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Fliegendes Sicherheitsrisiko: Asiatische Tigermücke jetzt in Deutschland

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Fliegendes Sicherheitsrisiko  

Das sollten Gartenbesitzer gegen die Asiatische Tigermücke tun

21.07.2017, 16:28 Uhr | Jennifer Buchholz, dpa, t-online.de

Fliegendes Sicherheitsrisiko: Asiatische Tigermücke jetzt in Deutschland. Asiatische Tigermücke (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/RasikaSekhara)

Asiatische Tigermücken sind anhand ihres schwarz-weiß-gestreiften Aussehens erkennbar. (Quelle: RasikaSekhara/Thinkstock by Getty-Images)

Sie gilt als fliegendes Sicherheitsrisiko: Die Asiatische Tigermücke zeigt sich inzwischen auch in Deutschland. Wissenschaftler wollen nun ermitteln, wie man sie bekämpfen kann. Aber auch Haus- und Gartenbesitzer können Einiges tun.

Die Asiatische Tigermücke überträgt Krankheiten

Durch das milde und sehr feuchte Klima fühlt sich die schwarz-weiß-gestreifte Asiatische Tigermücke (Stegomyia albopicta) derzeit besonders wohl. Für den Menschen ist dies gefährlich, da das blutsaugende Insekt den Chikungunya-Virus überträgt. Auch das West-Nil-Virus und das Dengue- beziehungsweise Gelbfieber soll die Tigermücke übertragen.

Das können Garten- und Balkonbesitzer tun

Umso wichtiger ist es, im eigenen Garten gegen die Vermehrung der Stechmücke vorzugehen und somit die Verbreitung der Tigermücke zu verhindern.

  • Da Mücken ihre Larven in flaches, stilles Gewässer legen, sollten Sie Pfützen, Gießkannen und Vogelbäder regelmäßig – mindestens einmal pro Woche – leeren und säubern. Das Säubern ist wichtig, da die Eier eine bestimmte Zeit auch bei Trockenheit überleben können.
  • Kontrollieren Sie Ihre Regentonne und dichten Sie diese gut ab. Selbst kleinste Schlupflöcher nutzen Tigermücken aus.
  • Überprüfen Sie regelmäßig Regenrinnen und Abflusssysteme.
  • Pflanzenuntersetzer oder Gefäße, in denen sicher Wasser ansammeln kann, sollten mit Kies aufgeschüttet werden. Ist dies nicht möglich, sollten Sie entsprechende Gefäße aus Kupfer verwenden, da dieses Material die Larven abtötet.
  • Schützen Sie Ihre Innenräume, indem Sie Fliegengitter und Moskitonetze vor Fenster und Türen montieren. Da die Tigermücke tagsüber aktiv ist, sollten Sie darauf achten, dass vor allem an den Balkon- und Eingangstüren der Schutz gewährleistet ist.
  • Bei einem massiven Befall können strombetriebene Einsaugfallen eingesetzt werden. Hierdurch wird die Anzahl der Mücken reduziert.
  • Stellen Sie Eiablagefallen gegen Mücken auf. Besonders mit Pyrethroid-imprägnierte Netze oder Klebefolien sind hierzu geeignet.
  • Setzen Sie Insektizide nicht unbedarft ein. Diese können zum einen unwirksam gegen die Asiatische Tigermücke sein, zum anderen können Sie der Umwelt und Ihrer Gesundheit schaden. 
  • Larven im Gartenteich lassen sich mit dem Kescher abschöpfen. Frösche, Goldfische oder Kois fressen sie auch weg.

Prof. Dr. Heinz Mehlhorn von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf empfiehlt t-online.de-Lesern die Verwendung von Bacillus thuringiensis. "Diese Methode ist für den Menschen und andere Wirbeltiere völlig ungefährlich, aber tödlich für Stechinsekten. Bacillus thuringiensis wird beispielsweise in Süddeutschland zur Eindämmung von Schnakenplagen in natürlichen Gewässern eingesetzt", erklärt er im Interview.

