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Rhododendron schneiden, düngen und richtig pflegen

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Rhododendron  

Rhododendron im Garten richtig pflegen

25.04.2016, 15:53 Uhr | dpa-tmn; rw; sj, zuhause.de, dpa-tmn

Rhododendron schneiden, düngen und richtig pflegen. Der Rhododendron braucht gleichmäßige Feuchtigkeit und nach der Blüte Dünger. (Quelle: imago/Redeleit)

Der Rhododendron braucht gleichmäßige Feuchtigkeit und nach der Blüte Dünger. (Quelle: Redeleit/imago)

Der Rhododendron zählt zu den beliebtesten Sträuchern in Deutschlands Gärten. Kein Wunder, denn schon im Frühling begeistert er das Gärtner-Herz mit seiner atemberaubenden Blütenfülle. So sorgen die farbenfrohen Rhododendren schon für Farbtupfer im Garten, wenn sonst noch wenig blüht. Doch auch wenn sie insgesamt recht unkompliziert sind, kann bei ihrer Pflege einiges schief gehen. Die größten Fehler bei der Rhododendron-Pflege haben wir für sie zusammengestellt.

Wenn mit der Frühlingssonne die ersten Rhododendren ihre Blüten öffnen, beginnt in den halbschattigen Bereichen des Gartens ein farbenfrohes Spektakel. Die Blütezeit der meisten Sorten liegt zwischen April und Juni. Das Farbspiel der leuchtend großen, halbkugeligen Trauben, die sich aus glocken- bis trompetenförmigen Einzelblüten zusammensetzen, reicht dabei von Weiß über Zartrosé bis hin zu knalligen Gelb-, Rot- oder Lilatönen.

Fehler beim Düngen vermeiden

Man muss die Blütezeit abwarten, um düngen zu können. Denn das Gehölz möchte nicht wie viele andere Sträucher vor der Blüte eine Düngergabe, sondern erst danach. Darauf weist der Bund deutscher Baumschulen hin. Der Dünger sollte nach Packungsangaben dosiert und leicht in die Erde eingearbeitet werden. Damit nach der Blüte nicht zu viel Kraft in die Samenbildung verschwendet wird, kann man die welken Blüten vorsichtig abknipsen. Man sollte dabei aber nicht die neuen Knospen beschädigen.

Rhododendron überzeugt nicht nur durch die schöne Blüte

Die Freude der Gärtner an den Sträuchern liegt nicht nur an deren schönen Blüten. "Rhododendren übernehmen eine Vielzahl von gestalterischen Funktionen", schwärmt Björn Ehsen, Gärtnerischer Leiter des Parks der Gärten im niedersächsischen Bad Zwischenahn. "Es sind wichtige Gerüst- und Strukturbildner, die man nicht nur einzeln, sondern auch in Gruppen oder als Hecken pflanzen kann." Darüber hinaus kommen klein bleibende und schwachwüchsige Sorten in Kübeln und Töpfen zurecht.

Genügend Platz beim Pflanzen einplanen

Unter guten Bedingungen entfalten sich Rhododendron-Sträucher im Laufe der Jahre zu prachtvollen, stolzen Büschen. Daher sollte man schon bei der Auswahl eines Standortes bedenken, wie viel Platz die Gewächse später brauchen werden. "In der Jugend kann man Bodendecker rund um die jungen Sträucher pflanzen, um den Platz nicht nur freizuhalten, sondern gestalterisch zu nutzen", empfiehlt Ehsen. Er rät zu Stauden wie Schaumblüte und Golderdbeere, die zunächst eine geschlossene Pflanzendecke bilden und dann von den sich ausbreitenden Sträuchern nach und nach verdrängt werden.

Eine Vermischung mit länger blühenden Stauden ist auch schon wegen der vergleichsweise kurzen Blühdauer des Rhododendron von wenigen Wochen sinnvoll. Damit die Rhododendronblüten möglichst lange erhalten bleiben, sollte man beim Gießen darauf achten, dass man sie nicht mit Wasser übergießt oder bespritzt.

Rhododendron besser nicht schneiden

Ist ein Rhododendron im Laufe der Jahre doch zu groß und üppig geworden, müsste man ihn eigentlich zurückschneiden. Dass der Rhododendron die Knospen für das Folgejahr schon nach der Blüte ausbildet, macht einen Rückschnitt bei den meisten Sorten problematisch. Er ist daher im Normalfall nicht zu empfehlen. "Ein radikaler Rückschnitt ist abhängig von der Sorte und Vitalität des Rhododendron", erklärt Ehsen. Grundsätzlich vertragen sogenannte stecklingsvermehrte Sorten den Schnitt – zumindest wenn die Pflanze gesund ist. "Veredelte Sorten nehmen einen Rückschnitt häufig übel", warnt Ehsen.

