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Aktuelles Urteil: Hecken- und Sträucherroden ab März verboten

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Bußgeld droht  

Aktuelles Urteil: Hecken- und Sträucherroden ab März verboten

10.02.2018, 16:19 Uhr | sah, msc, Simone A. Mayer, dpa-tmn

Aktuelles Urteil: Hecken- und Sträucherroden ab März verboten. Beim Heckenschneiden müssen Sie den 1. März gut im Blick haben. (Quelle: imago/xblickwinkel/McPhotox)

Beim Heckenschneiden müssen Sie den 1. März gut im Blick haben. (Quelle: xblickwinkel/McPhotox/imago)

Vom 1. März bis 30. September dürfen Hecken in Deutschland nicht entfernt oder stark geschnitten werden – eine Regelung zum Schutz von Vögeln und Insekten. Hobbygärtner müssen aber nicht vorsorglich zur Schere greifen, um die erlaubte Heckenhöhe einhalten zu können, wie ein aktuelles Urteil zeigt.

Gartenbesitzer müssen sich in diesen Wochen beeilen: Wer eine Hecke radikal abschneiden oder gar entfernen will, muss dies bis Ende Februar getan haben. Anschließend verbietet das Bundesnaturschutzgesetz solche Arbeiten bis zum Ende des Sommers. Darauf weist die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hin.

Welche Hecken und Pflanzen sind betroffen?

Das Gesetz gilt für alle Hauseigentümer und Kleingärtner und betrifft das Roden, Radikalschneiden und Zerstören von

  • Hecken
  • Wallhecken
  • Gebüschen
  • Röhricht
  • Schilf

Betroffen sind freie Landschaften und Siedlungsbereiche (also Wohngebiete) in allen deutschen Bundesländern.

Warum ist das Heckenschneiden verboten?

Damit sollen die Brut- und Niststätten vieler Tiere, vor allem heimischer Vögel, geschützt werden. Deren natürliche Brutstätten sind in den vergangenen Jahren durch veränderten Anbau in der Landwirtschaft weitgehend verschwunden. Nistplätze in privaten Gärten sollen deshalb geschont werden.

Aktuelles Urteil: Nicht vorsorglich zur Schere greifen

Eine besondere Vorsorge für die Verbotszeit ist allerdings nicht nötig, wie eine Entscheidung des Landgerichts Freiburg zeigt. Das Gericht beschäftigte sich mit der Frage, ob Grundstücksbesitzer die Hecke vor dem 1. März so kürzen müssen, dass das Grün auch nach diesem Datum während der Vegetationszeit nicht höher wird als erlaubt. Denn es gibt in manchen Nachbarrechtsgesetzen der Bundesländer Bestimmungen, wie hoch Hecken maximal werden dürfen.

Das Urteil: Hecken dürfen im Sommer auch höher werden als die Maximalhöhe, die in diesem Fall das baden-württembergischen Nachbarrechtsgesetz vorsieht (Az.: 3 S 171/16). Eine Verpflichtung zum vorsorglichen Rückschnitt bestehe nicht, entschied das Gericht. Sie mache auch praktisch keinen Sinn, weil das Pflanzenwachstum kaum vorhersehbar sei. Das Gericht wies damit die Klage eines Nachbarn ab. Das Urteil ist den Angaben des Landgerichts zufolge rechtskräftig.

Wie hoch kann das Bußgeld ausfallen?

Ein Verstoß gegen das Landschaftsschutzgesetz ist eine Ordnungswidrigkeit. Wer seine Hecken oder Sträucher also ab dem 1. März rodet oder stark zurückstutzt, kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bestraft werden. Die einzelnen Landesregierungen dürfen den Schutzzeitraum sogar noch erweitern.

Welche Arbeiten sind erlaubt?

Erlaubt sind im Frühjahr und Sommer aber Form- und Pflegeschnitte. Unerwünschter Wildwuchs an den Pflanzen kann entfernt und wieder in Form gebracht werden. Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht ist dies sogar nötig. Denn Hecken, Sträucher und Bäume dürfen nicht über den Bürgersteig oder die Fahrbahn wuchern. Aber auch hier sollten Gartenbesitzer auf brütende Tiere Rücksicht nehmen.

Welche Rolle spielt das Wetter beim Zuschnitt?

Im März oder April hat die Brutsaison der Vögel noch nicht ihren vollen Lauf genommen. Wann genau Sie die Heckenschere rausholen, hängt zum Teil auch von den Wetterbedingungen ab: Anfang März friert es noch vielerorts, so dass von einem Formschnitt eher abzuraten ist. Warten Sie mindestens eine Außentemperatur von plus zehn Grad Celsius ab. Umgekehrt ist starke Hitze gerade bei der Schnittpflege im Spätsommer unbedingt zu vermeiden – andernfalls könnten die frisch beschnittenen Triebe schnell austrocknen.

Gibt es Ausnahmen beim Heckenschnitt?

Naturnahe Hecken wie die Hagebutte oder der Schwarze Holunder stellen beim Zuschneiden eine Ausnahme dar: Hier hängt der richtige Zeitpunkt stark vom Zustand der Hecke ab. Oftmals sprießt eine solche in alle Himmelsrichtungen, wodurch der Eingangszuschnitt im Frühjahr für eine ansprechende Optik im Garten nicht ausreicht.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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