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Briefkasten am Haus anbringen: Diese Regeln gelten für den Hausbriefkasten

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Worauf man beim Briefkasten achten muss

13.12.2013, 10:46 Uhr | Ralph Wefer sive Evermann, zuhause.de

Briefkasten am Haus anbringen: Diese Regeln gelten für den Hausbriefkasten. Für den Briefkasten am Haus gelten diverse Normen und Vorschriften. (Quelle: imago/Steffen Schellhorn)

Für den Briefkasten am Haus gelten diverse Normen und Vorschriften. (Quelle: Steffen Schellhorn/imago)

Der Briefkasten am Haus muss nicht nur den ästhetischen Ansprüchen seines Besitzers gerecht werden. Es gibt eine ganze Reihe von Vorschriften zu Abmessungen, Stabilität und Erreichbarkeit, die man beim Anbringen und Aufstellen beachten sollte. Bei gravierenden Fehlern muss der Briefträger die Tagespost nämlich nicht zustellen. Im Mietrecht kann ein schlechter Briefkasten sogar einen Mangel darstellen, der zur Mietminderung berechtigt. Die wichtigsten Tipps und Vorschriften für den Briefkasten am Haus und wie Sie unerwünschte Werbung im Briefkasten vermeiden.

Hausbriefkästen werden in den unterschiedlichsten Formen, Materialien und Preiskategorien angeboten. Allein diese Vielfalt macht deutlich, dass der Briefkasten mehr ist als zur ein zweckmäßiges Depot für die Tagespost. Meist in der Nähe der Haustür angebracht, repräsentiert ein schicker Hausbriefkasten seine Besitzer nach außen hin. Darüber hinaus muss er aber ausreichend groß sein und seinen Inhalt sowohl vor Regen und Nässe als auch vor dem Zugriff durch Unbefugte schützen.

Wann der Briefträger nicht zustellen muss

Vor allem aber muss der Hausbriefkasten so angebracht sein, dass der Briefträger die Post überhaupt zustellen kann. "Die Zustellung hat mindestens einmal werktäglich zu erfolgen", heißt es zwar in der Post-Universaldienstleistungsverordnung (PUDLV), welche die rechtliche Grundlage für die Postzustellung in Deutschland darstellt. Doch laut Verordnung sind Briefträger unter bestimmten Umständen von der Zustellpflicht befreit. "Ist die Wohn- oder Geschäftsadresse des Empfängers nur unter unverhältnismäßigen Schwierigkeiten zu erreichen oder fehlt eine geeignete und zugängliche Vorrichtung für den Empfang von Briefsendungen, kann der Empfänger von der Zustellung ausgeschlossen werden."

Was als "unverhältnismäßige Schwierigkeit" einzustufen ist und in welchen Fällen ein Briefkasten als "zugänglich" gilt, darüber macht die Verordnung keine genaueren Angaben. "Eine generalisierende Aussage ist hier nicht möglich", scheut auch Alexander Edenhofer, Pressesprecher der Deutschen Post, auf Anfrage von zuhause.de eine eindeutige Festlegung. Bei der Bewertung seien immer die Einzelfallsituationen zu beachten, so Edenhofer. Demnach könnten sowohl wirtschaftliche Gründe wie etwa massive Erschwernisse der Zustellung als auch Gefährdungen für das Zustellpersonal eine Nicht-Zustellung begründen.

So könne beispielsweise nicht vom Zusteller verlangt werden, dass dieser sich in Lebensgefahr begibt, nur um die Post zu bringen. Wenn beispielsweise schon am Gartenzaun mit einem Schild vor einem "bissigen Hund" gewarnt wird, dieser frei läuft und auch noch aggressiv wirkt, muss der Zusteller das Grundstück nicht betreten. Gibt es dann außerhalb der Umzäunung weder einen Briefkasten noch eine Klingel, kann der Briefträger die Post nicht ohne Gefahr für Leib und Leben zustellen. In solchen Fällen werde man aber immer das Gespräch mit dem Postempfänger suchen und mit ihm zusammen nach einer guten Lösung suchen, verspricht Post-Sprecher Edenhofer. Das verlangt auch schon die PUDLV. "Der Betroffene ist von dem beabsichtigten Ausschluss (von der Zustellung; die Red.) zu unterrichten", heißt es dort.

Der richtige Standort für den Hausbriefkasten

"Der ideale Briefkasten ist grundsätzlich von außen zugänglich", rät die Deutsche Post seinen Kunden. In vielen Mehrparteienhäusern hängen die Briefkästen der Bewohner aber im Eingangsbereich des Hausflurs. Laut einem Urteil des Landgerichts Frankfurt/Oder ist dies nicht zu beanstanden. Demnach gibt es keinen Rechtsanspruch auf von außen zugängliche Briefkästen (Az.: 6a S 126/09). Trotzdem liegt dessen großer Vorteil natürlich auf der Hand: Der Briefträger muss nicht klingeln und eingelassen werden, um die Post zuzustellen.

