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Das Musterhaus als Traumhaus – Tipps für Bauherren

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Das Musterhaus als Traumhaus – Tipps für Bauherren

22.08.2017, 10:01 Uhr | Simone Andrea Mayer, dpa-tmn, dpa

Das Musterhaus als Traumhaus – Tipps für Bauherren. Strategien zur Auswahl des Fertighauses (Quelle: Daniel Maurer/dpa-tmn)

Die Musterhäuser in einer Fertighaus-Schau sind oft besonders gut ausgestattete Gebäude zum Vorzeigen, was alles möglich ist. (Quelle: Daniel Maurer/dpa-tmn)

In Musterparks zeigen die Hersteller von Fertighäusern, was sie können. Es ist ein Ort für Lebensträume, aber auch der Ernüchterung und Budgetgrenzen. Wie gehen Bauherren am besten damit um? Wie sucht man das eine Haus fürs Leben aus? Experten geben Tipps.

Inmitten von Musterhäuser-Siedlungen beginnt für viele Menschen der Traum vom Hausbau. Viele Anbieter haben eigene Parks mit solchen Häusern. Dazu gibt es 17 Standorte in Deutschland mit mehreren Baufirmen – fünf dieser Parks betreibt der Bundesverband Deutscher Fertigbau selbst. Selten werden dabei diese hier stehenden Musterhäuser genau so gebaut, wie sie bereits in der Siedlung stehen – die meisten Kunden bevorzugen die Individualisierung Ihres Traumhauses.

Deshalb sollten Sie vor dem Bau in einen Musterpark

Rund 70 Prozent der Fertighäuser werden frei geplant, erklärt Christoph Windscheif, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF). Auch wenn Anlieferung und Aufbau der Gebäudehülle in wenigen Tagen erfolgen – der Planungsprozess davor ist aufwendig. Gut ein Jahr müssen Interessenten dafür einrechnen. Und: Nahezu jede Firma kann jedes Haus bauen. Wie also die passende Variante finden? Wo fängt man an als künftiger Bauherr in diesem Planungsprozess?

Für viele künftigen Bauherren beginnt ihr Traumhaus mit dem Besuch eines Musterparks. Wie im Möbelhaus wird hier lediglich demonstriert, wie alles aussehen kann. In den Badezimmern stehen dekorative Döschen, in den Kinderzimmern liegt ordentlich drapiert Spielzeug. Alles ist geputzt und modern. 

Wie sich die Musterparks der Firmen unterscheiden

Jede Firma hat ein anderes Konzept: Die Musterhäuser sind entweder besonders gut ausgestattete Gebäude, die zeigen sollen, was alles möglich ist. Oder sie sind eher ein guter Durchschnitt dessen, was die Kunden der Firma sich letztlich zusammenstellen lassen.

Die Musterhäuser sollen eine Inspiration sein, sagt Windscheif. Welches Haus passt zu mir? Was spricht mich an? "Danach ist man auch erst in der Lage, Hausmodelle und Hersteller zu vergleichen." In der Regel finden Bauherren zwei, drei Favoriten-Häuser, mit deren Herstellern sich die Bauinteressenten näher beschäftigen.

Folgende Ratschläge hat Windscheif für Interessierte:

  • Nehmen Sie sich Zeit für diese erste Suche – kommen Sie gegebenenfalls wieder.
  • Nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor – nie wird das Traumhaus gleich beim ersten Gespräch verkauft.
  • Nehmen Sie sich vor und nach dem ersten Termin Zeit für eine grobe Ideenskizzierung – die Anzahl der Zimmer, die Etagenzahl sowie die Größe der Immobilie sollte bereits ansatzweise bekannt sein.

Das sollten Sie vor dem Hauskauf noch tun

Das Gespräch, bei dem der Bedarf der Bauherren dann umrissen wird, kann und sollte nach Ansicht der Firmen bestenfalls sogar schon auf dem gekauften Bauplatz stattfinden. Er gibt vor, was man überhaupt bauen darf. "In Deutschland gibt es in den meisten Kommunen Bebauungspläne", sagt Peter Burk, Fachbuchautor zum Thema für die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie regeln teils sogar die Farbe der Dachziegel. Und wenn das nicht der Fall ist, dann sieht Paragraf 34 des Baugesetzes vor, dass das neue Gebäude sich an seiner Nachbarschaft orientieren muss.

Zäumt man das Pferd von hinten auf und wählt das Haus vor dem Bauplatz aus, drohen höhere Kosten, erklärt der Verband Privater Bauherren. Denn dann muss das Haus unter Umständen für das gewählte Grundstück angepasst werden.

