Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Energie > LED >

Lichtverschmutzung durch LED: Die Welt wird immer heller

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Forscher warnen  

Darum sollten Sie auch mal das Licht ausmachen

25.11.2017, 22:23 Uhr | Gudrun Janicke, dpa

Lichtverschmutzung steigt durch LED-Lichter. (Screenshot: t-online.de)
Lichtverschmutzung steigt durch LED-Lichter

LED-Lichter sind mittlerweile überall zu finden.

Die Welt wird immer heller. Durch die vielen, dauerhaft betriebenen LED-Lichter steigt die Luftverschmutzung. (Quelle: t-online.de)


Deutlich erkennbare Sternzeichen am Himmel? Weltweit sind sie immer seltener zu beobachten. Lichtverschmutzung macht es zunehmend schwerer, Sterne sprichwörtlich vom Himmel zu holen.

Preiswert und effizient in der Lichtausbeute: Der Siegeszug der LED (Light Emitting Diodes) ist nicht mehr aufzuhalten.

Straßen und Plätze, Wohngebäude und Stadtwerbungen, aber auch Dekorationen gerade zur Weihnachtszeit sind taghell erleuchtet und können auf LED nicht verzichten. "Viel zu viel Licht, was nicht immer notwendig ist", sagt der Wissenschaftler Christopher Kyba vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam. Unter seiner Leitung entstand eine im Fachjournal "Science Advances" veröffentlichte, internationale Studie, nach der die Umrüstung auf LED-Beleuchtung zu steigender Lichtverschmutzung führt.

LED nicht immer günstiger

Kommunen, Unternehmen und Haushalte, die auf LED umsteigen, wollten zunächst sparen. Doch oft verkehre sich das ins Gegenteil, wenn dann das Geld für weitere und noch hellere Lampen ausgegeben werde, sagt Kyba.

Während Glühbirnen eine Lebensdauer von 1000 Stunden haben, können LED-Lampen bis zu 100.000 Stunden strahlen. Die neue Lampen-Generation ist auch beim Energieverbrauch überlegen, doch dafür relativ teuer.

Welt wird immer heller

Neue Satellitenaufnahmen belegen jetzt die Befürchtung, dass es auf der Erde immer heller wird. Die Forscher haben die Entwicklung der Lichtabstrahlung von 2012 bis 2016 verfolgt. Dabei habe die Intensität des künstlichen Lichts und die Größe der beleuchteten Fläche zugenommen, sagt Kyba. Seit 2012 seien es weltweit rund zwei Prozent pro Jahr, heißt es in der Studie. Global betrachtet sei das Maß des Anstiegs der künstlichen Beleuchtung mit dem Wachstum des Bruttosozialproduktes verknüpft, so Kyba.

Die Forscher nutzten für die Studie ein Radiometer namens VIIRS, das Licht im sichtbaren und nahe dem Infrarotbereich erfasst. Es kreist dem Forschungszentrum zufolge seit Oktober 2011 auf dem Satelliten Suomi-NPP um die Erde. So entstanden nach Angaben von Kyba sehr genaue Karten.

Lichtverschmutzung und Gesundheitsschäden durch LED

Der Sensor an der Kamera könne jedoch Licht mit Wellenlängen unter 500 Nanometer nicht "sehen". Beim Vergleich mit Aufnahmen vor Beginn des Projektes erschienen einige Städte damit sogar dunkler, obwohl sie gleich hell oder heller strahlten. Die Lichtverschmutzung sei somit noch stärker als von VIIRS gemessen. "LED-Licht bietet viele Möglichkeiten und kann super sein", sagt Kyba. Er befürchtet aber steigende Lichtverschmutzung weltweit.

"Beim Menschen kann das Licht sogar die Innere Uhr durcheinander bringen", sagt Franz Hölker, Projektleiter beim Forschungsverbund Verlust der Nacht. LED-Licht am Abend gaukle dem Körper vor, es sei bereits Tag, der Rhythmus komme durcheinander. Lichtverschmutzung wirkt sich auch auf nachtaktive Tiere aus, die sich nur schwer orientieren können. Es müsse über nachhaltigere Formen der Verwendung des Lichts nachgedacht werden, sagt Hölker: "Wo ist wie viel in welcher Intensität erforderlich."

Lichtqualität sollte bewertet werden

Die Kommunen haben derzeit vor allem Einsparungen an Kosten, Energie und CO2 im Blick, wenn sie sich für LED entscheiden, betont Friedrich Henckel, emeritierter Inhaber des Lehrstuhls Stadt- und Regionalökonomie an der Berliner Technischen Universität. "Es fehlt oftmals die Kompetenz und das Know-how, um auch die Qualität des Lichtes zu bewerten", sagt er. Es müsse Lichtplanungsprojekte geben, in denen Sozialwissenschaftler, Planer und auch Naturschützer zusammenarbeiten. Vor Ort sollten sie das Thema gemeinsam angehen.

Kyba sieht Möglichkeiten, dank moderner LED-Technik die Lichtemission um zwei Drittel zu senken, ohne dass Menschen es dunkler empfinden. Er sehe ein großes Potenzial bei der LED-Revolution. Kyba: "Wir müssen aber lernen, es maßvoll und punktgenau dann einzusetzen, wenn es notwendig ist."

Wenn Sie das Licht der vielen LEDs nicht mögen, haben Sie sicherlich noch Glühbirnen Zuhause. Sind Sie damit alleine?

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Shopping
Mit Echtgold-Dekor! 18-teiliges Kaffeeservice „Christmas“
nur 59,99 € bei Weltbild
Shopping
Das ideale Geschenk – NIVEA Eau de Toilette
bis 18.12.versandkostenfrei bestellen auf NIVEA.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017