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Waschbären erfolgreich von Garten und Haus fernhalten

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Waschbären aus Haus und Garten vertreiben

07.07.2016, 13:26 Uhr | sikoe, zuhause.de

Waschbären erfolgreich von Garten und Haus fernhalten. Der Waschbär: ungebetener Gast in Garten und Haus. (Quelle: imago)

Der Waschbär: ungebetener Gast in Garten und Haus. (Quelle: imago)

Der Waschbär ist auf dem Vormarsch und entwickelt sich zu einer echten Plage. Immer häufiger trifft man den maskierten Eindringling auch in heimischen Gärten, auf Terrassen und Balkonen. Er verwüstet Blumenbeete, räumt Mülltonnen aus und ist sogar eine Gefahr für Ihre Haustiere. Geeignete Schutzmaßnahmen werden also immer wichtiger. Damit der Waschbär sich gar nicht erst bei Ihnen einnisten kann, sollten Sie einige Hinweise beachten. Mit diesen Tipps zeigen wir, wie man sein Haus vor den geschickten Kletterern schützen kann.

Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Allesfresser hinterlassen auf Dachböden ihre Duftmarken und kommen durch Katzenklappen und offene Türen oft bis ins Haus. Häufig gelangen die Tiere über Bäume auf die Dachböden der Häuser, zerstören so die Dachisolierung oder verursachen allein durch Kot und Urin Schäden, die in Höhe von mehreren tausend Euro pro Haus liegen können. Die nachtaktiven Plagegeister sind mittlerweile auch bei uns weit verbreitet. Der beste Weg, sie loszuwerden ist, es ihnen von Anfang an so ungemütlich wie möglich zu machen.

Bären mit Migrationshintergrund

Erstaunlich und ein Indiz für die rasend schnelle Verbreitung der Waschbären ist die Tatsache, dass fast alle deutschen und sogar mitteleuropäischen Waschbären von nur zwei Paaren abstammen. Die beiden Paare wurden 1934 am Edersee in die Freiheit entlassen und in der perfekten Umgebung - viel Wald, viel Wasser, viel Nahrung - entwickelte sich die Population prächtig. 25 Jahre später lebten in Deutschland schon 20.000 Waschbären, heute sind es wohl mehr als eine halbe Million, und ein Rückgang ist bisher nicht in Sicht.

Waschbären bekämpfen: Nicht alle Methoden sind erlaubt

Keinesfalls sollte man einen Hund auf den Waschbären hetzen. Nicht nur, dass dies einen schweren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt, derartige Auseinandersetzungen gingen in der Vergangenheit durchaus für den Hund – und nicht etwa für den Waschbären – tödlich aus. Das berichtet zumindest der Brandenburger Landesjagdverband. Die Tiere seien sehr aggressiv und hätten im vergangenen Jahr vier Jagdhunde getötet, sagt Joachim Olbrecht, Präsidiumsmitglied des Verbandes. Kritiker, wie der ehrenamtliche Waschbären-Schützer Francesco Dati vom Tierschutzverein Lich (Hessen), werfen dem Verband allerdings vor, nur einen Vorwand zu suchen, um die Tiere jagen zu können.

Es ist gesetzlich verboten, Waschbären mit einer Lebendfalle zu fangen und an anderer Stelle wieder auszusetzen. Sollten Sie also ein Exemplar gefangen haben, müssen Sie es direkt vor dem Haus wieder in die Freiheit entlassen. Dabei ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, denn ein gefangener und in die Enge getriebener Waschbär kann unter Umständen sehr aggressiv werden.

Wer eine sofort tödlich wirkende Falle einsetzt, ohne eine Fangerlaubnis zu besitzen, die Mutter eines Wurfes junger Welpen tötet oder an anderer Stelle aussetzt, macht sich übrigens wegen Wilderei und Tierquälerei strafbar. Also besser dafür sorgen, eine friedliche Lösung für das Waschbärproblem zu finden. Wie genau die gesetzlichen Regelungen bezüglich Jagd und Vetreibung von Waschbären lauten, kann man übrigens im Bundesjagdgesetz nachlesen.

Präventivmaßnahmen gegen Waschbären

Besser ist es, Haus und Garten für die Tiere möglichst unattraktiv zu gestalten, damit sie sich gar nicht erst ansiedeln. Dabei sollten Sie unbedingt einige einfache Regeln beachten. So ist es zum Beispiel ratsam, immer für einen abgedeckten Kompost und fest verschlossene Mülleimer zu sorgen. Die Eindringlinge wühlen in den hinterlassenen Abfällen und stellen sich so ihr tägliches Menü zusammen. Ist die Auswahl reichhaltig, kommt der Waschbär gerne wieder.

