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Pellet-Heizung: Umrüsten aufs Heizen mit Pellets spart Heizkosten

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Holz heizt ein: Mit Pellets Heizkosten sparen

01.11.2013, 12:52 Uhr | dpa-tmn

Pellet-Heizung: Umrüsten aufs Heizen mit Pellets spart Heizkosten. Heizkosten sparen: So raucht der Schornstein günstiger. (Quelle: imago/Hubert Jelinek)

Heizkosten sparen: So raucht der Schornstein günstiger. (Quelle: Hubert Jelinek/imago)

Wenn die Nachbarn jammern, weil die Öl- und Gaspreise immer weiter in die Höhe klettern, können Hausbesitzer mit Pellet-Öfen ganz entspannt bleiben. Die kleinen Stäbchen aus gepressten Holzspänen, die zur Befeuerung benötigt werden, brauchen zwar viel Lagerplatz, dafür sind sie günstig. Und im Gegensatz zu anderen natürlichen Ressourcen braucht man keine Lieferengpässe zu befürchten.

Dort, wo früher der Öltank stand, liegt jetzt ein Berg kleiner beiger Röllchen. Wenn Rudolf Sparla seinen jährlichen Bedarf an Holzpellets bekommt, werden gleich fünf Tonnen der kleinen Holzspan-Stäbchen angeliefert. Damit beheizt er sein Einfamilienhaus in Meerbusch bei Düsseldorf. Schon vor fünf Jahren stieg der Hausbesitzer vom Öl auf die alternative Heiztechnik um. Sparla ist zufrieden: "Bis jetzt haben wir noch nicht im Kalten gesessen. Das Ding läuft einwandfrei."

Nachwachsender Rohstoff

Wie Sparla entscheiden sich immer mehr Deutsche für den Naturbrennstoff Holz. Gab es 2003 bundesweit erst 19.000 Pellet-Heizungen, waren es nach Angaben des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands (DEPV) im Jahr 2010 bereits 140.000 installierte Geräte. Außer Haus- und Wohnungseigentümern setzen zunehmend Gewerbebetriebe, Kommunen oder Kirchen auf den nachwachsenden Brennstoff. 

Ein Grund sind die steigenden Preise für Heizöl und Gas – und der vergleichsweise niedrige Preis von Pellets. Sie werden aus Restholz gepresst, etwa aus Sägemehl oder Hobelspänen. Der Preis für Pellets liegt laut DEPV rund 40 Prozent unter dem für Heizöl und Gas. Weil der Druck bei der Pressung sehr hoch ist, haben Pellets einen hohen Bennwert: Zwei Kilogramm ersetzen einen Kubikmeter Erdgas oder einen Liter Heizöl.

Zwar bringt ein Umstieg zunächst höhere Anschaffungskosten mit sich: 15.000 Euro hat Sparla für seine Holzpellet-Heizung bezahlt. "Das sind circa 4000 Euro mehr als für eine Ölheizung." Nach fünf bis sieben Jahren rentiere sich die Investition aber, erklärt Heike Wübbeler von der "EnergieAgentur.NRW" in Düsseldorf.

Wie lange es genau braucht, hänge von Faktoren wie dem Ölpreis und dem Energieverbrauch im jeweiligen Haushalt ab. Privat genutzte Anlagen mit einer Leistung bis zu 100 Kilowatt werden zudem staatlich gefördert. Sparla bekam 1500 Euro, als er seine Heizung im Mai 2006 kaufte. "Die Kosten habe ich fast schon wieder raus", sagt er heute. 

Klimafreundlicher Brennstoff

Für die meisten sei die Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend, meint Wübbeler. Es gibt aber noch einen anderen Grund: Holz gilt als klimafreundlicher Energieträger, weil beim Verbrennen nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie ein Baum in seiner Wachstumsphase gespeichert hat. Auch wenn Holz sich auf natürliche Weise im Wald zersetzt, gelangt das zuvor aufgenommene CO2 zurück in die Atmosphäre.

Die Klimagasemissionen beim Verfeuern von Pellet-Heizungen seien gering, bestätigt Anja Nowack vom Umweltbundesamt (UBA). Das Öko-Institut rechne für einen modernen Pelletofen mit etwa einem Zehntel Treibhausgasemissionen im Vergleich zu einer modernen Gas- oder Ölheizung. Bezogen auf die Gesamtökobilanz seien gänzlich klimaneutrale Pellet-Heizungen jedoch die Ausnahme: Allein beim Transport des Holzes kämen fossile Brennstoffe zum Einsatz.

Feinstaubbelastung durch Pellets

Die Transportwege sind allerdings kürzer als bei anderen Heizstoffen: Laut DEPV werden Pellets in Deutschland zu 85 Prozent aus Restholz hergestellt, das in heimischen Sägewerken anfällt. Die regionale Produktion und Auslieferung mache die Presslinge günstig und umweltfreundlich, erklärt Wübbeler.

Beim Thema Feinstaub, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein, ist die Bilanz der Pellets schlechter: Zwar emittierten Pelletöfen weniger als andere Holz- oder Kohlefeuerungen, erläutert das UBA. Im Vergleich zu Gas- oder Ölheizkesseln stießen sie aber mehr Feinstaub aus. Allerdings habe sich die Technik weiterentwickelt. Auch seien die Emissionsgrenzwerte für kleine und mittlere Feuerungsanlagen verschärft worden. Dadurch sei die Verbrennung bei Pellet-Öfen heute emissionsärmer.

Keine Versorgungsengpässe zu befürchten

Als Alternative zu fossilen Brennstoffen wächst der Markt mit den Presslingen. 1,75 Millionen Tonnen wurden laut DEPV in Deutschland im Jahr 2010 hergestellt. Mehr als 70 Betriebe produzierten Pellets inzwischen, sagt Wübbeler. Weitere Werke seien geplant oder bereits im Bau. Noch sei es ein Nischenmarkt, aber das Interesse der Menschen an ökologischen Energieträgern wachse, gerade nach Ereignissen wie in Fukushima.

Besonders Ölkunden stiegen immer häufiger auf Holzpellets um. Holz wächst zwar nach, ins Unendliche steigern lässt sich der Verbrauch jedoch nicht. Versorgungsengpässe seien auf absehbare Zeit aber nicht zu erwarten, versichert der DEPV. Rein rechnerisch könnten in Deutschland mit heimischen Holzpellets eine Million Heizungen betrieben werden.

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