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Scheitholz-Heizung mit Holzvergaserkessel und Pufferspeicher

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Wann sich eine Scheitholz-Zentralheizung lohnt

11.10.2016, 13:49 Uhr | Ralph Wefer sive Evermann, rw, zuhause.de

Scheitholz-Heizung mit Holzvergaserkessel und Pufferspeicher. Eine Scheitholzheizung kann sich rechnen, macht dann aber auch Arbeit. (Quelle: Brunner)

Eine Scheitholzheizung kann sich rechnen, macht dann aber auch Arbeit. (Quelle: Brunner)

Holz erfreut sich als Heizenergieträger größter Beliebtheit. Es ist vergleichsweise günstig und verbrennt praktisch co2-neutral. Mit einer Scheitholz-Zentralheizung lässt sich das ganze Haus mit dem nachwachsenden Rohstoff heizen. Trotzdem fristet die Scheitholz-Heizung noch immer ein Nischen-Dasein. Wieso eigentlich?

In den letzten Jahren hat das Heizen mit Holz einen echten Boom erlebt. Laut Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks sind in Deutschland gut 13 Millionen Kamin- und Kachelöfen in Betrieb. In den allermeisten Fällen wird Holz aber nur in Ergänzung zur übrigen Gebäudeheizung verfeuert.

Für eine Scheitholzheizung braucht man eine Menge Holz

Das hat seine Gründe. Der jährliche Brennholzbedarf einer Scheitholz-Zentralheizung ist enorm. Tim Froitzheim, Referent für Erneuerbare Energien, Ofen- und Luftheizungsbau beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), macht im Gespräch mit zuhause.de eine grobe Beispiel-Rechnung auf: Demnach verfeuert ein Haushalt mit einem Heizenergiebedarf von 20.000 Kilowattstunden – das entspricht etwa 2000 Litern Heizöl – rund sechs bis sieben Tonnen Scheitholz pro Jahr. "Das sind ungefähr 15 Schichtraummeter", sagt Froitzheim.

Anders als bei Pellet- oder Hackschnitzelheizungen, die sich ihren Brennstoff in der Regel über eine Fördervorrichtung automatisch aus dem Lager ziehen, wird der Holzvergaser-Kessel – das Kernstück der Scheitholzheizung – von Hand beschickt. Zwischen 20 und 50 Kilo verheizt man täglich, wenn die Scheitholzheizung allein für Wärme und Warmwasser sorgt.

Zwischengespeichert wird die Heizenergie in gut gedämmten Pufferspeichern – meist mit einem Volumen zwischen 1000 und 2000 Litern. So steht die Wärme zur Verfügung, wenn man sie braucht und nicht nur, während der Kessel läuft.

Mit einer Scheitholzheizung ökologisch heizen

Auch unter ökologischen Gesichtspunkten ist eine Scheitholzheizung keineswegs unbedenklich. "Auch bei modernen Scheitholzkesseln liegen die Staubemissionen noch immer deutlich über dem Niveau von Öl- und Gasfeuerungen", informiert etwa das Bayerische Landesamt für Umweltschutz. "In verkehrsreichen städtischen Gebieten mit hoher Staubbelastung werden Scheitholzfeuerungen eher kritisch beurteilt."

In ländlichen Gegenden mit geringer Bebauungsdichte und wenig Verkehr hingegen überwiegt aus ökologischer Sicht der Vorteil der nahezu co2-neutralen Verbrennung. Das Holz gibt bei der Verfeuerung nur so viel klimaschädliches Kohlendioxid ab, wie es der Atmosphäre zuvor entzogen hatte.

Eine Scheitholzheizung "ist etwas für Leute, die an Holz Spaß haben"

Wirtschaftlich ist eine Scheitholzheizung vor allem dann attraktiv, wenn man bereit ist, selbst Hand anzulegen. "Das ist etwas für Leute, die Spaß an der Arbeit mit Holz haben", sagt Froitzheim. Je nach Aufbereitungsstufe sind die Brennholzpreise sehr unterschiedlich. Für einen Schüttraummeter sofort verfeuerbares Holz guter Qualität zahlt man im Bundesschnitt etwa 80 Euro. Waldfrisches und unverarbeitetes Holz derselben Menge bekommt man schon für gut die Hälfte.

Dann muss man sich das Holz allerdings noch selbst mit der Kettensäge aufs benötigte Maß ablängen, spalten und aufschichten. Ein leistungsstarker Holzspalter erleichtert die Arbeit zwar, Zeit und Mühe kostet sie aber dennoch.

Platzbedarf für die Holzvorräte

Außerdem braucht man auf seinem Grundstück ausreichend Platz, um die Vorräte zu lagern. Bei einem Jahresverbrauch von 15 Raummetern sollte man mindestens 45 Schichtraummeter unterbringen können. Denn waldfrisches Holz muss nach dem Spalten etwa zwei Jahre lang regengeschützt an der Luft trocknen, damit es für die Verfeuerung nicht zu feucht ist. Mehr als 20 Prozent Restfeuchte sollte es nicht mehr enthalten, wenn man es verbrennt. Ideal sind 12 bis 15 Prozent.

Ist das Brennholz nicht trocken genug, sinkt der Heizwert. Der Verbrauch steigt, die Schadstoffemissionen nehmen zu und die Heizungskomponenten verrußen schneller.

Scheitholzheizung mit anderen Systemen kombinieren

Ein großer Vorteil der Scheitholzheizung ist ihre Flexibilität. "Sie ist mit fast allen anderen Heizsystemen und natürlich auch mit einer thermischen Solaranlage kombinierbar", erklärt Heizungs-Experte Froitzheim. Insbesondere während der sonnenreichen Monate liefert eine gut dimensionierte Solarthermie-Anlage so viel Energie, dass die Scheitholzheizung allenfalls gelegentlich in Betrieb genommen werden muss. Das reduziert den jährlichen Holzverbrauch und die damit verbundenen Aufwände erheblich.

Kosten und Förderung einer Scheitholzheizung

Für einen guten Scheitholzvergaser-Kessel von 20 Kilowatt Leistung samt zughörigem Pufferspeicher muss man mit Kosten von ungefähr 10.000 Euro kalkulieren. Hinzu kommen die Arbeitskosten. "Wichtig ist, dass man tatsächlich zu einem qualifizierten Heizungsbauer geht", rät Froitzheim.

Gerade bei einem Nischen-Produkt wie einer Scheitholzheizung sei Erfahrung das A und O, damit am Ende alle Komponenten so effizient wie möglich zusammenwirken. "Es gibt extreme Qualitätsunterschiede", mahnt der Experte. Wer nur auf das günstigste Angebot schielt und die Kompetenz des ausführenden Betriebs nicht mit im Blick hat, wird am Ende oft nicht glücklich, weil er viel mehr Holz verbraucht, als er erwartet hatte.

An den Anschaffungskosten für die neue Heizung beteiligt sich das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit einem Investitionszuschuss. Viele gute Heizungsbau-Fachbetriebe unterstützen bei der nicht ganz unkomplizierten Antragsstellung.

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