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Rhabarber pflanzen und ernten: praktische Tipps zum Anbau

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Rhabarber richtig pflanzen und ernten

11.05.2016, 11:01 Uhr | dpa-tmn, zuhause.de

Rhabarber pflanzen und ernten: praktische Tipps zum Anbau. Rhabarber im Garten pflanzen und ernten. (Quelle: imago/Ulrike Schulz)

Rhabarber im Garten pflanzen und ernten. (Quelle: Ulrike Schulz/imago)

Ob als Kompott oder Schorle – frischer Rhabarber ist im Frühling eine wahre Köstlichkeit. Die Erntezeit für Rhabarber endet im Juni. Nach der Saison wird der Verzehr der Pflanzen sogar gesundheitsschädlich. Wer sich Rhabarber in den Garten holen möchte, muss bis zum Herbst warten. Die beste Pflanzzeit ist im Oktober. Wie Gärtner Rhabarber im eigenen Garten anbauen und ernten können.

Die Erntezeit für Rhabarber beginnt im April. Bis zum 24. Juni darf man dann Rhabarber ernten. Danach haben die Stangen zu viel Oxalsäure, die in großen Mengen gesundheitsschädlich ist. Aber auch für die Pflanzen ist das Ende der Ernte gut: Sie brauchen dringend Ruhe – quasi ihren Winterschlaf, wie Peter Muß, stellvertretender Geschäftsführer des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauern in Bonn, erklärt. So können die Pflanzen wieder Nährstoffe in den Wurzeln einlagern und für die nächste Saison vorsorgen.

Rhabarber im Garten pflanzen

Rhabarber mag einen humusreichen, recht feuchten Standort. Leichter Schatten ist in Ordnung, die beste Ernte erzielt man jedoch mit viel Sonne. Rhabarber entwickelt charakteristisch große Blätter. Dadurch verdunstet aber auch viel Wasser: Die Pflanzen brauchen daher ausreichend Feuchtigkeit. Hier gilt jedoch wie bei fast allen Pflanzen: Staunässe verträgt der Rhabarber nicht.

Rhabarber früher ernten

Spielt das Wetter im Frühling nicht mit, lässt sich die Erntereife auch beschleunigen. Dafür kann man zu einem Vlies greifen, wie es die professionellen Gemüseanbauer nutzen. Diese Abdeckung speichert wie ein Gewächshaus die Wärme des Sonnenlichts. Um etwa zwei bis drei Wochen können Hobbygärtner früher ernten, erläutert der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Bonn. Das Vlies gibt es im Gartencenter. Es sollte so groß sein, dass die schnell wachsenden Blätter sich noch bis kurz vor der Ernte darunter verstecken können.

Warmes Wasser beschleunigt die Erntezeit

Ein anderer Wachstumsbeschleuniger stammt aus Omas Trickkiste: Dazu stülpt man einfach einen Eimer oder einen Tontopf über die Rhabarber-Pflanze. Das Gefäß speichert die Wärme und gibt sie ab – Ton eignet sich daher am besten, da dieses Material Wärme besonders gut speichern kann. Doch auch ein schwarzer Eimer zieht die Wärme quasi an. Einen Teil der Pflanzen sollte man jedoch unbedeckt lassen, da auch Rhabarber ab und zu gerne Licht hat. Warmes Gießwasser beschleunigt das Wachstum ebenfalls. Geerntet werden Rhabarber-Stiele übrigens mit einer Drehbewegung, es wird nichts gerupft oder ausgerissen.

Blätter nach dem Ernten nicht entfernen

Nach der Ernte werden die Blätter nicht entfernt. Sie rollen sich im November von selbst ein, und das Rhizom überdauert den Winter.

Rhabarber im Frühling düngen

Nährstoffe bekommt der Rhabarber im Frühjahr durch eine Portion mineralischen oder organischen Dünger. Gemüse-Experte Muß empfiehlt, eine Kompostbeigabe um die Stangen und Blätter zu verteilen. Auf keinen Fall sollte diese in die Erde eingearbeitet werden, da der Rhabarber sehr flache Wurzeln hat.

