Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Energie > Heizung >

Heizung sanieren bevor sie kaputt geht

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Gründe für den Austausch  

Darum sollten Sie Ihre Heizung jetzt sanieren

30.07.2017, 10:59 Uhr | Simone Andrea Mayer, dpa

Heizung sanieren bevor sie kaputt geht . Hausbesitzer tauschen eine Heizung zumeist erst aus, wenn sie kaputt ist. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/OgnjenO)

Hausbesitzer tauschen eine Heizung zumeist erst aus, wenn sie kaputt ist. (Quelle: OgnjenO/Thinkstock by Getty-Images)

Warum etwas wegwerfen, was noch gut funktioniert? In der Regel tauschen Hausbesitzer nur kaputte Heizungen aus. Politik, Wirtschaft sowie Energie- und Klimaexperten wurmt das. Wer aber Geld für so eine Investition ansparen muss, fragt sich: Wo ist das Problem?

Die Energiewende ist nach wie vor in aller Munde – aber sie endet oft an der eigenen Kellertür. Von insgesamt 21 Million Heizungen in Deutschland sind zwei Drittel 20 Jahre und älter – "und damit nicht mehr Stand der Technik", sagt Lothar Breidenbach, Geschäftsführer Technik im Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) in Köln.

Die Sanierungsquote bei gasbasierten Heizungen betrage lediglich rund drei Prozent im Jahr, die von Ölheizungen rund ein Prozent pro Jahr. Kurzum: Hausbesitzer tauschen eine Heizung zumeist erst aus, wenn sie kaputt ist. Die Verweigerung der Hausbesitzer hat einen recht nachvollziehbaren Grund: Viele fragen sich, warum sie eine noch funktionierende Heizung für viel Geld austauschen sollen. Drei Fragen und drei Antworten zum Thema.

1. Warum ist die Austauschquote so gering?

Eine neue Anlage ist teuer. Das Problem: Wer die Mittel hat, denkt nicht sofort an die Heizung. "Das Geld ist da, und es wird auch investiert" – aber eher in ein schickes Auto, eine vorzeigbare Küche oder auch gerne in den Badezimmer-Ausbau, berichtet Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Da hilft auch kaum das Argument, dass mit der Investition in eine Heizung langfristig Ersparnisse bei den Betriebskosten möglich sind.

Dazu kommt die Unsicherheit: Langfristiges Ziel ist es, aus Klimaschutzgründen den Verbrauch von Öl, Kohle und Gas zu drosseln. In der Politik wurde in den vergangenen Jahren auch immer wieder ein Steuerbonus für die Heizungssanierung diskutiert – der aber nicht kam. Dagegen sank der Ölpreis zeitweise deutlich. "Der Verbraucher fragt sich hier zurecht, in welche Art Heizung er investieren soll", sagt BDH-Sprecher Frederic Leers.

2. Ist der Erhalt der Heizung denn ein Problem für den Hausbesitzer?

Die Frage scheint berechtigt: Der Klimaschutz ist ein übergeordnetes politisches Ziel. Und die erwartbaren Ersparnisse bei Betriebskosten können Haushalte nur einfahren, wenn sie vorher Geld investieren. Welchen praktischen Nachteil sollte es aber schon geben, die ältere Heizung zu erhalten, solange sie gut läuft?

"Aus unserer Sicht lässt sich sagen: Wenn ein Kessel optimal läuft und zum Wärmebedarf des Hauses passt, muss er nicht unbedingt ausgetauscht werden", sagt zwar Marcus Weber von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. Doch er ergänzt: Die wenigsten Anlagen sind richtig eingestellt. Und es droht bei dem stark veralteten Bestand in Deutschland oft das überraschende Aus. "Eine alte Anlage gibt nun mal den Geist auf, wenn sie stark beansprucht wird", erklärt Heizungsexperte Ebisch. Also meist im Winter.

Wenn die Heizung plötzlich kaputt geht, muss der Hausbesitzer Einschränkungen bei der Auswahl seiner neuen Heizung in Kauf nehmen.  (Quelle: Symbolbild/ZVSHK/dpa-tmn)Wenn die Heizung plötzlich kaputt geht, muss der Hausbesitzer Einschränkungen bei der Auswahl seiner neuen Heizung in Kauf nehmen. (Quelle: Symbolbild/ZVSHK/dpa-tmn)

Dann kann man nicht wählerisch sein. "Installiert wird, was auf Lager ist", fasst Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer vom Bundesverband Solarwirtschaft die Lage zusammen. Das heißt, man muss wieder die Heizart wählen, die man schon hatte.

