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Nachtspeicherheizung entsorgen? Vor- und Nachteile

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Umweltfreundliches Heizen  

Nachtspeicherheizung entsorgen oder als Stromspeicher nutzen?

28.05.2015, 17:05 Uhr | dpa-tmn, t-online.de

Nachtspeicherheizung entsorgen? Vor- und Nachteile. Nachtspeicherheizung in einem Raum (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/fotojog)

Sollten Sie Ihre Nachtspeicherheizung austauschen? (Symbolbild) (Quelle: fotojog/Thinkstock by Getty-Images)

In den 70er Jahren sind viele Wohnungen in Deutschland mit Nachtspeicherheizungen ausgerüstet worden. Die Geräte werden nachts mit Strom aufgeladen und geben die gespeicherte Wärme tagsüber ab. Damals galt diese Technik als umweltfreundlich. Sie wurde sogar vom Staat gefördert. Inzwischen weiß man, dass Heizen mit Strom nicht umweltfreundlich ist. Doch ein geplantes Verbot der Stromfresser wurde wieder gekippt. Warum sich ein Austausch trotzdem oft lohnt und was man über Nachspeicherheizungen wissen sollte.

Jahrzehntelang wurden Nachtspeicheröfen mit Strom betrieben, der nachts günstiger war. In den 1970er und 1980er Jahren sollten damit Kraftwerke, die nachts nicht mal eben herunterfahren können, gleichmäßiger ausgelastet werden. Aber 2007 wurden die staatlichen Vergünstigungen für Anlagen gestrichen, die vor dem 1. April 1999 eingebaut wurden. Laut der gemeinnützigen Energieberatungs-Initiative co2online stieg die Steuer für Heizstrom durch das Auslaufen der Ermäßigung von 1,23 Cent pro Kilowattstunde auf die für Haushaltsstrom üblichen 2,05 Cent pro Kilowattstunde an.

Nachtspeicherheizungen extrem teuer

Das führt dazu, dass man mit Nachtspeicherheizungen inzwischen vergleichsweise teuer heizt. Von 16 bis 20 Cent pro Kilowattstunde Stromkosten geht Birgit Holfer vom Verbraucherzentrale Bundesverband aus. Gas koste zum Vergleich 5 bis 5,50 Cent. Dass der Nachtstrom nicht günstiger ist, liegt vor allem daran, dass es keinen nennenswerten Wettbewerb gibt. Nur wenige Stromversorger bieten derzeit überhaupt günstigeren Nachtstrom an. Nach einer Beispielrechnung von co2online liegen die Heizkosten im typischen Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern mit Nachtstrom bei 3.940 Euro im Jahr, mit Erdgas hingegen nur bei 1.900 Euro (Heizöl 2.120 Euro).

Nachtspeicheröfen dürfen weiter betrieben werden

Das Ende der Nachspeicherheizungen war eigentlich schon seit 2007 besiegelt. Ein ab 2020 geplantes Verbot von Nachtspeicherheizungen hat der Bundestag 2013 allerdings wieder gekippt. Große Energiekonzerne hatten sich damals stark gemacht für eine Umrüstung der Öfen zu intelligenten, flexiblen Speichern. Es hieß, die Geräte könnten mit moderner Regeltechnik ausgerüstet das Überangebot an überschüssigem, billigem Strom aufnehmen, das etwa bei Sonnenschein von den Solaranlagen oder bei starkem Wind aus den Windparks anfällt. Experten wie Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima sehen die Chance: "Möglicherweise können die Öfen so wieder an Bedeutung gewinnen", erklärt er. "Der Gedanke, die Öfen als Speicher für Überkapazitäten zu nutzen, war letztlich ja immer schon da."

Alte Geräte nicht zukunftsfähig

Allerdings sind die meisten alten Geräte für einen solchen Einsatz nicht geeignet. Die alten Nachtspeicheröfen sind meist nicht regelbar, sagt Birgit Holfert vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Sie könnten in der Zukunft nicht so aus der Ferne gesteuert werden, wie es für die Speicherung von Solar- und Windstrom benötigt wird. Und daher könnten sie auch nicht auf starke Schwankungen im Stromnetz reagieren. Branchenexperten merken allerdings an, dass ältere Geräte nachrüstbar sind – das sei aber "extrem teuer", schränkt Wagnitz ein. Und es gibt auch noch ein infrastrukturelles Problem: Die Verteilung der großen Strommengen auf die wenigen in Betrieb befindlichen Geräte und der damit verbundene Aufwand wären laut Holfert gar nicht sinnvoll umsetzbar. "Ich bewerte die Technik daher als nicht zukunftsfähig", sagt die Expertin. Auch Wagnitz empfiehlt grundsätzlich die Umrüstung.

Geräte mit Asbest belastet

Ein guter Grund zum Austausch der Geräte: Viele Nachtspeicherheizungen die vor 1984 gebaut wurden, sind mit Asbest belastet. Durch einen Stoß gegen das Gerät könnten Asbestfasern ins Zimmer entweichen, erläutert Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut in München. Er rät: Über die Nummer am Gerät könne ein Elektriker herausfinden, ob es ein Asbestrisiko gibt. Auch später enthielten die Geräte laut co2online noch Schadstoffe: Demnach wurden künstliche Mineralfasern bis 1989 verbaut und krebserzeugendes PCB bis 2000. Chromhaltige Speichersteine seien fast immer enthalten.

Asbesthaltige Heizungen müssen möglichst rasch ausgetauscht werden. "Mieter sollten hierüber mit ihrem Vermieter sprechen", empfiehlt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Weigere der Vermieter sich, die Heizung auszutauschen, sollte sich der Mieter an das Gesundheitsamt wenden. Denn Asbest entsorgen dürfen nur Spezialisten. Das kann teuer werden.

Passenden Nachfolger finden

Welche Heizungstechnik der passende Nachfolger einer Nachspeicherheizung ist, finde man durch einen Vergleich aller Kosten heraus, erläutert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dabei müssten neben den Anschaffungskosten auch die Kosten für Wartung, Reparaturen und Pflege sowie die Verbrauchskosten berücksichtigt werden.

Wer seinen Nachtspeicherofen mit einer elektrisch betriebenen Direktheizung austauschen will, sollte auch auf seinen Stromtarif schauen. Die Strahlungs- oder Infrarotheizung werde in der Regel mit dem teureren Tagstrom versorgt. Auch der bauliche Zustand des Gebäudes sowie der davon abhängige Wärmeverlust seien Größen, die bei der Berechnung des künftigen Energieverbrauchs eine Rolle spielen.

Wärmepumpe als Alternative

"Den stabilisierenden Effekt, Überschussstrom aus dem Netz aufzunehmen, kann man mit Wärmepumpen und Wärmespeicher auch haben", erklärt Wagnitz. "Ich kann dann aber dreimal so viele Nutzer versorgen." Er sieht es als möglich an, neue Wärmepumpen eines Tages so umzurüsten, dass sie Stromüberschüsse so aufnehmen können wie von der Branche erdacht. Wer etwas ganz anderes will, hat das Problem, dass die Öfen ohne Rohre und sonstige Installationen auskommen. Das heißt: Für wasserführende Systeme muss umgebaut werden. "Es ist ein Aufwand, klar – aber die Belastung ist überschaubar", findet der Heizungsexperte Wagnitz.

Austausch meist sehr lohnend

Der Austausch des Heizsystems rechnet sich meist schon nach wenigen Jahren. Ob gegebenenfalls gleich weitere Maßnahmen, zum Beispiel an der Gebäudehülle, sinnvoll sind, sollte am besten mit einem Energieberater besprochen werden.

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