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Liguster: So pflanzen und schneiden Sie die Hecke richtig

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Robuster Strauch  

Liguster: So pflanzen und schneiden Sie die Hecke richtig

07.03.2017, 12:00 Uhr | ad, t-online.de

Liguster: So pflanzen und schneiden Sie die Hecke richtig. Ligusterhecken sind ein beliebter Sichtschutz für viele Vorgärten. (Quelle: imago/Redeleit)

Ligusterhecken sind ein beliebter Sichtschutz für viele Vorgärten. (Quelle: Redeleit/imago)

Der Liguster, auch Rainweide, Beinholz oder Zaunriegel genannt, ist ein robuster, anpassungsfähiger Strauch für Hecken von zwei bis drei Meter Höhe. Er wächst im Vergleich zu anderen Heckenpflanzen schnell und dicht verzweigt.

Die ideale Heckenpflanze

Die Bezeichnung Rainweide trägt der Liguster, weil er angeblich genauso hart im Nehmen ist wie eine Weide. Tatsächlich geht die Regeneration der Heckenpflanze schnell vonstatten: In der Regel sind zwei, häufig sogar drei Zuschnitte im Jahr notwendig.

Da er keine besonderen Ansprüche an Standort und Bodenbeschaffenheit stellt, gilt der Liguster als Allrounder und Allzweckwaffe im heimischen Garten.

Giftige Beeren, bei Vögeln beliebt

Auch bei Vögeln steht das Gewächs hoch im Kurs, da seine schwarzen Früchte eine wichtige Nahrungsquelle sind: Die Blüten des Ligusters wachsen zu kugelförmigen, glänzenden Beeren aus, die für Menschen giftig sind. Der Verzehr der Früchte, gerade in größeren Mengen, kann zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.

Immergrüne Sorte sorgt für Sichtschutz im Winter

Der Gewöhnliche Liguster, botanisch Ligustrum vulgare, verliert im Winter einen Großteil seiner Blätter. Trotzdem eignet er sich aufgrund seiner dichten Verzweigung immer noch gut als Sichtschutz und Windschutz über das ganze Jahr – ähnlich wie die Hainbuche und Rotbuche.

Häufig wird zur winterharten Sorte Atrovirens gegriffen. Sie behält einen großen Teil ihres grünen Laubes im Winter, bis sich im Frühjahr schöne neue Blätter bilden. Ebenfalls beliebt ist die Sorte Ligustrum ovalifolium – der ovalblättrige Liguster. Er zeichnet sich durch sein dunkelgrün glänzendes Laub aus. In milden Lagen behält auch der Ovalifolium im Winter seine Blätter.

Sträucher wachsen rasch in die Höhe

Die Ligusterhecke ist völlig anspruchslos und wächst auf jedem Gartenboden. Die Pflanze gedeiht am besten an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Wenn Sie der Hecke einen jährlichen Schnitt verpassen, bleiben die gelblich-weißen Blütenrispen im Juni und Juli und auch die schwarzen, erbsengroßen Früchte aus.

Die bis zu sechs Zentimeter langen Blätter des Ligusters sind elliptisch und dunkelgrün. Der aufrecht wachsende Strauch hat einen Jahreszuwachs von über 40 Zentimeter und kann im Alter über drei Meter hoch werden. Einen kräftigen Rückschnitt verträgt der Liguster bis in das alte Holz.

Liguster kaufen: verschiedene Sorten

Wer Liguster im Herbst pflanzen möchte, kann ab Anfang Oktober wurzelnackte Pflanzen kaufen. Auf der Suche nach jungen Ligusterpflanzen sollten Sie schnell fündig werden: Baumschulen und Baumärkte bieten die Pflanzen in der Regel an. Viele Sorten können sogar über Online-Shops bestellt werden.

Der Gemeine Liguster (Ligustrum vulgare) ist in einer gut pflanzbaren Höhe von circa 80 Zentimeter bereits für ein paar Euro erhältlich. Die winterharte Sorte Atrovirens kostet ein wenig mehr, zählt aber auch zu den preiswerten Heckenpflanzen.

Liguster pflanzen und gießen

Der Liguster wird am besten im Oktober gepflanzt, Sie können sich aber auch bis zum Frühjahr Zeit lassen. Spätestens Ende April sollten die Pflanzen aber in der Erde sein.

Zu Beginn benötigt der Strauch viel Wasser, daher sollten Sie ihn nicht gerade im Hochsommer setzen. Im Normalfall ist es ausreichend, auf Regen zu warten – zusätzlich gewässert werden muss die Pflanze nur bei extremer Trockenheit.

