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Gewächshaus bauen: Darauf muss man achten

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Tipps fürs Gewächshaus  

Frostempfindliche Gartenpflanzen vorziehen

05.02.2015, 16:45 Uhr | dpa-tmn

Gewächshaus bauen: Darauf muss man achten. Ein Gewächshaus hat viele Vorteile. (Quelle: dpa)

Ein Gewächshaus hat viele Vorteile. (Quelle: dpa)

Ein Gewächshaus ist das Tüpfelchen auf dem i für viele Menschen mit Garten. Frostempfindliche Gartenpflanzen finden ein wärmendes und schützendes Quartier und Gemüse lässt sich schon ernten, wenn im Garten draußen noch kaum etwas wächst. Tipps zu Standort, Fundament und Gewächshausheizung gibt es hier.

"Ein heller Platz im Garten ist der optimale Standort für ein Gewächshaus", sagt die Autorin Karla Krieger. Meiden sollte man neben Schattenplätzen einen Standort unter Bäumen, die ihr Laub verlieren. "Wenn das Gewächshaus allerdings während der Sommermonate vom Schatten einer Baumkrone profitiert, ist das von Vorteil." Dann heizt es sich nicht ganz so stark auf. Sie empfiehlt ausreichend Abstand zu Wänden und Hecken. Das Gewächshaus bekommt in diesen Bereichen keine Sonne ab und der Wind kann nicht zirkulieren, so dass sich Moos und Algen bilden.

Noppenfolie schützt das Gewächshaus vor Frost

Allerdings sollte auch das andere Extrem, eine windexponierte Lage, verhindert werden. "Lässt sich dieses nicht vermeiden, bringt man Noppenfolie am Gewächshaus an, um starkes Auskühlen durch Wind zu vermeiden", rät Krieger, die selbst Gewächshäuser produziert. Auch eine Windschutzhecke in ausreichendem Abstand verbessert die Situation.

Die richtige Größe fürs Gewächshaus

Zu mindestens zwölf Quadratmetern Grundfläche rät Jörg Planer, Agraringenieur und Fachjournalist. Sonst brauche man zu viel Fläche für Wege und habe zu wenig zum Anbauen. "Man darf auf keinen Fall an der Höhe sparen", erklärt Krieger. Zum einen brauchen etwa Gurken und Tomaten Höhe zum Wachsen, zum anderen lässt sich sonst nicht aufrecht darin arbeiten. Zwei Meter sind mindestens erforderlich.

Aufs richtige Fundament setzen

Karla Krieger rät zu einem Betonstreifenfundament für das Gewächshaus, also lang gezogene Betonstreifen unter den Wänden, die ins Erdreich gehen. "Damit verhindert man Verwerfungen in der Konstruktion", sagt die Buchautorin. Außerdem friert der Boden innerhalb des Hauses dann im Winter nicht durch. "Zusätzlich wird eine Styrodurdämmung angebracht, so dass die Wärme vor allem in der Übergangszeit im Boden gehalten wird." Ein weiterer Vorteil eines richtigen Fundamentes ist, dass Mäuse nicht durch den Boden von außen eindringen und ihn durchwühlen können.

Die weniger aufwendige Alternative ist ein Punktfundament. Es ist ein Kompromiss für den gemieteten Garten, es lässt sich leichter wieder entfernen. Bei einem Punktfundament steht das Gartenhaus nur auf punktweise auf einzelnen Fundamenten. Die einfachste Lösung dafür sind metallene Hülsen, die den Boden getrieben werden. Stabiler wird es, wenn man Ausschachtungen vornimmt und mit Beton füllt.

Eine gute Dämmwirkung erreicht man, wann man das Gewächshaus direkt an das Wohnhaus anbaut.

Das Gartenhaus bauen

Ein Gewächshaus wird meist aus Aluminiumprofilen gebaut. Mit ihnen lassen sich viele Formen realisieren, erläutert Jörn Pinske, Gärtner und Buchautor. "Holz ist im Vergleich wesentlich teurer und auch nicht so langlebig", ergänzt Krieger. Außerdem ist es recht pflegeintensiv. "Man verwendet es nur für Luxusgewächshäuser", sagt Pinske.

Spezielle Beschichtung verhindert Algen

Für die Eindeckung wird vor allem Kunststoff verwendet, Stegdoppelplatten isolieren das Gewächshaus gut. "Die Stärke der Doppelplatten variiert zwischen 6 und 16 Millimeter", erklärt der Gärtner. Je dichter die Platten sind, desto stabiler sind sie und desto besser ist die Wärmedämmung des Fensters. Eine No-Drop-Beschichtung der Platten verhindert nach Aussage von Krieger die Bildung von Algen.

Ein Gewächshaus sollte eine Dachrinne haben. "So kann man das Regenwasser auffangen und bekommt bestes Gießwasser für die Pflanzen", erklärt Pinske. Und die Rinne erhöhe die Stabilität.

Gewächshaus am besten automatisch belüften

Fenster an einer schattigen Wand und in der besonnten Dachfläche erzeugen einen Kamineffekt, der dafür sorgt, dass warme Luft entweicht und frische Luft nachströmt. Zusätzlich ist ein Luftumwälzer empfehlenswert. Der Gärtner Pinske schwört auf den automatischen Fensteröffner. "So vermeidet man, dass man zum Sklaven des Gewächshauses wird." Die Fenster werden mittels einer Wachspatrone geöffnet – ganz ohne Stromverbrauch, denn das Wachs dehnt sich bei Wärme aus. Das regelmäßige Belüften des Gewächshauses verhindert eine für die Pflanzen schädliche Hitze sowie das Entstehen von Pilzkrankheiten durch zu hohe Luftfeuchtigkeit.

Gewächshausheizung: Vor- und Nachteile der Systeme

Wer das Gewächshaus auch im Winter nutzt, braucht neben einer guten Isolierung eine Heizung. So sinken die Temperaturen nicht unter drei bis fünf Grad. Die Witterung in unbeheizten Gewächshäusern bleibt eigentlich nur bei Außentemperaturen von bis zu minus fünf Grad frostfrei, erklärt Planer. Es eignen sich Elektro- oder Gasheizungen. "Die Gasheizung ist nicht an eine zentrale Versorgung gebunden, weil sie mit Flaschengas betrieben wird", erläutert Krieger. Man muss aber unbedingt die Abgase regelmäßig weglüften. Damit sich die Wärme bei dieser Heizart gleichmäßig verteilen kann, braucht es ein Umwälzgerät. Eine Elektroheizung ist hier besser, sie lasse sich gut regeln. Ein Ventilator verteilt die Wärme gleichmäßig von unten nach oben.

Pinske empfiehlt schwarze, mit Wasser gefüllte Schläuche zwischen die Pflanzen auf den Boden zu legen. Sie wärmen die Umgebung zusätzlich, da sie die Wärme der Sonneneinstrahlung speichern. Aber das sei nur eine Ergänzung zur Heizung, nicht ihr Ersatz.

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