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Kellerdecke nachträglich dämmen

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Nachträgliches Dämmen  

Beim Energiesparen auch an den Keller denken

16.09.2017, 13:47 Uhr | dpa-tmn

Kellerdecke nachträglich dämmen. Dämmen Sie den Keller ausreichend und sparen Sie so Energiekosten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Dämmen Sie den Keller ausreichend und sparen Sie so Energiekosten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Anders als für das Dach beziehungsweise die oberste Geschossdecke macht der Gesetzgeber für die Wärmeisolierung der Kellerdecke keine Vorschriften. Trotzdem kann sich das nachträgliche Dämmen für Hausbesitzer lohnen.

Der Arbeitsaufwand ist vergleichsweise gering und die Dämmmaßnahme dadurch entsprechend günstig. Außerdem greift man im Unterschied etwa zur nachträglichen Fassadendämmung nicht in die Optik des Hauses ein. Fachgerecht ausgeführt kann das Dämmen der Kellerdecke den Wohnkomfort steigern und die laufenden Kosten spürbar senken.

"Damit kann je nach Gebäude eine Gesamtenergieersparnis von rund fünf bis sieben Prozent erreicht werden", sagt Achim Fischer, Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Außerdem kühlt der Fußboden im Erdgeschoss des Hauses nicht so stark aus, wenn die Decke des darunter liegenden unbeheizten Kellers gut gedämmt ist.

Eine der günstigsten Dämmmaßnahmen überhaupt

Anders als etwa die nachtägliche Fassadendämmung ist das Abdichten der Kellerdecke vergleichsweise wenig aufwendig. "Die Kellerdeckendämmung kann ohne Gerüst, zu jeder Jahres-, Tages- und Nachtzeit und bei Bedarf auch nur in einzelnen Räumen durchgeführt werden", erläutert Arnold Drewer, Geschäftsführer des Privatwirtschaftlichen Instituts für preisoptimierte Gebäudemodernisierung (IpeG) in Paderborn. "Am Hausäußeren wird nichts verändert, so dass ich keine ästhetischen Vorgaben berücksichtigen muss."

In vielen Fällen können geübte Heimwerker die Arbeit sogar selbst übernehmen. Einfache Dämmplatten, mit denen sich die Kellerdecke isolieren lässt, gibt es im Baumarkt schon für unter 15 Euro pro Quadratmeter. Wer lieber einen Profi ranlässt, muss mit Gesamtkosten von rund 35 bis 50 Euro pro Quadratmetern rechnen.

Zum Dämmen der Kellerdecke sind Hausbesitzer nicht verpflichtet

Trotzdem dämmen viele Hausbesitzer ihre Kellerdecke nicht, was daran liegen mag, dass man nicht dazu verpflichtet ist. Die bereits mehrfach novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV) enthält zwar auch für Bestandsimmobilien zahlreiche Umrüstpflichten, zum Beispiel zum Dämmen von Dach oder oberster Geschossdecke oder auch zur Modernisierung alter Heizungen. Eine Pflicht zum nachträglichen Dämmen der Kellerdecke gibt es aber noch nicht.

Beim Dämmstoff auf niedrigen U-Wert achten

Wer die Kellerdecke eines Wohngebäudes freiwillig dämmt, muss darauf achten, dass das Material für eine geringe Wärmeleitfähigkeit sorgt. Diese gibt der Wärmedurchgangskoeffizient an, auch U-Wert genannt. Für die Dämmplatten dürfe ein U-Wert von 0,3 nicht überschritten werden. "Bei jeder Dämmung frisst die Arbeit die meisten Kosten", sagt Drewer. Er rät deshalb zu noch hochwertigeren Dämmstoffen.

Staatliche Förderung für die Dämmung der Kellerdecke

Unter bestimmten Umständen gibt es dann sogar einen Zuschuss aus dem Programm 430 der staatlichen Kreditanstalt für Wiederausbau (KfW). Dafür darf der U-Wert allerdings höchstens 0,25 Watt pro Quadratmeter und Kelvin betragen. Zuschussberechtigt sind nur Eigentümer von Wohngebäuden mit maximal zwei Wohneinheiten, für deren Haus vor dem 1. Januar 1995 Bauantrag oder Bauanzeige gestellt wurde. Man muss die KfW-Förderung beantragen, bevor man mit den Arbeiten beginnt. Dann werden Einzelmaßnahmen wie die Dämmung der Kellerdecke mit zehn Prozent der förderfähigen Investitionskosten bezuschusst.

