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Einbrecher im Haus: Verhaltenstipps für zwei Szenarien

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So verhalten Sie sich laut Polizei richtig  

Was tun, wenn Einbrecher im Haus sind?

12.12.2016, 10:18 Uhr | rw, t-online.de

Einbrecher im Haus: Verhaltenstipps für zwei Szenarien. Die Polizei empfiehlt ein defensives Verhalten, wenn man Einbrecher im Haus bemerkt. (Quelle: imago/Westend61)

Die Polizei empfiehlt ein defensives Verhalten, wenn man Einbrecher im Haus bemerkt. (Quelle: Westend61/imago)

Dieses Szenario macht uns allen Angst: Merkwürdige Geräusche im Haus lassen einen nachts aufschrecken. Aus banger Sorge wird dann zunehmend Gewissheit: Jemand Fremdes befindet sich im Haus – ein Einbrecher. Wie soll man sich nun verhalten?

Keinesfalls sollte man die offene Konfrontation suchen. "Die kriminalpolizeiliche Empfehlung ist Passivität", stellte Kriminalhauptkommissar Dr. Dirk Struckmeier im Expertenchat Einbruchschutz klar. "Schließen Sie sich und ihre Familie in einem der Schlafzimmer ein und rufen Sie 110 an." Außerdem solle man lautstark auf sich aufmerksam und das Licht anmachen.

Informieren Sie sich, in welchen deutschen Städten am häufigsten eingebrochen wird und in welchen Monaten.

Nicht auf Konfrontationskurs mit dem Einbrecher gehen

Auch Carolin Hackemack vom gemeinnützigen Netzwerk "Zuhause sicher", einer Initiative von Polizeibehörden, warnt vor den Gefahren einer Konfrontation: "Stellen Sie sich den Einbrechern keinesfalls in den Weg!", so die Expertin gegenüber dem Präventionsportal der Gewerkschaft der Polizei. "Das kann zu gefährlichen Kurzschlussreaktionen seitens des Täters führen."

Sie empfiehlt ebenfalls, sich lautstark bemerkbar zu machen, damit der Eindringling merkt, dass er nicht allein ist. Ein Einbrecher hat kein Interesse an einer Konfrontation mit den Bewohnern. Er wird das Weite suchen, wenn er merkt, dass wider Erwarten jemand zuhause ist. 

Einbrecher nicht selbst bekämpfen

"Man sollte ihm die Flucht so einfach wie möglich machen und nicht versuchen, ihn zu verfolgen", rät Hackemack. Auch wenn die meisten Einbrecher keine Schusswaffen bei sich tragen – unbewaffnet sind sie nicht. Tatwerkzeug Nummer eins ist ein Schraubenzieher, mit dem die Täter ungesicherte Fenster und Türen aufbrechen. Treibt man einen Einbrecher in die Enge, könnte er ihn als Stichwaffe einsetzen.

Selbst erfahrene Kampfsportler sollten nicht versuchen, den Täter auf eigene Faust zu überwältigen. "Man ist hier nicht in einer normalen Wettkampfsituation", erläutert Hackemack. "Der Täter wird von seinen Bewegungsabläufen nicht so reagieren, wie das ein Gegner in einem Wettkampf tun würde."

Einbrecher im Haus: richtiges Verhalten für zwei Szenarien

Wie man sich verhalten soll, wenn man einen Einbrecher im Haus bemerkt, hat das Präventionsportal der Gewerkschaft der Polizei für zwei unterschiedliche Szenarien zusammengefasst.

Kommt ein Einbrecher ins Haus, während man schläft, sollte man demnach:

  • für den Notfall immer ein Handy am Bett haben und umgehend die Polizei informieren (über den Polizeiruf 110)
  • Lärm und Licht machen 
  • sich defensiv verhalten
  • den Tätern nicht den Fluchtweg versperren.

Trifft man einen Einbrecher auf frischer Tat an, wenn man nach Hause kommt, sollte man:

  • sich bemerkbar machen
  • das Haus verlassen
  • dem Täter die Möglichkeit zur Flucht geben
  • sich defensiv verhalten und nicht versuchen, den Täter aufzuhalten oder anzugreifen
  • sich Aussehen, Fahrzeug, Fluchtrichtung etc. einprägen, sofern das gefahrlos möglich ist
  • die Polizei verständigen

Bei Einbruchsspuren umgehend das Haus verlassen

Auch wenn man bei einer Rückkehr nach Hause nur die Spuren eines Einbruchs vorfindet, sollte man Haus oder Wohnung sofort verlassen und über 110 die Polizei verständigen. Zum einen aus Sicherheitsgründen, falls der Täter doch noch vor Ort sein sollte, zum anderen aber auch, um keine wichtigen Spuren zu zerstören.

Mechanische Sicherungen können Einbrüche verhindern

Noch besser ist es natürlich, Einbrüche von vornherein zu verhindern. In Einfamilienhäusern dringen die Täter meist über ungesicherte Fenster ein. Mit Aufschraubsicherungen oder Pilzkopfzapfenbeschlägen kann man bestehende Fenster und Fenstertüren einbruchsicher machen.

Im Mehrfamilienhaus kommen die Einbrecher meist durch die Wohnungstür. Hier bieten gute Türsicherungen einen effektiven Schutz. Doch nicht alle angebotenen Produkte taugen etwas. Zuletzt hat die Stiftung Warentest jede zweite geprüfte Türsicherung "mangelhaft" bewertet.

Die Polizei berät individuell und kostenlos über sinnvollen Einbruchschutz – in vielen Regionen sogar direkt vor Ort in der eigenen Wohnung. Viele Einbruchschutzmaßnahmen werden durch KfW-Zuschüsse staatlich gefördert.

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