Beim zweiten Termin mit der Baufirma wird eine Bedarfsanalyse vorgenommen: Was will und was braucht die Familie? Und was kann sie sich überhaupt leisten? Im Hinterkopf der Bauherren schwirren teilweise Träumereien und unrealistischen Vorstellungen, die nicht erfüllt werden können. Dies zeigt sich dann vor allem bei dem Gespräch mit Experten.

Kriterien und Budget vorab festlegen

Die Auswahl in den Schauen ist zudem groß. Und die Musterhäuser zeigen vieles, was man sich vielleicht nicht leisten kann. Es droht die Überforderung. Frust. Plötzliche Ängste vor der finanziellen Belastung. Vielleicht Streit mit dem Partner, der anderes will.

Daher rät Diplom-Psychologin Christine Backhaus Paaren, einen Katalog mit Kriterien aufzustellen – und zwar zunächst jeder ganz alleine für sich. Jeder muss seine Bedürfnisse formulieren und auch beachten, was er ändern will im bisherigen Zusammenleben. Auch die Kompromisse sollten gemeinsam besprochen werden. Dazu kommt die nüchterne Betrachtung des Budgets: Was kann man sich auch leisten, wenn es finanziell schlechter um den Haushalt bestellt ist?

Strategien zur Auswahl des Fertighauses (Quelle: Daniel Maurer/dpa-tmn)In den Musterhäusern sieht es aus wie im Möbelhaus: Hier wird demonstriert, wie das alles aussehen kann. (Quelle: Daniel Maurer/dpa-tmn)

Verhandeln Sie mit den Firmen

Basierend auf der Bedarfsanalyse machen die Firmen letztlich Angebote. Nun geht es auch hier um knallharte Verhandlungen: Wie sieht das Paket der Firma aus, was genau liefert und verbaut sie im Haus, und welche Randaspekte übernimmt sie, etwa die Entsorgung des Aushubs? Wie sieht der Zahlungsplan aus?

Psychologin Backhaus schlägt vor, sich mit einem freundlichen "Wir denken darüber noch mal nach" Zeit zu verschaffen. Momente der Ruhe sind wichtig. Denn die Zeit für das gemeinsame Überlegen ist da: "Ein Fertighaus entsteht nicht von heute auf morgen." 

Nutzen Sie keine Online-Suche

Der Experte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät, die Auswahl an Musterhaus-Ausstellungen auszuweiten und sich nicht nur auf eine Siedlung zu konzentrieren. So sind seinen Angaben zufolge in diesen Schauen vergleichsweise wenig massive Häuser vertreten, sondern bevorzugt die Holzbauweise.

Das hat Gründe: "Es gibt bei Massivhausanbietern viele lokale Anbieter, und vor allem viele kleine Firmen", sagt Burk. Sie könnten sich ein Ausstellungshaus oft nicht leisten. "Diese kleinen Betriebe sind deswegen nicht schlechter." Das gelte auch für regionale Holzbaubetriebe.

Burk rät immer auch zur regionalen Firmensuche in den Branchenbüchern statt nur im Internet – unter den Stichwörtern "Schlüsselfertigbau" oder "Holzbau". Die Internet-Plattformen lieferten oft keine neutrale regionale Gewichtung, und gerade große überregionale Firmen übertrumpften die Anzeigen der kleinen örtlichen Anbieter.

Strategien zur Auswahl des Fertighauses (Quelle: Emiliyan Frenchev/BDF/dpa-tmn)In der FertighausWelt im bayerischen Günzburg stehen 19 Musterhäuser auf rund 22 000 Quadratmeter Fläche. (Quelle: Emiliyan Frenchev/BDF/dpa-tmn)

Fertighäuser werden immer beliebter

Fertighäuser werden in Deutschland immer beliebter. Die Zahl der Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser in Fertigbauweise stieg in der ersten Jahreshälfte 2017 bundesweit um 4,1 Prozent auf 9833, wie der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) berichtete. Dies sei ein neuer Rekordwert für ein Halbjahr, sagte BDF-Geschäftsführer Achim Hannott.

Die Nachfrage nach Fertighäusern koppelte sich damit deutlich von der Entwicklung auf dem Gesamtmarkt ab. Denn insgesamt sank die Zahl der Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser zwischen Januar und Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,8 Prozent auf 50 846 Einheiten. Der Marktanteil der Fertighäuser stieg damit auf 19,3 Prozent. Vor zehn Jahren hatte er noch bei 14,8 Prozent gelegen.

Regional gibt es allerdings noch immer große Unterschiede bei der Beliebtheit der Fertighäuser. Die höchsten Quoten unter den Flächenländern werden laut BDF in Baden-Württemberg mit 33,1 Prozent registriert, gefolgt von Hessen mit 28,7 Prozent und Rheinland-Pfalz mit 25,2 Prozent. In Nordrhein-Westfalen beträgt der Fertigbauanteil 13,3 Prozent.

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