So setzen Sie Ligusterhecken

Pro Meter Ligusterhecke sollten nicht mehr als drei Pflanzen stehen, ein Abstand von 30 Zentimeter ist also sinnvoll. Zu Beginn setzen Sie idealerweise einen Meter hohe Pflanzen, sodass die Hecke möglichst bald blickdicht wird. Zum Setzen der jungen Pflanzen heben Sie einen Graben aus, circa 40 Zentimeter breit und 40 Zentimeter tief. Wenn Sie längere Heckenabschnitte anpflanzen wollen, dann sollten Sie den Graben an einer gespannten Schnur ausrichten, um einen geraden Heckenverlauf sicherzustellen.

Zu Beginn kräftig schneiden

Mit dem Schneiden können Sie vor dem ersten Austrieb im frühen Frühjahr beginnen. Der Liguster gilt als sehr schnittfest – daher können die Hecken sehr schön in Form gebracht werden. Auch abgeschnittene Zweige treiben ab Mai zügig wieder aus, wodurch sich ein zweiter Rückschnitt ab Ende Juni anbietet. Anfangs ist ein häufiger Heckenschnitt sogar nötig, um das Wachstum anzuregen!

So wird die Ligusterhecke erweitert

Eine Ligusterhecke kann einfach erweitert werden. Stellen Sie dazu die beim Heckenschnitt anfallenden Stecklinge (Mindestlänge: 20 Zentimeter) in Wasser, decken sie mit Folie ab und pflanzen sie nach einigen Monaten ein.

Sofern der Trieb noch nicht allzu stark verzweigt ist, schneiden Sie ihn auf eine Länge von maximal 30 bis 50 Zentimeter. So erreichen Sie eine stärkere Verzweigung, was den Liguster auch im unteren Bereich schön dicht ausfüllt. Fällt die Verzweigung dann immer noch nicht stark genug aus, können Sie die Intensität durch die Anzahl der Zuschnitte steuern: Weitere Verjüngungsschnitte bewirken häufig wahre Wunder.

Die Beeren des Liguster-Strauchs (Quelle: blickwinkel/imago) (Quelle: imago/blickwinkel)Die Beeren des Liguster-Strauchs (Quelle: blickwinkel/imago)

Tipp: Der letzte Schnitt sollte spätestens im Herbst erfolgen. Auch wenn Ligusterhecken häufig das ganze Jahr über grün sind, sollten Sie der Pflanze im Winter etwas Ruhe gönnen.

Der Herbstschnitt ist allerdings auch nicht zwingend nötig – viele Gartenfreunde schwören darauf, erst im Februar wieder tätig zu werden. Der Grund: Falls nach dem Herbstschnitt noch junge Triebe entstehen, reifen diese nicht mehr rechtzeitig aus und sind anfällig für Frostschäden, informiert die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG).

Achtung: Wann nur schonende Pflegeschnitte erlaubt sind

Wer seine Ligusterhecke regelmäßig schneidet, sollte bei der Wahl des Zeitpunktes zwei wichtige Dinge beachten: Zwischen dem 1. März und dem 30. September ist laut Bundesnaturschutzgesetz das umfangreiche Beschneiden von Hecken und Bäumen verboten. Das Gehölz dient Vögeln als Brutstätte. Ausgenommen von dieser Regelung sind schonend durchgeführte Form- oder Pflegeschnitte. Vorausgesetzt wird dabei aber, dass Sie stets auf brütende Vögel Rücksicht nehmen!

Der Liguster während der Blüte (Quelle: arco-images/imago) (Quelle: imago/arco-images)Der Liguster während der Blüte (Quelle: arco-images/imago)

Tipp: Wenn Sie keinen Wert auf die perfekte Form legen, genügt es, Ihren Liguster zweimal im Jahr zu schneiden – beispielsweise direkt vor und direkt nach der Schonzeit für Vögel.

Rückschnitt: Astschere oder Heckenschere einsetzen

Dicke Äste schneiden Sie am besten mit einer Ratschenschere, dünneren Vertretern rücken Sie mit einer herkömmlichen Astschere zu Leibe. Höhere Lagen von drei bis vier Meter erreichen Sie mit einer Schneidgiraffe oder über eine kleine Leiter. Gerade bei großflächigen Hecken erleichtert Ihnen eine elektrische Heckenschere die Arbeit.

Scharfe und saubere Klingen verwenden

Sorgen Sie grundsätzlich für ein scharfes Scherblatt, um saubere, glatte Schnittstellen an den Zweigen sicherzustellen. Bei bereits dicht gewachsenen Hecken ist es ratsam, die Heckenschere mehrmals über eine Fläche zu führen, um den Liguster gründlich und gleichmäßig zu stutzen. Die unempfindliche Heckenart wächst schnell nach und neue Triebe sorgen bald für weitere Verzweigungen.

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