Auch auf kurzfristige Lagerung von verschiedenstem Unrat im Garten oder auf Terrasse und Balkon, wie zum Beispiel Sperrmüll oder Baumaterial sollte man möglichst verzichten. So bietet man dem Waschbären nämlich einen geeigneten Unterschlupf und die Möglichkeit ein Nachtquartier einzurichten. Auch Gartenhäuser, Garagen, verlassene Gebäude, Dachböden und Kaminschächte stehen ganz oben auf der Liste der begehrtesten Schlaf- und Wurfplätze.

Damit die kleinen Räuber keinen Weg in Ihr Haus finden, sollten Äste von Bäumen, an denen die Tiere ins Haus gelangen könnten, gestutzt werden. Rank- und Kletterpflanzen an Hauswänden bieten optimalen Halt, damit Waschbären daran hochklettern können. Man sollte deshalb möglichst auf Fassadenbegrünung verzichten. Wenn der Waschbär es erst einmal geschafft hat, an der Hauswand empor zu klettern, sucht er sich gerne ein Schlupfloch im Dach um in das Haus einzusteigen. Daher sollte man in regelmäßigen Abständen das Hausdach auf Schwachstellen, wie zum Beispiel verschobene Ziegel, überprüfen und die entsprechenden Stellen gleich ausbessern.

Waschbären keinesfalls füttern!

Mit seiner süßen Nase, seinen langen Schnurrhaaren und den kleinen Pfoten ist der Waschbär rein äußerlich ein sehr niedlicher Zeitgenosse. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass es sich um ein wildes Raubtier handelt. Sie sollten daher von Anfang an darauf verzichten, den Waschbären anzufüttern. Denn wenn er erst einmal erkannt hat, dass er eine verlässliche Futterquelle gefunden hat, wird man ihn nicht mehr so leicht los. Ansonsten sollten Sie sich darauf einstellen, dass Sie schon bald einer beträchtlichen Anzahl hungriger Mäuler gegenüberstehen würden.

Waschbären sind schwer zu vertreiben

Wenn ein Waschbär eingezogen ist, können Sie mit verschiedenen Methoden versuchen, ihn zu vertreiben. Der Gehör-, Seh- und Geruchssinn sind gut ausgebildet und Sie können ihn zum Beispiel durch ein lautes Radio, Beleuchten seines Verstecks mit hellem oder flackerndem Licht oder Verbreiten unangenehmer Gerüche, zum Beispiel durch Mottenkugeln, vertreiben.

Ganz gleich, für welche Methode Sie sich entscheiden, in vielen Fällen ist der Erfolg nur von kurzer Dauer. Sobald sich kein Waschbär mehr im Garten oder Haus befindet, sollten Sie daher so schnell es geht alle möglichen Eingänge fest verschließen.

In jedem Fall ist darauf zu achten, dass man genügend Abstand zum maskierten Räuber hält. Waschbären sind normalerweise nicht aggressiv und gehen einer Auseinandersetzung aus dem Weg, aber wenn sie sich angegriffen fühlen, können sie mit ihrem Gebiss extrem schmerzhafte Wunden verursachen. Außerdem werden von ihnen Krankheiten übertragen.

Weitere Informationen darüber, was zu tun ist, um den Waschbären dauerhaft loszuwerden, können Sie zum Beispiel beim zuständigen Forstamt erfragen.

Waschbären übertragen Tollwut und andere Krankheiten

Es ist nicht abzustreiten, dass Waschbären sehr knuffig aussehen, man darf aber keinesfalls vergessen, welche Gefahr von Ihnen ausgehen kann. Sie übertragen eine Reihe von Infektionskrankheiten und Parasiten auf Menschen aber auch auf Haustiere. Neben Tollwut und Staupe kann das Raubtier auch andere infektiöse Krankheiten übertragen.

Sehr häufig sind Waschbären von einem Spulwurm befallen, der auch bei Menschen das zentrale Nervensystem schädigen, Blindheit verursachen oder sogar zum Tod führen kann. Die Eier des Spulwurms werden durch den Kot übertragen. Daher sollte man Waschbärkot möglichst verbrennen und bei dessen Beseitigung stets Handschuhe tragen.

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