Immerhin: Öl- oder Gasheizkessel werden heute durch öl- oder gasbasierte Brennwerttechnik ausgetauscht. Diese ist energieeffizienter als die alten Niedertemperaturkessel. Der BDH spricht von möglichen Einsparungen von 30 Prozent der Energiekosten. "Aber man verzichtet auf alle anderen Möglichkeiten", sagt Ebisch. Die Umrüstung auf eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe ist so schnell nicht realisierbar. Das gilt auch für den Einbau neuer Rohre. Wenn Sie wissen wollen, wie hoch die Kosten für Heizöl sind, hilft Ihnen unser Heizölrechner weiter.

Solarthermie lasse sich zwar bei praktisch allen Heiztechnologien noch nachrüsten, erklärt Körnig. "Effizienter und preiswerter ist es jedoch, im Falle einer Heizungsmodernisierung gleich auf ein Kombisystem zu setzen, da das Gesamtsystem dann gleich optimal aufeinander angepasst werden kann."

Für einen geplanten Heizungstausch sind Wochen der Vorplanung nötig. Ebisch als Verbandsvertreter der Handwerkerbetriebe rät, dafür vier bis sechs Wochen einzuplanen. Zeitweise, etwa im Sommer über die Ferien, können neun bis elf Wochen Auftragsvorläufe entstehen.

3. Was sollten Hausbesitzer tun?

Nicht jeder kann und will sich den frühzeitigen Austausch seiner Heizung leisten. Und doch bieten sich drei Schritte an:

Schritt 1: Sich informieren und beraten lassen

Wenn Ihre Heizung älter als 15 Jahre ist, lohnt in allen Fällen ein Beratungsgespräch mit einem Handwerker. (Quelle: Symbolbild/ZVSHK/dpa-tmn)Wenn Ihre Heizung älter als 15 Jahre ist, lohnt in allen Fällen ein Beratungsgespräch mit einem Handwerker. (Quelle: Symbolbild/ZVSHK/dpa-tmn)

Ebisch empfiehlt, sich mit dem Szenario "Was wäre wenn" auseinanderzusetzen. "Besitzer von Heizungen, die über 15 Jahre alt sind, sollten sich Gedanken machen, was sie künftig haben wollen und sich darüber informieren." Auch Weber von co2online betont: "Wenn ich eine 25 Jahre alte Heizung habe und diese geht kaputt, sollte ich die Schublade aufziehen und einen Plan herausholen können."

Das kann kein ausgereifter Schlachtplan sein, der sich auf die Schnelle umsetzen lässt. Aber man sollte sich mindestens informiert haben, was möglich ist, und entschieden haben, was man künftig möchte. "Es dauert eine Weile, sich da einzulesen." Wer Solarthermie ergänzt, sollte einen Energieberater zurate ziehen.

Hier muss man wissen: Es kann gut sein, dass der gewohnte Heizungsbauer nicht auch der richtige Ansprechpartner für andere Energieträger ist, da er sich vielleicht nicht mit regenerativen Energien auskennt.

Schritt 2: Anlage begutachten lassen

BDH-Sprecher Frederic Leers sagt: "Viele Hausbesitzer haben kein Gespür dafür, wie es um den energetischen Zustand ihrer Heizung bestellt ist." Daher raten alle Experten übereinstimmend den Hausbesitzern, ihren Heizungsbauer oder den Schornsteinfeger beim nächsten Routinetermin um eine Einschätzung zum Gesamtzustand und zum energetischen Zustand der Heizung zu bitten.

Es kann dann auch sein, dass der Experte erst mal nicht den Austausch, sondern eine Optimierung der Anlage etwa durch einen hydraulischen Abgleich vorschlägt. Dabei stellt der Sanitärfachmann die Anlage neu ein. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gibt die Kosten dafür mit rund 650 Euro an. Ein Zuschuss von 30 Prozent durch den Staat ist möglich. Danach seien bei den Betriebskosten Einsparungen von bis zu zehn Prozent möglich.

Schritt 3: Staatliche Förderungen beantragen

Beim Thema Förderung ist Wissen und etwas Planung ein Vorteil. Denn der Austausch von Komponenten und das Aufrüsten und Modernisieren der Heizungen lässt sich mit staatlichen Fördergeldern und zinsgünstigen Krediten kofinanzieren. Aber bei vielen Angeboten müssen Hausbesitzer vor Beginn der Arbeiten einen Antrag stellen sowie bestimmte Standards erfüllen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
KlingelBabistabonprix.deLidl.deStreet OneCECILMADELEINEdouglas.deBAUR
Meistgesuchte Themen A bis Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Telekom Fotoservice
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017