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Hausnotruf: Lebensretter mit überschaubaren Kosten

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Ein Hausnotruf kann Leben retten

27.05.2014, 14:00 Uhr | zuhause.de, Stiftung Warentest, dpa-tmn

Hausnotruf: Lebensretter mit überschaubaren Kosten. Hausnotruf holt Hilfe per Knopfdruck. (Quelle: imago/biky)

Hausnotruf holt Hilfe per Knopfdruck. (Quelle: biky/imago)

Unverständlicherweise ist in Deutschland eine simple und kostengünstige Technik noch immer verpönt, die in vielen Fällen Leben retten könnte: der Hausnotruf. Anbieter wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Malteser Hilfsdienst oder die Johanniter-Unfall-Hilfe bieten zu überschaubaren Kosten einen Hausnotruf-Service an. Im Notfall reicht ein Knopfdruck, damit Hilfe kommt.

Nach wie vor hafte dem Hausnotruf das negatives Image an, sinnbildlich für das Ende der Selbstständigkeit zu stehen, bedauert der Soziologe Clemens Adam, emeritierter Professor der Universität Dortmund. "Viele Ältere sagen: 'Den hole ich mir, wenn ich nicht mehr alleine zurechtkomme.'" Dabei hilft der Notruf gerade dabei, die Eigenständigkeit möglichst lange zu bewahren: Man kann weiter in der eigenen Wohnung leben, doch bei Bedarf reicht ein Knopfdruck, um Hilfe zu verständigen.

So funktioniert der Hausnotruf

Ein Hausnotruf besteht üblicherweise aus einem Funksender und einem Basisgerät mit einer Freisprecheinrichtung, das an die Telefonbuchse angeschlossen wird. Den Sender trägt der Nutzer am Körper – entweder als Armband, mit einer Kordel um den Hals oder als Brosche. Gerät der Nutzer in eine Notsituation oder eine missliche Lage, muss er nur den Notrufknopf auf dem Funksender drücken, um die Notrufzentrale zu alarmieren.

Die Mitarbeiter der Zentrale bekommen mit dem Alarm automatisch alle Daten des Nutzers angezeigt: den Wohnort, Informationen über vorliegende Krankheiten und Nummern von Ansprechpersonen. Die Zentrale versucht als Erstes, über die Freisprechanlage mit dem Nutzer Kontakt aufzunehmen und die Situation zu klären. Kommt der Kunde zum Beispiel nicht mehr alleine aus dem Sessel hoch, benachrichtigt die Zentrale eine Vertrauensperson, die hilft. Das kann ein Nachbar sein, ein Angehöriger oder der Mitarbeiter eines Pflegedienstes.

"Sagt der Patient nichts, alarmiert die Notrufzentrale sofort den Rettungsdienst", erklärt Katrin Andruschow von der Stiftung Warentest. Das kann Leben retten, schließlich zählt bei einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt jede Minute. Auch wer es nach einem Sturz im Bad nicht mehr zum Telefon schafft, wird sich glücklich schätzen, wenn er einen Notrufknopf direkt am Körper trägt, mit dem er Hilfe verständigen kann.

Ein guter Dienst reagiere aber auch, wenn der Kunde fünfmal pro Woche den Notfallknopf drückt, um Kontakt zu haben, sagt Professor Adam. Dann liegt zwar kein akuter Notfall vor. Der Kunde ist aber offensichtlich einsam. "Die Notrufzentrale sollte in so einem Fall die Angehörigen informieren."

Die Kosten für den Hausnotruf sind überschaubar

Bemessen an dem Plus an Sicherheit sind die Kosten für einen Hausnotruf-Service überschaubar. "Etwa 20 Euro im Monat kostet die Hilfe auf Knopfdruck, die Hausnotrufdienste für Krisensituationen im häuslichen Umfeld anbieten", informiert die Stiftung Warentest. Menschen mit anerkannter Pflegebedürftigkeit können bei der Pflegekasse eine Kostenerstattung in Höhe von 18,36 Euro monatlich beantragen. Voraussetzung ist allerdings, dass diese den gewünschten Hausnotrufdienst auch anerkennt. Bei vielen Anbietern entspricht das exakt dem Preis, der auch von Selbstzahlern für die Grundleistungen verlangt wird.

