Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Haushaltstipps >

Die Risiken von Nanopartikel sind unklar

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Die Risiken von Nanopartikeln sind unklar

24.02.2012, 10:49 Uhr | mb, zuhause.de, dpa-tmn

Die Risiken von Nanopartikel sind unklar. Nanopartikeln auf der Frischhaltebox schützen das Gemüse, gefährden aber womöglich den Menschen. (Quelle: imago)

Nanopartikeln auf der Frischhaltebox schützen das Gemüse, gefährden aber womöglich den Menschen. (Quelle: imago)

Das Obst in der Frischhaltebox sieht tagelang aus wie frisch gepflückt und die Fassade strahlt sich garantiert keine Algen und Pilze an. Nanotechnologie macht das möglich. Sie hält mittlerweile in fast allen Bereichen unseres Lebens Einzug. Doch die Risiken der Technologie sind weitgehend unerforscht. Es gibt Hinweise darauf, dass sie allerlei schädliche Nebenwirkungen haben könnten – bis hin zum Eindringen in die Zellen und zur krebserregender Wirkung. Doch wie gefährlich sind Nanopartikeln wirklich?

Ein Nanometer entspricht einem Millionstel Millimeter und ist damit unvorstellbar winzig. Nanopartikel sind bis zu 100 Nanometer groß. Das Besondere: Sie haben bei gleichbleibendem Gesamtvolumen eine riesige Oberfläche.

So funktionieren Nanopartikel

"Nanotechnologie ermöglicht, mit einem minimalen Materialaufwand sehr große Effekte zu erzielen", erläutert Dieter Sporn vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung in Würzburg. "Das ist überall dort gefragt, wo möglichst dünne Materialschichten gefordert sind oder sehr teure Materialien eingesetzt werden."

Die ungewöhnliche Geometrie und Größe der Teilchen verändert ihre chemischen und physikalischen Materialeigenschaften. So können beispielsweise chemische Effekte intensiviert oder Wirkprozesse wie das Aushärten eines Lackes beschleunigt werden. Je nach Anwendungszweck werden Nanopartikel aus unterschiedlichen Ausgangsmaterialien eingesetzt – als Bestandteile und häufig auch als Beschichtungen von Produkten.

Nanosilber in vielen Bereichen eingesetzt

Nanosilber zum Beispiel wird dank seiner antimikrobiellen Eigenschaften in Textilien, Wandanstrichen oder Haushaltsgeräten wie Kühlschränken und Waschmaschinen verwendet. Es wird aber aktuell besonders kritisch diskutiert. Nanosilber wird nämlich auch in besonders sensiblen Bereichen wie etwa als Desinfektionsmittel im Krankenhaus eingesetzt. "Der Mensch entwickelt jedoch Resistenzen gegen Silber. Wenn er nun also zu viel mit Nanosilber in Berührung kommt, kann dieses an den Stellen, wo es wirklich notwendig ist, nicht mehr wirken", warnt Büning.

Risiken weitgehend unerforscht

Viele Studien lassen weitere Bedenken aufkommen. Gerade die für Industrie und Handel so interessanten veränderten Materialeigenschaften könnten Mensch, Tier und Umwelt potenziell gefährden. "Ideal wäre: Ein Produkt wird entwickelt und parallel dazu gleich die Risikoforschung betrieben", sagt Jan Beringer von den Hohenstein Instituten für Textilinnovation in Bönnigheim.

Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Die Erforschung von möglichen Risiken und Nebenwirkungen der Nanotechnologie hinkt der Vermarktung der Produkte stark hinterher. Und die Studien, die es gibt, sind oft nur wenig aussagekräftig. "Sie beziehen sich jeweils nur auf ganz spezifische Produkte. Damit sind ihre Ergebnisse nur eingeschränkt übertragbar", sagt Chemiker Beringer.

Krebserregende Wirkung nicht ausgeschlossen

Trotzdem liefern diese Studien wichtige Anhaltspunkte für mögliche Risiken: "Nanopartikel sind so klein, dass man nicht genau weiß, welche Barrieren sie durchdringen können", erläutert Monika Büning, Expertin für Produktsicherheit beim Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin. "Tierversuche belegen beispielsweise, dass Nanopartikel über die Lunge aufgenommen und in den Blutkreislauf und das Gehirn transportiert werden. Es könnte auch sein, dass sie in das Innere von Zellen vordringen."

Kathrin Schwirn vom Umweltbundesamt in Dessau ergänzt, es gebe Hinweise darauf, dass Stoffe, die an sich schon giftige Eigenschaften haben, aufgrund der größeren Materialoberfläche in Nanoform noch giftiger sein könnten. Nanosilber zum Beispiel hat in Tierversuchen bei Ratten Entzündungsprozesse der Lunge hervorgerufen. Nano-Titandioxid, das etwa in Sonnencremes mit besonders hohem Lichtschutzfaktor verwendet wird, löste im Tierversuch Lungenkrebs aus. Ob sich diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, ist allerdings noch unklar.

Nanopartikel werden nicht gekennzeichnet

Ein wissenschaftlicher Beweis dafür, dass Nanopartikel dem Menschen schaden, beziehungsweise welche Materialien besonders gefährlich sind, steht also noch aus. Damit bleiben für den Verbraucher viele Fragezeichen. Doch wer sich über Nano-Produkte informieren und Vor- und Nachteile abwägen möchte, hat ein großes Problem: Für Nanozusätze gibt es weder eine Zulassungs- noch eine Kennzeichnungspflicht.

So erkennen Sie Produkte mit Nanotechnologie

"Verbraucher können zum einen darauf achten, ob ein Produkt gezielt mit dem Stichwort 'nano' beworben wird", rät Büning. "Das ist zum Beispiel bei Schuhpflegesprays häufiger der Fall." Zum anderen können sie beim Kauf etwa einer Beschichtung oder eines Lackes im Baumarkt gezielt nach Produktdatenblättern fragen. Anlass zum Nachfragen sind auch Stichworte wie 'antibakteriell' oder 'schmutzabweisend' auf Verpackungen.

Bei allen Produkten sollte man die Gebrauchsanweisung lesen und sich auch daran halten. "So sollten zum Beispiel Sprays und vor allem Aerosole immer nur im Freien und mit ausreichendem Abstand verwendet werden", rät Büning. "Sie müssen sehr fein gesprüht werden und sind damit per se schon für die Lunge gefährlich." Wenn dann noch Nanopartikel mit ins Spiel kommen, sei erst recht Vorsicht geboten.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages
Ähnliche Themen im Web

Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Haushaltstipps

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017