Die Tigermücke lebt auch in Deutschland

Die aus Asien stammende Stechmücke gilt als besonderes Risiko, weil sie mehr als 20 Virusarten übertragen kann, darunter gefährliche Varianten wie das Dengue-Fieber, das für geschwächte Menschen tödlich enden kann. Die Tiere, die in Italien bereits verbreitet sind, kamen in den vergangenen Jahren nach Deutschland – auf Güterzügen und Lastwagen entlang der Autobahn Basel-Frankfurt (A5). Nachweise gibt es unter anderem in Freiburg und Heidelberg.

In Rheinland-Pfalz und im Saarland ist den Experten noch keine Tigermücke ins Netz gegangen. Sie könne aber entlang der Autobahnen Hockenheim-Koblenz (A61) und Saarbrücken-Mannheim (A6) auftreten.

Das tut die Wissenschaft

Im Kampf gegen die Asiatische Tigermücke in Deutschland testen Wissenschaftler nun den Einsatz sterilisierter Männchen. Wenn die Weibchen mit diesen Männchen kopulierten, bekämen sie keine lebensfähigen Nachkommen, sagte Becker. "Die Weibchen werden schwanger, aber die haben Totgeburten." Becker ist wissenschaftlicher Direktor der kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) und Direktor des Instituts für Dipterologie, das die Tigermücken bekämpft.

So werden die Männchen sterilisiert

Sterilisiert werden die Plagegeister in Bologna, wo sich ein Kollege Beckers mit STI (sterile insect techniqe) befasst. Dem habe man hiesige Tigermücken für die Zucht geschickt. Die Puppen der Männchen, die kleiner sind als die der Weibchen, werden mit einem Netz ausgesiebt und mit Gammastrahlen sterilisiert. Die Tiere könnten danach zwar noch mit wild lebenden Männchen konkurrieren, "aber das Sperma ist zu 99 Prozent nicht okay", erklärte Becker.

In Käfigen mit je eintausend Männchen reisen die Tiere dann nach Deutschland. In Heidelberg werden einmal wöchentlich abends unfruchtbare Mücken freigelassen. Gibt es nachweisbare Erfolge? "Es zeichnet sich ab, dass es effektiv ist", sagte Becker. Belastbare Daten gebe es aber noch nicht.

Ist eine Wirkung erkennbar?

Im Sommer 2016 waren acht Mal Tiere freigelassen worden. Damals habe man festgestellt, dass die Schlüpfrate um 15 Prozent gesunken sei. In diesem Jahr habe man nicht erst im August, sondern bereits im Mai mit der Aussetzung begonnen und die Zahl der sterilisierten Männchen pro Hektar von 1000 auf 3000 erhöht.

Nach Beckers Angaben ist geplant, auch in Freiburg sterile Männchen auszusetzen. Mit dieser Methode könne man gezielt eine Art bekämpfen. Sie sei besser als die bisherige Bekämpfung mit dem biologischen Wirkstoff Bti, den die Kabs seit langem im Kampf gegen heimische Stechmücken einsetzt. Allerdings müsse man die Kapazität für die Sterilisierung der Tiere in Italien im Blick behalten. 

Achtung: Verwechslungsgefahr

Die Asiatische Tigermücke kann allerdings leicht mit der Asiatischen Buschmücke (Hulecoeteomyia japonica) verwechselt werden. Zwar kann diese auch tropische Krankheiten übertragen, nach Angaben des Leiter des FLI-Labors für Entomologie (Insektenkunde), Helge Kampen, gegenüber dem Online-Portal "ZEIT" allerdings nicht derart effektiv, wie die gefährlichere Asiatische Tigermücke.

Wenn Sie wissen möchten, welche Mückenarten bei Ihnen vorkommen, können Sie sich unter www.mueckenatlas.de einen Überblick verschaffen. Das Portal soll wertvolle Hinweise auf die Verbreitung der heimischen Stechmückenarten und über eventuell in Deutschland "eingewanderte" exotische Arten liefern. Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) arbeitet mit dem Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) zusammen, dessen Experten untersuchen, welche Krankheitserreger Mücken übertragen können.  

Welche Pflanzen gegen Stechmücken helfen, lesen Sie hier.

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