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FI-Schutzschalter: der wirksamste Schutz gegen tödlichen Stromschlag

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Achtung Lebensgefahr!  

FI-Schutzschalter sind der wirksamste Schutz vor einem Stromschlag

15.09.2016, 15:25 Uhr | rw, zuhause.de, ots

FI-Schutzschalter: der wirksamste Schutz gegen tödlichen Stromschlag. Nur ein Fehlerstromschutzschalter schützt zuverlässig vor einem lebensgefährlichen Stromschlag. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nur ein Fehlerstromschutzschalter schützt zuverlässig vor einem lebensgefährlichen Stromschlag. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die ganz normale Haussicherung schützt nicht vor einem lebensgefährlichen Stromschlag, sondern lediglich die Leitungen vor Überlastung. Um Personen vor Stromunfällen zu schützen, muss zusätzlich ein FI-Schutzschalter installiert sein. Wann Sie einen FI-Schutzschalter installieren müssen, wie die Sicherung funktioniert und was das Nachrüsten kostet. Das sind die größten Strom-Gefahren im Haushalt.

"Ein FI-Schutzschalter ist der mit Abstand wirksamste Schutz gegen einen tödlichen Stromschlag." Darauf weisen der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und die Aktion Das sichere Haus (DSH) hin. Der unscheinbare Apparat überwacht die Stärke der Ströme, die zum elektrischen Gerät und von ihm zurück fließen.

So funktioniert der FI-Schutzschalter

"Bei einem intakten elektrischen Gerät haben diese Ströme die gleiche Stärke", erklärt DSH-Geschäftsführerin Dr. Susanne Woelk. "Berührt dagegen ein Mensch ein ungenügend isoliertes Gerät, fließt durch seinen Körper ein mehr oder weniger starker Strom zur Erde. Es gibt eine Differenz zwischen zu- und abfließendem Strom." In einem solchen Fall unterbricht der FI-Schutzschalter blitzschnell den Stromkreis.

Warum die gewöhnliche Sicherung nicht ausreicht

FI-Schutzschalter, oft auch als RCD (residual current device; deutsch: Reststromschutzgerät) bezeichnet, unterbrechen den Stromkreis je nach Art bereits bei einer Stromstärkendifferenz von 30 oder sogar schon bei 10 Milliampere (mA). "Für den Personen-, Sach- und Brandschutz sowie den zusätzlichen Schutz bei direktem Berühren werden FI-Schutzschalter mit einem Bemessungsfehlerstrom von maximal 30 mA eingesetzt", erklärt Jürgen Ripperger vom Prüf- und Zertifizierungsinstitut des Verbands der Elektrotechnik (VDE).

"FI-Schutzschalter mit einem Bemessungsfehlerstrom von 10 mA finden bevorzugt Verwendung in sensitiven Bereichen." Das seien beispielsweise Feuchträume wie das Badezimmer, erklärt der VDE-Experte. "Generell gilt: je niedriger der Ampere-Wert, umso schneller erfolgt die Abschaltung." Als Faustformel könne man den mA-Wert mit 0,8 multiplizieren, und erhalte als Ergebnis die Abschaltzeit in Millisekunden.

Zum Vergleich: Die herkömmliche Haushaltssicherung reagiert erst bei einer Stromstärke von 16 oder mehr Ampere und braucht entsprechend länger, bis sie den Stromkreis unterbricht. Damit schützt sie zwar die Leitung vor einer anhaltenden Überlastung und beugt beispielsweise Kabelbränden und Überspannungsschäden vor. Um Menschen vor lebensgefährlichem Stromschlag zu schützen, reagiert sie aber viel zu träge. Fehlerstromschutzschalter reagieren laut Ripperger eine Abschaltzeit von unter 40 Millisekunden.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird übrigens hin und wieder zwischen FI- und den schneller auslösenden DI-Schutzschaltern unterschieden. In den Errichtungsbestimmungen für elektrische Anlagen würden Fehlerstrom-Schutzschalter jedoch einheitlich unter einem übergeordneten Begriff "RCD" geführt, so Ripperger. "Eine Differenzierung zwischen FI, DI oder speziellen Bauformen wird nicht mehr vorgenommen", so der VDE-Experte.

