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Heimtextilien mit historischen Motiven – von Porno bis Shakespeare

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Heimtextilien  

Heimtextilien mit historischen Motiven – von Shakespeare bis Porno

10.12.2012, 16:17 Uhr | Karin Henjes, zuhause.de

Heimtextilien mit historischen Motiven – von Porno bis Shakespeare. Immer öfter kommen Kissen, Decken und Co. mit historischen Motiven daher. (Quelle: imago/Chromorange)

Immer öfter kommen Kissen, Decken und Co. mit historischen Motiven daher. (Quelle: Chromorange/imago)

Heimtextilien, wie Kissen, Decken und Co. tragen schon seit Längerem aufwändigen Motive. Im Trend liegen beispielsweise Blumen-Muster. Gleich mehreren Designern scheinen die weit verbreiteten Blumenmotive aber zu langweilig, zu gewöhnlich zu sein. Sie erzählen mit den Motiven lieber gleich ganze Geschichten. Eine Berliner Design-Schmiede schmuggelt sogar historische Pornobildchen auf ihre Kreationen. Andere beschränken sich auf weniger heikle Motive. Erleben Sie die Heimtextilien mit historischen Motiven in unserer Foto-Show.

Die Heimtextil-Szene hält nicht nur Vorhänge und Bettwäsche mit bunten Blumen und rustikalen Naturoptiken bereit, sondern hat auch raffiniertere Styles zu bieten. Voller Witz und Hingabe haben kleine Startup-Unternehmen und Designer alte kunsthandwerkliche Traditionen aus aller Welt wiederbelebt. Das Ergebnis: Kissen mit historischer Pornographie, lehrreiche Plaids und Bettwäsche in der Anmutung alter Kacheln aus Kuba.

Historische Fliesen-Motive als Vorlage für Heimtextilien

"Meine Firma entstand aus einer persönlichen Leidenschaft heraus", berichtet Steffi Pikat, Diplom-Designerin und Inhaberin der Firma Peppa Grace aus Hamburg. "Ich liebe alte Fliesenmuster, wie sie in Spanien, Portugal, Marokko und Kuba, aber auch in unseren Breitengraden immer noch entdeckt werden können. Die wunderschönen Originale sind allerdings für viele nicht erschwinglich. Deshalb kam ich auf die Idee, die Dessins in Stoffe umzusetzen."

Pikat geht in nahezu jedem Urlaub auf Fliesenjagd und hat ihre Kamera immer mit dabei. "Alle meine Wäschemuster sind mindestens 150 Jahre alt", sagt die Designerin mit Sinn für gewachsene Kultur. "So war ich zum Beispiel kürzlich in Barcelona und habe gezielt bestimmte Häuser besucht." Die ergatterten Muster werden allerdings nicht einfach eins zu eins umgesetzt. "Ich bearbeitete sie so, dass sie auch auf Textilien wirken, und ich passe die Farben an unseren modernen Geschmack an", erklärt Pikat.

Auf Heimtextilien Kulturgeschichte erleben

Auch Druckexperte Holger Grabowsky und seine Partnerin Catrin Krause aus Hamburg haben ein Faible für "Stoffe, die bilden", wie sie es nennen. Sie vertreiben Schals, Kissen und Plaids aus gestrickter Merino- oder Kaschmirwolle. Zu jedem Stück und jedem Muster haben die Hamburger eine kleine Geschichte zu erzählen. "Das ist unsere Geschäftsidee", erklärt Holger Grabowsky im Gespräch mit zuhause.de.

Und so kann man in jedem neuen Katalog der 2008 gegründeten Firma Uppercase ein Stück Kulturgeschichte erleben. Zum Beispiel über das japanische Asanoha-Motiv, das nach der Hanfpflanze benannt ist (Asanoha heißt übersetzt Hanfblatt) und seit dem 14. Jahrhunderten in den buddhistischen Tempeln Japans verwendet wird oder über Shakespeare, der eine Vielzahl neuer Wörter erfunden hat, die sich nun auf einem Plaid des Herstellers wiederfinden.

Historische Pornobildchen auf Kissen und Co.

Den absoluten Hingucker dieser Saison hat allerdings das Berliner Unternehmen Robespierre Europe schon auf der diesjährigen Heimtextil-Messe im Januar vorgestellt. Sie präsentierten dort erstmals ihre Bettwäsche in Toile de Jouy, einem französischen Stoffmuster aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Statt darin allerdings altbackene idyllische Landszenen abzubilden, haben die Hersteller historische Pornobildchen in das Muster geschmuggelt.

Die Motive sind allerdings so weit entschärft, dass sie keine Pornographie nach heutigem Maßstab zeigen: Zwar sind Paare in eindeutiger Pose beim Liebesspiel abgebildet, ihre Geschlechtsteile bleiben aber stets keusch verhüllt. So kann die Bettwäsche auch im elterlichen Schlafzimmer zum Einsatz kommen.

Vorbild für die Berliner könnte die Designerin Pascale Risbourg gewesen sein. Sie ließ sich bereits 2007 von alten pornographischen Abbildungen inspirieren und gestaltete für die Pariser Firma K-Lou Design erotische Toile de Jouy-Tapeten, -Stoffe und -Kissen. Der Clou an ihren Mustern: Man kann seinen Besuchern ruhig das Schlafzimmer zeigen, denn aus der Ferne sind die "naughty sheets" (deutsch: unanständige Laken) nicht als solche zu erkennen.

Wie Heimtextilien mit historischen Motiven wirken, zeigt unsere Foto-Show.

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