.000 und 25.000 Euro sparen, indem man einige Arbeiten selber durchführt. Die Kehrseite dieser so genannten "Muskelhypothek": Dafür muss man mehrere hundert Stunden auf der Baustelle schuften – neben dem eigentlichen Job und all den anderen Alltagsverpflichtungen. Das schaffen nur die wenigsten.

Außerdem kann sich Eigenleistung rächen, wenn man später Gewährleistungsansprüche geltend machen will. Dann lässt sich oft nicht mehr zweifelsfrei belegen, dass die Baufirma und nicht der Hausherr selbst gepfuscht hat und man bleibt auf seinen Kosten sitzen.

Gute Einsparmöglichkeiten hat man bei der Wahl des Grundstücks. Entscheidet sich der Bauherr für ein Grundstück mit 600 statt 800 Quadratmetern, kann er laut Bausparkasse Schwäbisch Hall abhängig vom Quadratmeterpreis bis zu 30 000 Euro sparen. Auch auf ein kleines Grundstück mit 400 Quadratmetern kann ein Wohnhaus gut passen. "Bauherren sollten sich jedoch vorher den Bebauungsplan genau anschauen", rät Drexel.

Bebauungsplan richtig deuten

Darin könne die Stadt einen Mindestabstand des Gebäudes zur Grundstücksgrenze vorschreiben und auch, wie viele Stockwerke zugelassen sind. Im schlimmsten Fall lasse sich das Haus mit den Wunschmaßen nur mit großem finanziellen Mehraufwand auf einem kleinen Grundstück realisieren, sagt der Architekt. Allerdings sind die Angaben im Bebauungsplan für Laien oft nur schwer verständlich. Wir erklären die wichtigsten Fachbegriffe im Bebauungsplan.

Stimmen muss die Umgebung. "Ein noch so preisgünstiges Grundstück ist an einer befahrenen Straße nicht unbedingt erste Wahl", findet Drexel. Auch sollten Bauherren die Entscheidung, wegen eines großen, aber preiswerten Grundstücks aufs Land zu ziehen, gut abwägen. Die Infrastruktur dort könne unzureichend und die Fahrt zur Arbeit zu lang sein. Und die höheren Fahrtkosten gehen ins Geld. Solche Faktoren sollten die Bauherren langfristig berechnen. Was man bei der Auswahl des Grundstücks beachten sollte.

Sparpotenzial bei der Größe

Die Kosten lassen sich auch am Haus selbst kappen. Die vielleicht wichtigste Regel beim Bauen mit kleinem Budget lautet: Nur so groß bauen, wie der Bedarf ist. "Das hört sich einfach und zwingend an, wird aber in sicherlich mehr als 90 Prozent der errichteten Wohnhäuser missachtet", sagt Drexel. Die Kosten sinken, wenn schon auf kleine Vor- und Rücksprünge wie Erker und Nischen verzichtet werde. Die kleinere Wohnfläche senke außerdem die Betriebskosten.

Mit Keller bauen oder sparen?

"Wer auf den Keller verzichtet, spart den Gegenwert eines Mittelklassewagens", sagt Reinhold-Postina. Für die Haustechnik wie Wärmepumpe oder Gasheizung brauche man diesen nicht. Dafür reiche ein kleiner Raum, eventuell unter dem Dach, so die Bauexpertin. Aber die Entscheidung gegen einen Keller lässt sich später nicht mehr revidieren.

Auch ebenerdige Räume, die als Kellerersatz Waschmaschine, Trockner, Heizung und Gartenmöbel beherbergen sollen, brauchen zusätzliche Grundfläche, warnt Reiner Pohl von der Initiative Pro Keller in Schwerin. Und diese koste ebenfalls Geld. "Die Mehrkosten für einen Keller liegen bei circa 300 Euro pro Quadratmeter."

Dachflächenfenster statt Gaube

Gutes Geld lässt sich auf dem Dach sparen: Statt einer Gaube können Dachflächenfenster verbaut werden. Das so Eingesparte kann laut Reinhold-Postina dem Gegenwert der Sanitärinstallationen entsprechen. Auch die Dacheindeckung birgt Sparpotenzial. Wer sich für traditionelle Falzziegel statt für edlen Schiefer entscheidet, verringere die Kosten um die Hälfte, sagt sie. Betondachsteine kosten im Vergleich zu Schiefer sogar nur ein Drittel.

Versteckte Kosten bei schlüsselfertigen Häusern

Selbst wer ein schlüsselfertiges Haus mit Grundstück vom Bauträger mit garantiertem Festpreis kauft, ist nicht vor Mehrkosten sicher, sagt Reinhold-Postina. Viele Leistungsbeschreibungen enthalten notwendige Arbeiten wie die Erschließung des Grundstückes nicht. Das könne zusätzlich 25.000 Euro ausmachen. Der VPB rät, vor Abschluss den Vertrag wegen der möglichen hohen finanziellen Risiken von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen zu lassen. Diese Nebenkosten fallen beim Hausbau immer an.

Vor Baubeginn müssen laut Drexel Bauherren exakt wissen, was das Eigenheim kosten darf. "An diese Vorgabe sollten sich Bauherren diszipliniert halten – auch wenn das ausgesuchte Designerbad noch so schön ist, und man sich einen Kamin oder eine Sauna schon immer gewünscht hat", rät der Architekt. Denn wird das Budget überschritten, kann das im schlimmsten Fall für den Bauherrn den finanziellen Ruin zur Folge haben.

Nicht beim Energiekonzept sparen

Die Kunst des Weglassens – und zwar des Weglassens unnötiger Elemente – ist der Schlüssel zum günstigen Bauen. Auf keinen Fall sollte der Rotstift beim Energiekonzept angesetzt werden, rät Drexel weiter. Denn in einem energieeffizienten Haus fallen über Jahrzehnte geringere Kosten für Heizung und Warmwasser an.

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