Wer ein eigenes Haus besitzt oder gemietet hat ist freier bei der Standortwahl. "Nach Möglichkeit sollte sich die Briefkastenanlage unter einem Vordach befinden", empfiehlt Hersteller Renz seinen Kunden. Selbst die hochwertigsten Briefkästen sind nicht hermetisch abgedichtet. "Technologisch bedingte Spaltmaße und Toleranzen können bei extremen Witterungsbedingungen wie Schlagregen, Sturm, Dauerregen oder Tau-Nässe das Eindringen von Feuchtigkeit ermöglichen", macht auch Hersteller JU die Grenzen des Nässeschutzes deutlich.

Verkehrssicherungspflicht beachten

Doch wo auch immer sich der Hausbriefkasten befindet: Er muss zu jeder Zeit gefahrlos zugänglich sein. Bei gravierenden Behinderungen kann es sonst sein, dass der Briefträger wegen der Gefahrenlage nicht zustellt. In jedem Fall aber ist der Besitzer in der Haftung, wenn der Briefträger bei der Postlieferung verunglückt, weil der Inhaber seine Verkehrssicherungspflichten verletzt hat – zum Beispiel, indem er seiner Räum- und Streupflicht nicht nachgekommen ist.

Briefkasten-Norm macht Vorschriften zu Abmessungen und Beschaffenheit

Die Abmessungen von Hausbriefkästen sind in der Norm "DIN EN 13724" geregelt. Diese orientiert sich an den Abmessungen eines großen Briefumschlags der Standardgröße C4 (229 x 324 Millimeter). "Nicht nur die Mindestbreite des Einwurfschlitzes, sondern auch der Innenraum ist so bemessen, dass ein C4-Briefumschlag hineinpasst", informiert die Deutsche Post. Dadurch soll gewährleistet werden, dass wichtige Unterlagen oder auch abonnierte Zeitschriften bei der Zustellung nicht verknicken. Der Schlitz muss zwischen 30 und 35 Millimeter hoch sein, damit einerseits auch dicke Umschläge hindurch passen, andererseits aber der unbefugte Zugriff von Hand weitestgehend ausgeschlossen ist. Der Schlitz sollte sich in einer Höhe zwischen 70 und 170 Zentimetern befinden.

Darüber hinaus muss der Hausbriefkasten so platziert und beschaffen sein, dass sein Inhalt vor Witterung und Nässe gut geschützt ist. "Die Konstruktion und das verwendete Material müssen gewährleisten, dass der Briefkasten nicht mit der Hand verformt, beschädigt oder aufgebrochen werden kann", heißt es bei der Deutschen Post weiter. Sowohl Beschädigungen der Postsendungen als auch Verletzungsgefahren für die Nutzer des Briefkastens müssen demnach ausgeschlossen sein. "Darüber hinaus müssen alle Postkästen verschließbar sein."

Mieter haben Anspruch auf normgerechten Briefkasten

In vielen Mehrparteien-Altbauten hängen heute noch recht alte Briefkästen, die deutlich kleiner sind, als es die Briefkasten-Norm eigentlich verlangt. Als Mieter muss man dies nicht hinnehmen. "DIN-A4-Umschläge oder Zeitschriften müssen problemlos zugestellt werden können", informiert der Deutsche Mieterbund (DMB). "Die Post muss vor Regen und Durchnässung geschützt sein." Mehrere Gerichtsurteile hätten diesen Anspruch des Mieters bereits bestätigt. Würde die Vorgaben nicht eingehalten seien Mietminderungen bis zu 1 Prozent angemessen, so die DMB-Experten unter Berufung auf Urteile des Landgerichts Berlin (Az.: 29 S 20/90) und des Amtsgerichts Mainz (Az.: 8 C 98/96).

Was ein Briefkasten kosten darf

Die Produktpalette unterschiedlicher Briefkästen ist enorm – ebenso die Preisspanne, in der sich die angebotenen Postkästen bewegen. Achten sollte man darauf, dass der Hausbriefkasten möglichst unempfindlich gegen Rost ist. Im Außenbereich gut bewährt haben sich Briefkästen aus Edelstahl oder auch aus Aluminium. Auch Produkte aus verzinktem Stahlblech werden angeboten.

Sehr praktisch ist ein integriertes Zeitungsrohr. Dann müssen Zeitschriften und Tageszeitungen nicht zusammen mit der Tagespost in den Briefkastenschlitz gestopft werden. Allerdings ist hier ein regengeschützter Standort besonders wichtig. Sonst regnet es ins Zeitungsrohr hinein und durchnässt die eingelegten Zeitungen und Zeitschriften.