FI-Schutzschalter sind in vielen Fällen Vorschrift

Dass RCD Leben retten können, ist auch dem Gesetzgeber nicht verborgen geblieben. "Seit Februar 2009 muss in jedem neu eingebauten Steckdosen-Stromkreis auch ein FI-Schutzschalter stecken, bereits seit 1984 sind die Schutzschalter für Feuchträume in Neubauten Pflicht", informiert die DSH. Seitdem haben sich tödliche Stromunfälle in Deutschland laut Statistischem Bundesamt mehr als halbiert. Eine gefährliche Gesetzeslücke ließ man allerdings offen. "Eine Nachrüstpflicht für ältere Anlagen gibt es derzeit nicht", berichtet Ripperger.

Nachrüsten eines FI-Schutzschalters

Sinnvoll ist das Nachrüsten aber trotzdem allemal. "GDV und DSH raten Besitzern älterer Häuser und Wohnungen die Sicherungen in der Hauselektrik zu überprüfen und FI-Schutzschalter nachzurüsten", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Organisationen. Meistens sei das nicht mit hohem Aufwand oder hohen Kosten verbunden.

Die Installation sollte immer ein Fachmann übernehmen. "Die Installation ist erdenklich einfach", berichtet auch Elektroinstallateursmeister Marco Molles. "Der FI-Schutzschalter wird in der Hausverteilung (dem Sicherungskasten) zusätzlich eingerastet und verkabelt." Es müssten dafür keine Leitungen neu verlegt und somit weder gebohrt noch Wände aufgestemmt werden, so der Fachmann. In der Regel sei ein nachträglicher Einbau in einer halben bis einer Stunde erledigt. Die Initiative Elektro+ empfiehlt, Stromkreise der Steckdosen von jenen für den Lichtstrom zu trennen. Denn schaltet ein FI-Schalter den Steckdosenstrom ab, bleiben die Leuchten im Haus noch an.

Es lassen sich auch einzelne Stromkreise und Steckdosen nachträglich absichern, betont Ripperger. "Hier bieten sogenannte PRCD-S Fehlerstromschutzschalter die höchstmögliche Sicherheit." Diese mobilen FI-Schutzschalter würden einfach zwischen Stromverbraucher und Steckdose gesteckt. "Diese Art von Fehlerstromschutzschalter bietet gegenüber dem fest installierten FI-Schutzschalter eine erweiterte Sicherheit, da er nicht nur Fehler im angeschlossenen Elektrogerät, sondern auch im speisenden Netz erkennt", so der VDE-Experte.

Mieter dürfen FI-Schutzschalter auf eigene Kosten nachrüsten

Mieter einer Altbauwohnung, die noch nicht mit einem FI-Schutzschalter ausgerüstet ist, können für das Nachrüsten übrigens nicht ihren Vermieter in die Pflicht nehmen. Da es generell keine gesetzlichen Nachrüstpflichten gibt, sondern nur neu installierte Stromkreise mit FI-Schutzschaltern gesichert werden müssen, können auch Vermietern keine weiter reichenden Pflichten auferlegt werden.

Ist der Mieter aber bereit, zugunsten seiner eigenen Sicherheit die Kosten für den Einbau zu übernehmen, sollte er zuvor zwar den Vermieter um Erlaubnis bitten, der wiederum darf seine Zustimmung dann aber nicht grundlos verweigern. Eine solche Duldungspflicht des Vermieters gegenüber Modernisierungen durch den Mieter erklärte unter anderem das Landgericht Berlin 2002 für rechtens (Az.: 64 S 355/0).

FI-Schutzschalter regelmäßig kontrollieren

Wirksamen Schutz bietet aber natürlich nur ein intakter FI-Schutzschalter. Deshalb sollte man ihn auch nach dem Einbau regelmäßig kontrollieren. "Als regelmäßige Überprüfung zur Sicherheit reicht ein Druck auf den Prüfknopf des FI-Schalters im Sicherungskasten", so Woelk. "Diese Prüfung sollte mindestens einmal im Monat durchgeführt werden."

Wer gar nicht weiß, ob der eigene Haushalt bereits durch einen FI-Schutzschalter gesichert ist, kann dies leicht durch einen Blick in den Sicherungskasten feststellen. Der Schalter ist als "FI-Schutzschalter" oder "RCD" beschriftet und darüber hinaus leicht am Prüfknopf zu erkennen.

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