Will man alte, aus der Form geratene Rhododendren dennoch zurechtstutzen, ist das zeitige Frühjahr ein guter Termin. Frost sollte aber nicht mehr drohen. Dann sollte der Strauch so geschnitten werden, dass er anschließend buschig nachwachsen kann. Dabei werden notgedrungen die Knospen mit weggeschnitten. Es kann allerdings passieren, dass sich danach zwei Jahre lang keine Blüten zeigen.

Man kann den zu groß gewordenen Rhododendron auch umpflanzen. Denn das Gehölz hat kompakte Wurzeln, die direkt unterhalb der Erdoberfläche wachsen. Der beste Zeitpunkt zum Umpflanzen ist Anfang September bis Mitte November. Das nächste gute Zeitfenster liegt dann im Frühjahr zwischen Anfang März bis Mitte Mai. Vor dem Versetzen bindet man das Gehölz am besten zusammen. Das verringert die Gefahr, dass Zweige brechen, und es vereinfacht das Transportieren.

Rhododendron braucht wenig Pflege

Der Pflegeaufwand der langlebigen Gehölze ist gering. "Grundsätzlich ist eine gleichmäßig hohe Boden- und Luftfeuchtigkeit ideal für das Wachstum", erklärt Hartwig Schepker, Wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens und Rhododendron-Parks Bremen. Vor allem während der Blüte und dem Laubaustrieb sollten die flach wurzelnden Gehölze gut mit Wasser versorgt werden. Ein untrügliches Zeichen für Wassermangel sind eingerollte Blätter. Am besten gedeihen fast alle Rhododendren im lichten Halbschatten. Manche Arten, wie die Rhododendron-Yakushimanum-Hybriden kommen laut Ehsen aber auch an sonnigen Plätzen zurecht.

Saurer Boden ist für den Rhododendron optimal  

Äußerst anspruchsvoll sind Rhododendren allerdings, wenn es um die Beschaffenheit des Bodens geht. "Rhododendren wachsen auf einem humosen Boden mit einem möglichst sauren pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5", sagt Ehsen. Es gibt jedoch Abhilfe. 

Neue Sorten des Rhododendron gedeihen auch in schweren, ton- und lehmhaltigen Böden mit hohen pH-Werten zwischen 5,5 und 7 gut. Diese Sorten werden als Unterlage bei der Veredelung genommen. Sie sind also der untere Teil der Pflanze mit dem Wurzelwerk, der mit einem Trieb einer anderen Sorte zusammengesetzt wird. Diese obere Sorte bringt andere gute Eigenschaften in die Kooperation ein, etwa duftende Blüten oder einen schönen Wuchs.

Solche Pflanzen erkennt man im Fachhandel zum Beispiel an der Aufschrift "INKARHO", worauf der Bund deutscher Baumschulen verweist. Dahinter steht die Interessensgemeinschaft Kalktoleranter Rhododendron, ein Zusammenschluss von Baumschulen, die sich auf diese Pflanzengruppe spezialisiert haben. Die Deutsche Rhododendren-Gesellschaft rät zu diesen Züchtungen insbesondere bei Böden mit hohen pH-Werten von 6.0 bis 7.5.

Boden für Rhododendron vorbereiten

Wer nicht auf diese neuen Entwicklungen zurückgreifen will, hat etwas mehr Arbeit mit der Pflanze, aber die Aufzucht gelingt dennoch. Der Hobbygärtner muss seinen Boden vorbereiten und Humus und notfalls auch saure, organische Materialien einarbeiten. Die Rhododendren-Gesellschaft rät etwa zu kompostierter Rinde und Holzfasern, Nadelerde sowie verrottetem Laub und darunter insbesondere Eichenlaub.

Schwere Böden mit hohem Ton- beziehungsweise Lehmgehalt müssen lokal auch ausgetauscht werden. Hier sollte zum Beispiel das Pflanzloch nicht wie üblicherweise doppelt so groß wie der Wurzelballen sein, sondern den vierfachen Ballendurchmesser haben. Es wird dann mit humushaltiger, saurer Pflanzerde verfüllt.

Und diese Böden brauchen regelmäßig geeigneten Dünger: Bei pH-Werten von über 5,0 sollte der Gärtner regelmäßigen sauren Humus einarbeiten, etwa Nadelstreu. Die Alternative sind sauer wirkender Dünger sowie Bodenhilfsstoffe wie Ammoniumsulfat, Aluminiumsulfat und Schwefel - hier ist aber wichtig, nicht zu überdosieren.

Heimtückische Rhododendron-Zikade

Im Spätsommer droht Gefahr durch einen Schädling. Die Rhododendron-Zikade nutzt den Strauch als Brutstätte. Bis in den Herbst legen die rot-grün gemusterten Insekten ihre Eier in der Pflanze ab – dabei werden die jungen Knospen regelrecht aufgeschlitzt. Über die so entstandenen Wunden übertragen die Tiere den nordamerikanische Pilz "Pycnostysanus azaleae" auf die Pflanze. Dieser vermehrt sich dort schnell und schädigt den Strauch nachhaltig, erläutert der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Die Eier der Zikaden überwintern in den Knospen, schlüpfen im Frühjahr und ernähren sich dann vom Pflanzensaft des Rhododendron.

