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Nur ein Bruchteil der Pilzarten beschrieben

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Es kann noch 2500 Jahre dauern  

Unbekannte Welt der Pilze – nur Bruchteil der Arten ist beschrieben

19.09.2017, 07:49 Uhr | dpa, AM

Nur ein Bruchteil der Pilzarten beschrieben. Studie: Welt der Pilze zu großem Teil unbekannt (Quelle: dpa/R. Lücking/Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin)

Das Bild zeigt den Sorokina caeruleogrisea (Costa Rica). Bei den Schlauchpilzen, die vielfach scheibenförmige Fruchtkörper ausbilden, ist die geschätzte Zahl der noch nicht entdeckten Arten besonders hoch. (Quelle: R. Lücking/Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin/dpa)

Pfifferling und Fliegenpilz, Backhefe und Trüffel kennt wohl jeder. Millionen von Pilzarten allerdings sind jedoch noch unentdeckt, schätzen Forscher. Wo stecken diese Pilze?

Einzeller, Flechtenbildner und Co.: Der überwiegende Teil der Pilzarten weltweit ist Forschern zufolge noch unbekannt. Neuen Berechnungen zufolge dürfte es zwischen 2,2 und 3,8 Millionen Arten geben – erst rund 120.000 seien bereits beschrieben, teilt der Botanische Garten Berlin mit. Die Einrichtung beruft sich auf eine Studie von Forschern aus Berlin und London, die kürzlich im Fachblatt "Microbiology Spectrum" erschienen ist. Bisherige Schätzungen hätten demnach zwischen gut einer halben und mehr als fünf Millionen Pilzarten gelegen.

Pilze im Meer und in Insekten

Pilze kommen auch im Meer vor. Die Forscher Robert Lücking vom Botanischen Garten Berlin und sein Londoner Kollege David Hawksworth nehmen an, dass zudem noch viele unbeschriebene Arten etwa in den Tropen zu finden sind. Auch Pilze in Insekten etwa seien bislang wenig untersucht.

Foto-Serie mit 5 Bildern

Beschreibung aller Arten kann noch 2500 Jahre dauern

Das Erkunden der unbekannten Pilze kommt aus Sicht der Forscher einer Mammutaufgabe gleich: Behalten Wissenschaftler die gegenwärtige Geschwindigkeit bei der Beschreibung bei, bräuchten sie dafür noch 1500 bis 2500 Jahre, heißt es. Weil aber viele Lebensräume zerstört werden, gehen die Experten von schwindender Vielfalt aus. Das lässt das Aussterben vieler Arten noch vor ihrer Entdeckung erwarten.

Genforschung macht Schätzungen möglich

Ihre Schätzwerte errechneten die Forscher mittels mehrerer Methoden. Sie analysierten unter anderem Genmaterial von Organismen aus Boden- und Wasserproben. Zudem nutzten sie Daten zum bekannten Vorkommen von Pilzen pro Pflanzenart.

Pilze vereinen nach Angaben des Botanischen Gartens Eigenschaften von Tieren und Pflanzen, sie gälten inzwischen aber als näher mit Tieren verwandt. Insgesamt sind Pilze den Angaben nach zu deutlich geringeren Anteilen erforscht als die nach Forscherangaben geschätzt 390.000 Pflanzen- und etwa sieben Millionen Tierarten.

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