Rhabarber durch Teilen vermehren

Rhabarber lässt sich ganz einfach durch Teilung vermehren. Der beste Zeitpunkt ist der Winter. Dafür braucht man nur einen scharfen Spaten. Die einzelnen Stücke müssen noch zwei bis drei Blattansätze tragen. Am neuen Standort sollte gut mit Kompost gedüngt werden. Das Teilen hat außerdem den Vorteil, dass der Stock verjüngt und das Wachstum angeregt wird. Ein Jahr lang erntet man die neuen Tochter-Pflanzen besser nicht, damit sie genügend Zeit haben, sich zu entwickeln.

Rhabarber im Winter vortreiben

Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) in Berlin empfiehlt, zwei bis drei Wurzelteile nicht direkt wieder einzugraben, sondern für den Vortrieb im Kübel zurückzuhalten. Mit diesem Trick lässt sich frischer Rhabarber bereits früh im Jahr ernten.

Rhabarber braucht Kälte, um überhaupt auszutreiben. Deshalb sollten die Wurzelstöcke bis Ende Januar der kalten Witterung ausgesetzt bleiben. Zum Einpflanzen einen großen Topf etwa vier Zentimeter mit Gartenrede auffüllen und die Wurzelstücke eng aneinander hineinstellen. Die Zwischenräume mit Blumenerde oder reifem Kompost auffüllen. Damit der Rhabarber bald austreibt, die Erde gleichmäßig feucht halten. Ideal sind außerdem Temperaturen zwischen 12 und 16 Grad, erklärt der BDG. Je dunkler und wärmer der Rhabarber steht, desto zarter werden die Stiele.

Für den Herbst Rhabarber einfrieren

Wer Rhabarber nicht im Garten anbauen will, bekommt ihn natürlich auch auf dem Wochenmarkt oder im Laden. Frischer Rhabarber zeigt sich durch feste, glänzende Stangen. Die Schnittstellen müssen feucht sein. Rotstielige Sorten enthalten übrigens weniger Oxalsäure und schmecken daher auch nicht so sauer. Geschält und in Stücke geschnitten kann man Rhabarber – ob vom Markt oder aus dem Garten – gut einfrieren. Rote Sorten können übrigens ungeschält bleiben. Blanchieren muss man Rhabarber vor dem Einfrieren nicht.

Rezepte mit Rhabarber und für Rhabarberkompott

Eigentlich ist Rhabarber ein Gemüse, aber aufgrund des fruchtig-sauren Aromas wird es wie Obst verwendet. Zum Verarbeiten reicht es aus, wenn man die Fasern vom Stielende her abzieht. Dann werden die Stangen in Stücke geschnitten und gekocht. Für ein einfaches Rhabarberkompott werden die Stücke einfach mit Zucker gekocht. Pro Kilo Rhabarber kann man etwa 100 bis 200 Gramm Zucker rechnen – je nachdem, wie süß es sein soll. Ein bis zwei Päckchen Vanillezucker verfeinern das Kompott.

Vor dem Kochen bestreut man die Rhabarberstücke mit Zucker, so dass diese Wasser ziehen. Wird der Rhabarber mit etwas Orangensaft gekocht, erhält das Kompott einen feinen fruchtigen Beigeschmack. Auch Apfelsaft bringt Fruchtaroma ins Rhabarberkompott. Zimt und Gewürznelken ergeben mehr Würze im Rezept. Erdbeeren passen ebenfalls perfekt ins Rhabarberkompott. Die Früchte sollte man aber erst beigeben, wenn das Kompott eingekocht ist.

Da die im Rhabarber enthaltene Oxalsäure dem Körper Calcium entzieht, sollte man ihn möglichst mit einer Milchspeise, etwa Grießbrei, Vanillesoße oder Joghurt kombinieren. Aber auch zu pikanten Gerichten passt Rhabarber, vor allem die grünen Stangen. Sie schmecken gut in einem süß-sauren Chutney oder als Beilage zu Wild und gebratenem Fisch.

Seit einigen Jahren liegt Rhabarberschorle im Trend. Der aid verrät, wie man das Getränk ganz einfach selber macht: Das Gemüse mit Wasser und Zucker aufkochen und 15 Minuten garen, bis es zu Brei zerfallen ist. Anschließend durch ein Sieb pressen, den Saft auffangen und mit Eiswürfeln und Mineralwasser genießen.

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