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Gartentipps: So machen Sie den Garten winterfest

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Auslichten ja, aber in Maßen  

So machen Sie den Garten winterfest

12.10.2017, 10:06 Uhr | ts, dpa

Gartentipps: So machen Sie den Garten winterfest. Nahaufnahme Blätter (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/moodboard)

Auch wenn der Herbstgarten schön ist, sollten Sie ihn jetzt auf den Winter vorbereiten. (Quelle: moodboard/Thinkstock by Getty-Images)

Viele Gartenbesitzer legen sich jetzt noch mal richtig ins Zeug: Sie düngen den Rasen, schneiden Stauden zurück und schützen empfindliche Pflanzen. Aber ist das alles wirklich nötig, um den Garten winterfest zu machen? Gartenbau-Experte Thomas Wagner sagt Nein. Welche Maßnahmen wirklich wichtig sind und welche eher schaden, erfahren Sie hier.

Auslichten ja, aber in Maßen

Stauden kann man zwar vor der Frostperiode zurückschneiden, Thomas Wagner rät jedoch, damit bis zum Frühling zu warten und zwar aus mehreren Gründen: "Dem Gartenfreund geht so manches schöne Wintergartenbild verloren." Blätter, Blüten und Zweige schützen die Pflanze außerdem vor Frost und helfen vielen kleinen Nützlingen zu überwintern. Anders sieht es bei Obstbäumen aus: Mit Ausnahme von empfindlichen Pfirsich- und Süßkirschbäumen schneidet man sie am besten zwischen November und April zurück, bevor sie neu austreiben. "Natürlich sollten Sie nicht gerade bei minus 20 Grad schneiden." Beim Rosenschnitt gehen die Meinungen auseinander. "Ich bin ein Fan vom zwei Etappenschnitt", erklärt Thomas Wagner. Vor dem Winter schneidet man Rosen auf 2/3 zurück. Ende Februar sollten die Rosen dann noch einmal auf 10 Zentimeter gekürzt werden.

Was muss "verpackt" werden?

Rosen sollten bis zur Veredelungsstelle angehäufelt werden. Exoten wie Kamelien bekommen ebenso eine "Winterverpackung" wie empfindliche Kübelpflanzen. Ansonsten braucht man es mit dem Frostschutz nicht übertreiben. Rosen sollten Sie allerdings zum Schutz mit Kompost schützen, vor allem wenn diese nicht tief genug um Erdreich eingepflanzt sind. Auch Olivenbäume und Kamelie brauchen etwas Schutz – hier reichen entsprechende Vliese aus.

Die meisten Bäume, Sträucher, Stauden und Gräser leiden unter den kalten Temperaturen in der Nacht noch nicht. Zwar muss keine Panik eintreten beim ersten Absinken der Temperatur. Zitruspflanzen, Oleander, Oliven und Agapanthus überstehen auch einige Tage leichteren Frost oder sogar Schnee - allerdings keine wochenlangen heftigen Minustemperaturen. Diese Pflanzen kommen daher an einen kühlen, aber frostfreien und hellen Lagerort. Andere Pflanzen sollten Sie in Ihren Wintergarten, Gartenhäuschen oder auch in Ihr Wohnzimmer stellen. Achten Sie dabei darauf, dass der Temperaturunterschied nicht zu groß ist.

Jetzt ans Frühjahr denken

Bis in den November ist der beste Zeitpunkt, Blumenzwiebeln für Tulpen, Krokusse und Co. in die Erde zu bringen. Diese Knollen brauchen die Kälte, um ihre Wurzeln richtig entwickeln zu können. Generell ist beim Pflanzen von Blumenzwiebeln zu beachten: Die Spitze der Zwiebel sollte immer nach oben zeigen und doppelt so tief gesetzt werden, wie sie dick ist. Wenn Sie die Zwiebeln mit Erde locker bedeckt haben, gießen Sie sie gut an. Bedecken Sie das Beet zusätzlich mit Rindenmulch, so sind die Blumenzwiebeln gegen Kälte geschützt.

Solange der Boden nicht gefroren ist, darf auch noch gepflanzt werden: Obstgehölze sowieso, aber auch Rosen. Thomas Wagner weiß: "Die wurzelnackte Ware, die im Moment angeboten wird, ist deutlich preiswerter." Außerdem haben die Pflanzen jetzt gepflanzt schon einen Vorsprung im Frühjahr.

Keine Radikalkur für den Rasen

Beim Rasen heißt es jetzt: Weniger ist mehr. Wer den Rasen jetzt noch vertikutiert oder kurz mäht, schadet ihm mehr als zu nützen. Der letzte Schnitt erfolgt je nach Temperatur bis Ende November. Doch Vorsicht: "Wird der Rasen jetzt zu kurz geschnitten, geht er gestresst in den Winter", erklärt Gartenbauingenieur Wagner. Sein Tipp: Beim letzten Schnitt die höchste Schnitteinstellung wählen, das schützt den Rasen im Winter. Auch wenn viele Gartenratgeber das Gegenteil empfehlen: Vertikutieren und Düngen vor der Kälteperiode sei Quatsch. "Der Rasen braucht jetzt keine Nährstoffe", sagt Wagner, "das Zeug liegt nur rum, wird ausgewaschen und der Stickstoff geht ins Grundwasser." Solche Maßnahmen kann man also getrost aufs Frühjahr verschieben. Statt dessen sollte der Rasen vor dem Winter gekalkt werden, um ihn vor Moosen zu schützen. Auch Unkräuter können jetzt noch ausgestochen werden.

Wer mehr Zeit investieren mag, dem rät Gartenexperte Wagner, fein gesiebten Kompost zu verteilen und mit dem Federbesen einzuharken. Das geht per Hand oder mit einer Rasensaatmaschine.

Gießen nicht vergessen

Ist der Garten soweit vorbereitet, kann der Winter kommen. Doch ganz ausruhen sollte man sich nicht: Kaputte Pflanzen nach einem langen Winter sind nicht unbedingt ein Zeichen für starken Frost – viele Gartenbesitzer vergessen schlicht, ihre Schützlinge auch in der kalten Jahreszeit regelmäßig zu gießen.

Vor allem Kübelpflanzen, aber auch immergrüne Pflanzen wie Rhododendron oder Kirschlorbeer sollten bei frostfreiem Wetter gewässert werden.

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