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Mietrecht: Die fiesen Abzock-Tricks der Vermieter

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Mietrecht  

Abzocke! Die unsauberen Tricks der Vermieter

31.08.2011, 16:14 Uhr | rw, zuhause.de

Mietrecht: Die fiesen Abzock-Tricks der Vermieter. Wenn es ums Geld geht, hört auch zwischen den Mietparteien oft die Freundschaft auf. (Foto: Imago)

Wenn es ums Geld geht, hört auch zwischen den Mietparteien oft die Freundschaft auf. (Foto: Imago)

"Wenn es ums Geld geht, hört die Freundschaft auf." Was in vielen übrigen Lebensbereichen richtig ist, gilt auch im Mietverhältnis. Doch einige Vermieter versuchen mit unsauberen Methoden, ihre Mieterträge zu erhöhen. Die häufigsten Abzock-Tricks der Vermieter und wie man sich dagegen wehren kann, haben wir für Sie zusammengestellt.

Falsche Größenangaben im Mietvertrag, Wucherpreise oder fehlerhafte und undurchsichtige Nebenkostenabrechnungen: Die Liste möglicher Schummeleien ist lang. Vor allem in den Ballungszentren, wo Wohnraum ein knappes Gut ist, haben schwarze Schafe leichteres Spiel. Weil die Interessenten hier oft schon unzählige Besichtigungen hinter sich haben, sehen manche Wohnungssuchende nach all der Rennerei nicht mehr ganz so genau hin. Ein Fehler - denn wer kritisch bleibt, kann die gemeinen Abzock-Tricks in der Regel entlarven.

Falsche Quadratmeterangaben im Mietvertrag

Ein beliebter Trick, die Mieterträge zu steigern, besteht darin, im Vertrag eine größere Wohnfläche auszuweisen als tatsächlich zur Verfügung gestellt wird. Bei der Berechnung der monatlichen Miete wird dann ganz vorbildlich der im lokalen Mietspiegel vorgesehene Preis pro Quadratmeter herangezogen, so dass die Mieter gar nicht merken können, dass sie zu viel bezahlen.

Nachmessen und Miete mindern

Schützen können sich Mieter am besten, indem sie schon vor ihrer Unterschrift unter dem Mietvertrag die dort gemachten Angaben zur Wohnfläche überprüfen und den Wohnraum ausmessen. Aber auch wer schon unterschrieben hat und nun in seiner überteuerten Wohnung hockt, kann unter Umständen noch etwas für sich heraus holen: Wenn im Mietvertrag über zehn Prozent mehr Wohnraum ausgewiesen sind, als tatsächlich zur Verfügung stehen, darf die Miete anteilig gemindert werden. Bei Abweichungen unter zehn Prozent haben die Mieter allerdings Pech gehabt.

Wucher-Mieten erkennen

Grundsätzlich sollten sich Wohnungssuchende über die gängigen örtlichen Mietpreise informieren. Der Deutsche Mieterbund (DMB) rät hier zum Blick in den örtlichen Mietspiegel, den inzwischen fast 90 Prozent aller deutschen Großstädte anbieten und der oft auch online einsehbar ist. Alternativ kann man die lokal üblichen Mieten pro Quadratmeter auch bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung erfragen. Liegt der geforderte Preis pro Quadratmeter grundlos deutlich über den ortüblichen Sätzen, sollten Interessenten lieber die Finger von dem Objekt lassen und sich nach einer günstigeren Wohnung umsehen.

Mietwucher ist nicht erlaubt

Ein Vermieter, der massiv überteuerten Wohnraum anbietet, handelt rechtwidrig. Paragraph fünf des Wirtschaftsstrafgesetzes ist da eindeutig: "Ordnungswidrig handelt, wer ... für die Vermietung von Räumen zum Wohnen oder damit verbundene Nebenleistungen unangemessen hohe Entgelte fordert, sich versprechen lässt oder annimmt." Als unangemessen hohes Entgelt betrachtet das Gesetz Mieten, die mehr als 20 Prozent über den lokal üblichen Sätzen liegen.

Wucherer sind schwer zu überführen

Nutzen Vermieter ein örtlich geringes Wohnungsangebot aus, um derart überhöhte Mieten zu fordern, machen sie sich der Mietpreisüberhöhung schuldig und werden gegenüber dem Mieter schadenersatzpflichtig. Das Problem: Wer gegen seinen Vermieter Ansprüche durchsetzen will, muss beweisen, dass dieser bei Vertragsabschluss eine objektive Notlage ausgenutzt hat. Diese Beweisführung ist schwierig und an vielen Punkten angreifbar, so dass der Ausgang eines solchen Rechtsstreit ungewiss ist. Betroffene sollten sich auf jeden Fall von einem Mieterverein oder sogar einem Fachanwalt beraten lassen.

Falsche Nebenkostenabrechnungen

Ärger gibt es auch immer wieder bei den jährlichen Betriebskostenabrechnungen. Der DMB geht davon aus, dass in Deutschland durchschnittlich jede zweite Nebenkostenabrechnung fehlerhaft ist. Dort dürfen nur Posten auftauchen, die schon im Mietvertrag als zusätzlich anfallende Nebenkosten ausgewiesen sind. Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten wie beispielsweise ein neuer Fassadenanstrich sind Sache der Vermieters. Tauchen auf der Nebenkostenabrechnung solche "Mogel-Posten" auf, können Mieter binnen eines Jahres Widerspruch einlegen. Auch hierbei sollte man sich vom Profi beraten lassen.

Ärger um die Mietkaution

Ein letztes Mal ums Geld geht es zwischen Mieter und Vermieter nach dem Auszug, wenn die Kaution zurück erstattet werden muss. Viele Vermieter zahlen zum Ende des Mietverhältnisses einfach den Betrag aus, den sie zu Beginn als Kaution verlangt hatten. Diese scheinbar unkomplizierte und unbürokratische Vorgehensweise geht aber klar zu Lasten des Mieters.

Der hat nämlich einen Anspruch darauf, nicht nur den Nennwert der Kaution zurückzubekommen. Vielmehr ist der Vermieter verpflichtet die Mietkaution so anzulegen, dass sie wertstabil Zinsen bringt. Während eines zehnjährigen Mietverhältnisses kommen da schnell einige hundert Euro an Zinsen zusammen, auf die man als Mieter nicht verzichten sollte.

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