Bekämpfen kann man die Zikaden mit sogenannten Gelbtafeln, die für diesen Zweck in die Büsche gehängt werden. Sie locken die Schädlinge an, die dann nach dem Erstkontakt auf den Tafeln kleben bleiben. Es ist außerdem zu empfehlen, die braunen und schwarzen Knospen abzupflücken. Das geschieht am besten schon vor der Schlupfzeit der Zikade, die um den April herum liegt. Die entfernten Blüten werden dann direkt dem Hausmüll zugeführt, da der Pilz sich über Kompost oder Biotonne weiterverbreiten kann.

Dickmaulrüssler befällt Rhododendren

Auch der Dickmaulrüssler macht sich bevorzugt über Rhododendren her. Man erkennt einen Befall daran, dass die Blätter am Rand angefressen sind. Die Larven den Schädlings knabbern die Wurzeln an. Als natürliches Mittel gegen die Larven haben sich Nematoden bewährt. Die im Gartencenter erhältlichen Fadenwürmer werden mit dem Gießwasser ausgebracht und fressen dann die Schädlinge auf, ohne der Pflanze zu schaden.

Über 1000 Rhododendron-Sorten sind bekannt

Der Vorfrühlings-Rhododendron ist einer der ersten, der seine Farbe zwischen den sonst noch kahlen Sträuchern zeigt, andere Rhododendron-Sorten warten damit bis in den Juni hinein. "Es gibt über 1000 verschiedene Arten", weiß Ehsen.

Zwar gibt es darunter auch wild wachsende Sorten, wie etwa die Rostblättrige und die Bewimperte Alpenrose. "Diese beiden Arten sind gärtnerisch jedoch uninteressant", erläutert Ehsen. "Die im Garten verwendeten Rhododendren sind in der Regel Hybriden und stammen von Arten ab, die in Asien und Nordamerika beheimatet sind." Vor rund 200 Jahren wurden sie erstmals nach England gebracht und traten dann ihren Siegeszug durch englische und später auch deutsche Gärten an.

Für jeden Garten gibt es die passende Sorte

Nach den jeweiligen Wuchs- und Blüheigenschaften ihrer Hybriden werden die verschiedenen Arten in sieben verschiedene Rhododendron-Gruppen eingeteilt. So kann für jeden Standort und für jeden Garten der perfekte Rhododendron ausgewählt werden.

Großblumige Hybriden für große Gärten

"Große Blüten, immergrünes Laub und Wuchshöhen zwischen ein und vier Metern Höhe sind beispielsweise typisch für die Großblumigen Hybriden", erläutert der Pflanzenökologe Schepker. Die wuchtigen Sträucher seien vor allem für große Gärten gut geeignet.

Yakushimanum-Hybriden für den Hausgarten

"Ideal für den kleineren Hausgarten sind die Yakushimanum-Hybriden", sagt Björn Ehsen. Typisch sei ein ballförmiger, kompakter Wuchs, man erkenne sie auch leicht an dem silbrig-filzigen Neuaustrieb. Die Sorten tragen schon in jungen Jahren eine reiche Blüte. "Bei ausreichender Bodenfeuchte vertragen sie sogar vollsonnige Standorte", ergänzt Schepker.

Williamsianum-Hybriden für sonnige Standorte

Typisch für die Williamsianum-Hybriden sind ihre glockenförmigen Blüten. Die Kleinblumigen Hybriden eignen sich für sonnige Standorte, an denen sie zwar als schwachwüchsig gelten, aber dafür umso prächtigere Blüten austreiben. Die klein bleibenden Repens-Hybriden haben auffällige rote Blüten. "Japanische Azaleen wachsen kompakt und sind wintergrün - das heißt, sie werfen ihre Blätter erst im oder nach dem Winter ab", sagt Ehsen. Sie haben intensive Blütenfarben.

Azaleen für eine prächtige Herbstfärbung

Die siebte Gruppe bilden die Sommergrünen Azaleen. "Die Sorten sind laubabwerfend und haben meist duftende Blüten", berichtet Schepker. Außerdem bereichern viele der Sorten den Garten mit einer prächtigen Herbstfärbung. Sie brauchen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. 

Pflege-Steckbrief Rhododendron
Standort

Lichter Halbschatten, manche Rhododendron-Arten kommen aber auch an sonnigen Plätzen zurecht.

BodenMöglichst sauer mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5.
Schneiden

Ein guter Zeitpunkt ist das Winterende. Doch Vorsicht: Veredelte Sorten nehmen einen Rückschnitt häufig übel.

SchädlingeIm Spätsommer droht Gefahr durch die Rhododendron-Zikade. Bekämpfen kann man die Zikaden mit sogenannten Gelbtafeln.

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