Die Basisfunktionen lassen sich durch zahlreiche Extras erweitern. Für Menschen, die häufig ohnmächtig werden oder oft stürzen, kann eine sogenannte Tagestaste sinnvoll sein. Der Kunde vereinbart mit dem Anbieter, dass er sich einmal am Tag zu einer bestimmten Uhrzeit meldet. Bleibt der Knopfdruck aus, fragt die Zentrale von sich aus nach, ob alles in Ordnung ist. Besonders gefährdete Menschen können außerdem überlegen, ob sie einen Schlüssel beim Hausnotrufanbieter hinterlegen. Zusatzleistungen müssen aber immer privat bezahlt werden. Die Kosten unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter.

Qualität der Hausnotruf-Angebote sehr unterschiedlich

Die Qualität der Anbieter ist aber unterschiedlich, wie die Stiftung Warentest 2011 feststellen musste, als sie zwölf Hausnotruf-Services untersuchte und nur die Leistungen vom Deutschen Roten Kreuz, dem Malteser Hilfsdienst und der Johanniter-Unfall-Hilfe mit "gut" bewerten konnte. Die Tester kritisierten in Einzelfällen lange Wartezeiten bis der Notruf angenommen wurde, eine schlechte Ansprache gegenüber der hilfsbedürftigen Person sowie das Fehlen umfassender Funktionstests im Vorfeld.

"Solche Funktionstests wären aber wichtig, damit im Ernstfall die Verständigung reibungslos klappt und die Kunden ein Gefühl für die Abläufe im Notfall bekommen", monierten die Prüfer. Der Installateur sollte prüfen, ob von jedem Wohnraum, vom Keller und vom Briefkasten aus Funkkontakt zum Basisgerät besteht, rät Andruschow. Auch die Sprechverbindung zur Notrufzentrale sollte kontrolliert werden. Installiert der Kunde das Gerät selbst, vereinbart er am besten mit dem Anbieter, dass er aus verschiedenen Räumen Probealarm auslöst.

Damit im Notfall die richtigen Schritte eingeleitet werden, sollten die Mitarbeiter der Notrufzentrale geschult sein. "Fragen Sie beim Anbieter nach, wer in der Notrufzentrale arbeitet", rät Heike Nordmann, Pflegeexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wenn immer mindestens ein ausgebildeter Rettungssanitäter Dienst hat, sei das ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Denn die Mitarbeiter in der Notrufzentrale müssen die Situation einschätzen und entscheiden unter anderem darüber, ob ein Angehöriger, ein ambulanter Pflegedienst, der Hausarzt oder in gravierenden Fällen gleich Notarzt und Rettungswagen eingeschaltet werden.

Worauf man bei Vertragsabschluss achten sollte

Hausnotrufe werden von den großen Wohlfahrtsverbänden und privaten Unternehmen angeboten. "Die Wohlfahrtsverbände bieten in der Regel eine Vor-Ort-Beratung an", sagt Andruschow. Bei diesem Hausbesuch werde häufig auch der Vertrag unterschrieben. "Der Vorteil ist, dass man in Ruhe Fragen stellen kann, und die Geräte installiert werden. Möglicherweise entsteht aber eine Drucksituation, den Vertrag zu unterzeichnen." Verpflichtet ist der Kunde dazu aber nicht, die Beratung erfolgt stets unverbindlich.

Er kann sich Bedenkzeit erbeten und erst andere Angebote prüfen. Private Firmen beraten häufig am Telefon und schicken die Geräte zu. Der Kunde muss sie selbst installieren. Welcher Weg gewählt wird, ist letztlich Geschmacksache. Gute Verträge haben keine Mindestlaufzeit und können mit einer Frist von höchstens zwei Wochen gekündigt werden, erläutert die Stiftung Warentest. "Wer nicht zufrieden ist, kann sich so schnell einen anderen Anbieter suchen", sagt Andruschow.

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