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Risse in der Wand: Ursachen und Maßnahmen

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Keine Panik bei Rissen in der Wand

27.08.2014, 15:01 Uhr | zuhause.de, dpa-tmn

Risse in der Wand: Ursachen und Maßnahmen. Kleine Risse in der Wand sind meist harmlos. (Quelle: dpa/Andrea Warnecke)

Kleine Risse in der Wand sind meist harmlos. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa)

Wenn man an seinem neuen Haus Risse entdeckt, liegt der Verdacht nahe, dass beim Bau gepfuscht wurde. Risse in den Wänden sind erst einmal beängstigend, scheint doch die Bausubstanz ernsthaft geschädigt. Doch meist sind die vermeintlichen Schäden harmlos. Unschön sind sie trotzdem. Wie man harmlose und gefährliche Risse unterscheidet und was man tun kann, um sie verschwinden zu lassen. Oft genügen einfache Maßnahmen.

Kleine Risse im Putz sind meist nur ein optisches Problem. Zeigen sich größere Spalten im Putz, muss man genauer hinsehen. Dann könnte tatsächlich ein Baumangel die Ursache sein. In Wohnungen treten am häufigsten oberflächliche Risse in den Ecken auf, die durch die Bewegungen der Bauteile entstehen. Wirklich problematisch sei dies nicht, weiß Sandra Queißer, Leiterin des Berliner Regionalbüros des Verbandes Privater Bauherren (VPB). "Diese Risse haben keine Auswirkungen auf die Statik und lassen sich leicht mit einer Acrylfuge schließen", erklärt die Diplom-Ingenieurin.

Haarrisse sind meist unproblematisch

Als Faustformel gilt: Haarrisse sind gewöhnlich nicht gefährlich, so lange ihre Breite 0,2 Millimeter nicht übersteigt. Sie sind im Neubau nahezu unvermeidlich, weil die verbauten Materialien noch arbeiten, das Haus sich noch setzt oder der Putz noch trocknen muss.

Auf Sand- und Kiesböden setzen sich Neubauten schon nach einigen Monaten. Auf Ton- und Lehmböden kann der Vorgang Jahrzehnte dauern. "Dabei sinkt der Bau noch einige Millimeter und presst das Wasser allmählich aus dem Boden", erklärt Michael Höllrigl von den Baugewerblichen Verbänden Nordrhein-Westfalen. Ist etwa an einer Stelle noch hartes Gestein eingeschlossen, gibt der Boden nicht gleichmäßig nach. Schon eine geringe Schiefstellung könne Risse im gesamten Bauwerk verursachen.

Setzt sich der Bau gleichmäßig um 10 bis 15 Millimeter, sei dies kein Problem, sagt Michael Heide. Aber auch lange nach der Fertigstellung können noch Risse entstehen, etwa wenn ein Neubau mit Tiefgarage tiefer gegründet wird als der Altbau daneben.

Bei größeren Rissen muss man handeln

Grundsätzlich sind zwei Arten von Rissen zu unterscheiden: "Es gibt putzbedingte Risse und putzgrundbedingte Risse, die von der tragenden Konstruktion herrühren", erläutert Diplom-Ingenieur Michael Heide vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB). Ursachen für letztere könnten etwa Probleme im Fundament sein oder Verformungen. Denen gilt es, auf den Grund zu gehen.

Sind die entstandenen Risse breiter als 0,2 Millimeter, sollte man einen Fachmann hinzuziehen, der den Riss untersucht, um seine Ursache zu finden. Schrumpf- oder Schwindrisse etwa entstehen häufig, wenn in der prallen Sonne verputzt wird. "Trocknet der Putz zu schnell, zieht er sich zusammen und reißt", erklärt Sandra Queißer. Die netzförmigen Risse entstehen aber auch, wenn das unterm Putz liegende Baumaterial sich noch zusammenzieht. Vor allem bei Betonbauten sollte man vorm Verputzen ein paar Wochen abwarten, rät Michael Höllrigl.

Spannungsrisse vermeiden

Auch Spannungen zwischen Bauteilen können Risse verursachen. "Sie entstehen zum Beispiel durch unsachgemäße Umbauten", erklärt Sandra Queißer vom VPB. Ein klassisches Beispiel ist die nichttragende Innenwand. Sie soll zwar die Last der Decke nicht abfangen, muss aber gelegentlich doch einen Teil des Gewichts tragen. Dafür ist sie aber nicht berechnet und bekommt deshalb Risse. Dem beugt man vor, indem man sie mit Schaumstoff oder einem elastischen Band vom tragenden Mauerwerk entkoppelt.

Für die Ursachenforschung ist es mitunter auch notwendig, den Riss über eine bestimmte Zeit zu beobachten. Gipsmarken zeigen, wie sich der Riss auf Dauer verhält. So kann man sehen, in welche Richtung die Entwicklung geht und ob eine Maßnahme erfolgreich war.

Nur in seltenen Fällen deuten Außenputzrisse auf eine Gefährdung der Standfestigkeit eines Baus hin, versichert Michael Heide. Statische Risse könnten saniert werden, bei dynamischen Rissen im Putzuntergrund, die sich etwa durch ständige Erschütterungen des Bodens in der Nähe stark befahrener Straßen oder an Bahnschienen immer wieder bewegen, sei dies schwieriger.

Kleine Schäden in der Fassade reparieren

Sanieren muss man sie an der Außenfassade auch bei kleinen Rissen, damit kein Wasser eindringt: "Im Winter, wenn das Wasser gefriert, platzt der Putz dann auf", warnt Michael Höllrigl. Wie sich Haarrisse in der Wohnung beheben lassen, erklärt Ingenieurin Queißer: "Da kann man einfach drüberspachteln." Stärkere Risse müsse man zunächst mit einem Spachtel ausweiten, grundieren und mit einer ersten Putzschicht versehen. "Darauf legt man ein Gewebe oder Malervlies, das den Putz überbrückt, spachtelt noch mal Putz drauf und schleift das Ganze schließlich noch ab."

Rissen im Haus vorbeugen

Schützen vor Rissen kann sich der Bauherr nur durch Sorgfalt bei der Planung, weiß Reimund Stewen vom VPB. Verwendet man in der in der Oberflächenbeschichtung verschiedene Materialien sollte man eine Fuge als "Sollbruchstelle" einplanen. Ein Baugrundgutachten gibt Aufschluss über die Bodenbeschaffenheit und weist frühzeitig auf mögliche Probleme im Untergrund hin, die zur Bildung von Rissen führen können.

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