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Fensterbohrer kommen nachts, wenn ihre Opfer schlafen

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Einbrecher spezialisieren sich  

Fensterbohrer brechen in der Nacht ein

01.11.2016, 09:18 Uhr | Ralph Wefer sive Evermann, t-online.de

Fensterbohrer kommen nachts, wenn ihre Opfer schlafen. Einbrecher dringt durch eine Fenstertür ins Haus ein. (Quelle: imago/blickwinkel)

Einbrecher dringt durch eine Fenstertür ins Haus ein. (Quelle: blickwinkel/imago)

Fast alle Einbrecher schlagen zu, wenn niemand zuhause ist. Nicht so die Tätergruppe der Fensterbohrer. Immer wieder macht sie in unterschiedlichen Regionen Deutschlands von sich reden. Die Täter kommen nachts, wenn ihre Opfer schlafen.

Nahezu lautlos bohren sie ein Loch in den Fensterrahmen. Durch diese Öffnung schieben sie einen stabilen Draht oder eine dünne Stange und legen damit den Fenstergriff um.

Einbrecher spezialisieren sich auf die Fensterbohr-Methode

Bekannt ist diese Methode schon länger. Sie ist vor allem bei sogenannten Homejackern beliebt. Das sind Täter, die es auf den Diebstahl hochwertiger Autos samt Schlüssel abgesehen haben. Expertenschätzungen zufolge gehen etwa ein Prozent aller Einbrüche auf ihr Konto.

Doch mittlerweile haben sich auch Täter mit geringerer Beuteerwartung aufs Fensterbohren spezialisiert. Sie sind auf Bargeld oder Smartphones aus – Dinge also, die man nur dann im Haus vorfindet, wenn auch die Opfer zuhause sind.

Einbrecherbanden nutzen die Fensterbohr-Methode

Gemessen an der Gesamtstatistik sind Einbrüche durch Fensterbohrer noch immer selten. Doch in manchen Regionen kam es in den vergangenen Monaten binnen kürzester Zeit zu einer extremen Häufung.

Im Frühjahr 2016 etwa registrierte das Polizeipräsidium Westpfalz 18 Einbrüche von Fensterbohrern innerhalb von nur sechs Tagen. In Bonn verzeichnete die Polizei im letzten Herbst 14 Einbrüche in acht Tagen. In einer Straße schlugen die Täter zeitgleich in vier Häusern zu. Auch in den Regionen um Mannheim, Worms und Freiburg trieben Fensterbohrer bereits ihr Unwesen.

Das Muster ähnelt sich stets: Wie die Heuschrecken fallen die Täter über ein bestimmtes Gebiet her und machen in kürzester Zeit massiv Beute. Nach wenigen Tagen ist der Spuk vorbei und die Einbrecher verschwinden. Bislang scheint der Südwesten Deutschlands besonders betroffen, doch die Polizeibehörden gehen von überregional operierenden Tätern aus.

So schützt man sich vor Fensterbohrern

Auch Helmut Adolf vom Polizeipräsidium Freiburg hat Erfahrung mit Fensterbohrern. "Wir hatten bei uns im Landkreis in diesem Jahr bereits mehrere Einbrüche auf diese Weise", sagt Adolf im Gespräch mit zuhause.de. Vor allem wenn eine solche Einbruchserie durch die örtliche Presse geht, sei die Aufregung in der Bevölkerung natürlich groß.

Seit kurzem empfiehlt er zur Abwehr von Fensterbohrern unter anderem den Bohrblocker des Schweizer Herstellers Scherrer. Das ist eine Stahlplatte, die auf den Rahmen montiert wird, so dass er sich nicht mehr durchbohren lässt. "Das Teil allein reicht aber nicht aus, um Fenster einbruchsicher zu machen", mahnt Adolf. Es schützt nämlich ausschließlich gegen Fensterbohrer.

Die häufigste Einbruchmethode ist das Aufhebeln des Fensters. Dagegen ist der Fensterbohrer wirkungslos. Nachrüstbare Pilzkopfzapfenbeschläge oder Aufschraubsicherungen bieten wirksamen Schutz.

Außerdem sollten abschließbare Fenstergriffe installiert sein, die einem Drehmoment von mindestens 100 (besser 200) Newtonmetern widerstehen. Sie verhindern, dass Einbrecher mit einem Schraubenzieher die Glasdichtung durchstechen und dann den Fenstergriff umlegen können – laut dem "Netzwerk Zuhause sicher" die zweithäufigste Einbruchmethode.

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