Briefkästen aus dem unteren Preissegment gibt es im Baumarkt schon ab etwa 25 bis 35 Euro. Im gehobenen Preissegment kann ein Briefkasten zum Aufhängen aber auch schnell 200 Euro kosten. Meist warten solche Produkte dann mit diversen Zusatzfunktionen auf und sind zum Beispiel mit einer Innenbeleuchtung ausgerüstet oder besonders stabil gefertigt, um unempfindlicher gegen Vandalismus zu sein.

Den Briefkasten an der Hauswand anbringen

Bei den meisten Ein- und Zweifamilienhäusern hängt der Briefkasten in unmittelbarer Nähe zur Haupteingangstür. Oft ist er dann mit Dübeln an der Fassade befestigt. "Es ist darauf zu achten, dass keine Kältebrücken durch die Befestigungsschrauben entstehen", warnt Hersteller Renz. In jedem Falle seien bei der Anbringung an einer gedämmten Fassade spezielle Dübel zu verwenden, die extra für den Einsatz in Dämmstoffen konzipiert sind.

Als Alternative, bei der die Hauswand komplett unbeschädigt bleibt, bietet sich zur Befestigung Montagekleber an. Bei einer ausreichend großen Klebefläche hält ein geeigneter Montagekleber das Gewicht eines gefüllten Briefkastens problemlos, sofern man ihn richtig verarbeitet und gut aushärten lässt. Zu beachten ist allerdings die Tragfähigkeit des Untergrunds. Je nachdem wie schwer der Briefkasten ist und wie stark er dem Wind ausgesetzt ist, hält womöglich zwar der Kleber den Belastungen stand, nicht jedoch der Untergrund, auf dem dieser aufgetragen wurde. Da Wärmedämmsysteme in der Regel nicht für große Traglasten konzipiert sind, sollte man im Zweifel lieber zum Dämmstoff-Dübel statt zum Kleber greifen, um den Briefkasten stabil an einer gedämmten Hauswand zu befestigen.

Freistehenden Briefkasten aufstellen

Bei freistehenden Briefkästen braucht das Gestell ein ausreichend großes Beton-Fundament, damit es Wind und Wetter trotzen kann. "Zum sicheren Stand sollten freistehende Briefkastenanlagen zum Einbetonieren je Fuß ein Fundament von 300 x 300 x 500 Millimetern erhalten", empfiehlt die JU-Metallwarenfabrik, die unter anderem auch Briefkästen herstellt, in ihren Montagetipps. "Um einen optimalen Wasserschutz Ihrer Post zu erreichen, sollten die Anlagen mit vorstehenden Verkleidungen oder Verkleidungen mit Regenabweisern ausgerüstet sein", ergänzt Hersteller Renz.

Freistehende Briefkästen mit Fußplatten befestige man mit ausreichend stabilen Schraubverbindungen, empfiehlt man bei JU. Der Hersteller rät dafür zu sogenannten Schwerlastankern. Beim Kauf sollte man auf die Europäische Technische Zulassung, abgekürzt ETA (engl.: European Technical Approval) achten. Schwerlastanker mit ETA-Kennzeichnung durchlaufen einen normierten Prüfzyklus, so dass ihre Belastbarkeit auch tatsächlich gewährleitet ist. Alle freistehenden Briefkästen sollten so positioniert werden, dass ihre Einwurfschlitze zur wetterabgewandten Seite ausgerichtet sind.

Briefkasten vor Vandalismus schützen

Vor allem um Silvester herum werden immer wieder große Böller in die Briefkästen geworfen und diese dadurch mutwillig beschädigt. Aber auch unabhängig vom Jahreswechsel sind die Postkästen ein häufiges Ziel von Vandalismus und werden zum Beispiel absichtlich von der Hauswand getreten. Einen wirklich effektiven Schutz dagegen gibt es nicht, auch wenn manche Briefkästen als besonders vandalismus-sicher beworben werden. Auch solche Produkte – zumeist aus dem Hochpreissegment – können gezielter Zerstörungswut jedoch in der Regel nicht allzu lange standhalten.

Zumindest für den Schutz vor Böllern hat es sich bewährt, den Briefkasten in der Silvesternacht von innen zu verriegeln beziehungsweise zu blockieren. Viele höherwertigen Produkte sind schon ab Werk mit einer entsprechenden Vorrichtung ausgerüstet. Schäden durch Vandalismus sind in der Regel über die Gebäudeversicherung abgedeckt. Eine Hausratversicherung hingegen tritt meist nicht ein, wenn ein Briefkasten mutwillig beschädigt wurde.

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