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Schornsteinfeger-Monopol gefallen: Bilanz ziemlich durchwachsen

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Schornsteinfeger-Monopol  

Bilanz nach Aus des Schornsteinfeger-Monopols

14.05.2013, 13:42 Uhr | zuhause.de, dpa-tmn

Schornsteinfeger-Monopol gefallen: Bilanz ziemlich durchwachsen. Für niedrigere Preise hat die freie Schornsteinfegerwahl bislang nicht gesorgt. (Quelle: dpa/Marcus Brandt)

Für niedrigere Preise hat die freie Schornsteinfegerwahl bislang nicht gesorgt. (Quelle: Marcus Brandt/dpa)

Lange Zeit war das Schornsteinfeger-Monopol Verbraucherschützern und auch vielen Hausbesitzern ein Dorn im Auge. Seit dem 1. Januar 2013 gilt nun freie Schornsteinfegerwahl für alle. Doch eine erste Bilanz des neuen Schornsteinfeger-Handwerkgesetzes (SchfHwG) fällt durchwachsen aus. Experten der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westphalen (VZ-NRW) und des Eigentümerverbands Haus & Grund geben Tipps, was Verbraucher nach dem Wegfall des Schornsteinfeger-Monopols beachten müssen.

Schornsteinfeger gelten als Glücksbringer. Viele Hausbesitzer empfanden ihren Bezirksschornsteinfeger aber jahrelang eher als ein notwendiges Übel. Der Grund ist denkbar einfach: Wegen des Schornsteinfeger-Monopols konnte man sich bis zum Jahreswechsel nicht selbst aussuchen, wer einem zum Kaminkehren aufs Dach steigt. Seit dem Wegfall des Schornsteinfeger-Monopols am 1. Januar 2013 ist das nun anders. Doch was hat die freie Kaminkehrerwahl den Verbrauchern wirklich gebracht? Zeit für eine erste Bilanz.

Neue Schornsteinfeger-Regeln bringen keine Ersparnis

Signifikant Kosten sparen können Hausbesitzer bislang jedenfalls nicht, stellt Stephan Langer vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks fest. Zwar würden die Preise nun vom Markt bestimmt, jedoch orientierten sie sich weitestgehend an den vorherigen Tarifen, so seine ernüchternde Bewertung. "Seit Januar sind die Schornsteinfegerkosten sogar leicht angestiegen", berichtet Langer. "Der Wettbewerb kommt nicht in Schwung", urteilt auch die VZ-NRW.

Nicht immer darf man seinen Schornsteinfeger frei wählen

Seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes können Hausbesitzer nun entscheiden, welchen Schornsteinfeger sie beauftragen, wenn es um Emissionsmessungen, Kehr- und Reinigungsarbeiten sowie die Prüfung der Abgaswege geht. "Bestimmte Dienstleistungen wie Feuerstättenschau, die Feuerstättenabnahme und das Ausstellen des Feuerstättenbescheids verbleiben als hoheitliche Aufgabe bei den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegern", erklärt Langer die Grenzen der neuen Wahlfreiheit.

"Der Feuerstättenbescheid listet alle Aufgaben nebst Fristen, die bis zur nächsten Feuerstättenschau rund um Heizung, Kamin und Ofen zu erledigen sind, auf", ergänzt die Verbraucherzentrale. Die dort aufgeführten Arbeiten fach- und fristgerecht ausführen zu lassen sei nun Sache der Hauseigentümer. "Sie müssen dafür sorgen, dass die Arbeiten pünktlich erledigt werden und damit einen Schornsteinfeger ihrer Wahl beauftragen", heißt es bei der VZ-NRW.

Bei Verstößen drohen Hausbesitzern saftige Bußgelder

Der Hauseigentümer hat durch die Gesetzesänderung also häufig sogar mehr Aufwand: Er muss sich nun selbst um die Einhaltung sämtlicher Wartungsfristen kümmern. "Vor der Neuregelung war es so, dass der Bezirksschornsteinfegermeister auf notwendige Arbeiten hingewiesen und Termine festgesetzt hat", erklärt auch Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund.

Zudem muss der Hauseigentümer nun Formblätter ausfüllen und diese seinem Bezirksschornsteinfeger als Nachweis schicken. "Bei nicht rechtzeitiger Ausführung der nötigen Arbeiten handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 5000 Euro geahndet werden kann", warnt Happ. "In den meisten Fällen wird der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger jedoch unbürokratisch auf das Versäumnis hinweisen – und bei Bedarf selbst tätig werden", versucht Andreas Kramer vom Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger (ZDS) zu beruhigen.

Viele Schornsteinfeger bieten Wartungsverträge an

Die regelmäßigen Arbeiten bieten nun viele Bezirkszuständige im Rahmen von Wartungsverträgen an. "Diese angebotenen Verträge sollte man zunächst gründlich prüfen, bevor man sie abschließt", rät Happ. Allzu langfristig binden solle man sich erst einmal nicht. Schließlich sei noch völlig unklar, wie sich die Preise in Zukunft entwickeln werden.

Wie groß etwaige Einsparpotenziale ausfallen werden, hängt davon ab, wie sich der Markt entwickeln wird. "Je größer die Konkurrenz, desto mehr wird der Markt sich verändern", prognostiziert Happ. Auch günstige Schornsteinfeger aus dem EU-Ausland können in grenznahen Gebieten eine Alternative sein. Während man in Ballungsräumen eine größere Auswahl an Betrieben hat, ist die Situation auf dem Land schwieriger. Hier sucht man häufig vergeblich nach Alternativen zum Bezirksschornsteinfeger.

Geeigneten Schornsteinfeger finden

Verbraucher können unter anderem über die Schornsteinfegerdatenbank des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) nach geeigneten Fachkräften für die Kaminreinigung und -wartung suchen. Ein Vergleich kann sich lohnen, da die Preise individuell ausgehandelt werden können. In Zukunft wird sich nach Einschätzungen von Experten die Anzahl der Betriebe noch vergrößern und mit ihr das erzielbare Einsparpotenzial.

Der Schornsteinfeger-Markt entwickelt sich erst langsam

Das liegt auch daran, dass nun auch Sanitärbetriebe (SHK) nach einer entsprechenden Weiterbildung, Prüfung und Genehmigung einzelne Leistungen übernehmen dürfen, die vormals dem Schornsteinfeger vorbehalten waren. Wichtig bei der Beauftragung eines Schornsteinfeger- oder SHK-Betriebs ist es, dessen Berechtigung zu prüfen. Hüten müssen sich die Hausbesitzer vor Abzockern und schwarzen Schafen.

"Einer der wenigen Negativfaktoren der Öffnung des Marktes ist der Missbrauch", warnt Stephan Langer. "Vorsicht vor falschen Schornsteinfegern!" In der BAFA-Datenbank sind nur Fachfirmen gelistet, welche die notwendigen Qualifikationen mitbringen. In der Datenbank sind allerdings nicht alle Betriebe erfasst. Alternativ kann ein Anruf bei der zuständigen Handwerkskammer weiterhelfen.

Expertentipps zum neuen Schornsteinfeger-Handwerkgesetz (SchfHwG)

Auch die Verbraucherzentrale Nordrheinwestphalen hat sich intensiv mit den neuen Regelungen und dem nun offenen Schornsteinfegermarkt auseinandergesetzt. Die Verbraucherschützer geben Tipps, worauf Sie nach dem Wegfall des Schornsteinfeger-Monopols jetzt achten müssen.

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