Kellerdecke mit Dämmplatten isolieren

Die einfachste Art der Kellerdeckendämmung ist die Montage von Dämmplatten. "Allerdings muss die Decke dafür möglichst eben sein, sonst können zwischen dem Dämmstoff und der Decke Lufthinterströmungen entstehen, die zu Wärmeverlusten führen", erklärt Verbraucherschützer Fischer. Drewer empfiehlt, Platten aus Polyurethan oder Phenolharz zu verbauen. "Aufgrund ihrer hervorragenden Wärmeleitfähigkeit können sie in geringer Dicke verarbeitet werden." Eben dies ist in vielen Kellern wegen der niedrigen Deckenhöhe unverzichtbar.

Polyurethan und Phenolharz gehören zu den Baustoffklassen B1 und B2, die als schwer oder normal entflammbar gelten. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass sich im Brandfall toxische Gase bilden. "Im Heizungskeller und bei Fluchtwegen in Mehrfamilienhäusern dürfen keine brennbaren Stoffe verwendet werden", sagt Fischer. Dort sind Platten aus Steinwolle eine gute Alternative.

Dämmplatten können geklebt oder gedübelt werden

Prinzipiell können die Dämmplatten mit Klebespachtel oder mit Dübeln festgemacht werden. Wer klebt, braucht einen trockenen, sauberen und vor allem tragfähigen Untergrund. "Um die Tragfähigkeit zu testen, nimmt man den angedachten Kleber, spachtelt Gittergewebe hinein und lässt das Ganze trocknen", erklärt Thomas Weber vom Verband Privater Bauherren (VPB). "Wenn es sich sehr leicht herunterreißen lässt und Farbreste daran hängen bleiben, ist der Untergrund nicht tragfähig." Dann müssen die Dämmplatten mit Dübeln an der Kellerdecke befestigt werden.

Damit keine Wärmebrücken entstehen, müssen die Platten im Verbund dicht und lückenlos und mit Versatz befestigt werden. Kreuzfugen gilt es zu vermeiden. Verlaufen an der Decke Leitungen, lassen sich diese mit den Dämmplatten umbauen. "Heizungs- und Warmwasserrohre sollten gut eingepackt werden", erklärt Fischer. "Gasleitungen würde ich aus Sicherheitsgründen freilassen." Auch Elektroleitungen sollten aus Gründen des Brandschutzes unterhalb der Dämmschicht neu verlegt werden.

Alternativen zu Dämmplatten

Gibt es an der Decke ein ganzes Netzwerk an Rohren, würde das Einpacken zur Sisyphusarbeit. Bei gewölbten Kappendecken sind Platten generell ungeeignet. Eine Möglichkeit ist dann, die Decke mit Hilfe einer Lattenkonstruktion abzuhängen. Darunter wird eine Unterdeckbahn gespannt. In die Zwischenräume kommen Polystyrol, Mineralfaser- oder Zelluloseflocken, die eingeblasen werden. "Statt mit Einblasdämmstoffen kann man auch mit Matten arbeiten, doch das ist deutlich aufwendiger", sagt Drewer.

Eine Alternative ist, Dämmstoffe aufzusprühen, wodurch sich Leitungen, Rohre und Schellen rundum dicht und fugenfrei umschließen lassen. "In den Niederlanden ist PU-Ortschaum sehr verbreitet", berichtet Drewer. "Eine Alternative ist ein Gemisch aus Steinwolle, Wasser und Zement." Die Arbeit mit Platten und auch der Bau einer Lattenkonstruktion mag ein versierter Heimwerker noch selbst stemmen können. Zum Einblasen oder Aufsprühen von Dämmmaterialien ist jedoch unbedingt eine Fachfirma mit entsprechendem Gerät gefragt.

Häufige Fehler beim Dämmen der Kellerdecke

Unabhängig von Methode und Material gibt es zwei Fehler, die die Experten immer wieder beobachten: Zum einen sollte nicht nur die Decke gedämmt werden. "Wenn ich die Dämmung nicht etwa 50 Zentimeter von der Decke an den Wänden nach unten ziehe, entstehen an diesen Stellen so große Wärmebrücken, dass der Effekt der gesamten Dämmung extrem verringert wird", warnt Drewer. Dann könne man sich die Dämmmaßnahme auch gleich schenken.

Zum anderen sollten Hausbesitzer bedenken, ob künftig Veränderungen oder Baumaßnahmen anstehen. "Der Verlauf von Rohren und Leitungen an der Decke sollte exakt vermessen, skizziert und fotografiert werden", rät Weber. Diese Dokumentation gehört dann in die Bauunterlagen des Hauses.

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