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Mittagsruhe und Nachtruhe: Verhaltensregeln bei Ruhezeiten

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Recht auf Ruhe  

Gesetzliche Ruhezeiten: Die Rechtslage

01.10.2016, 15:45 Uhr | up (IP)

Mittagsruhe und Nachtruhe: Verhaltensregeln bei Ruhezeiten. Wer sich nicht an die gesetzlichen Ruhezeiten hält, muss damit rechnen, dass sich Nachbarn gestört fühlen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer sich nicht an die gesetzlichen Ruhezeiten hält, muss damit rechnen, dass sich Nachbarn gestört fühlen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Immer wieder streiten sich Mieter, Vermieter und Nachbarn wegen Lärmbelästigungen und enden dabei nicht selten vor Gericht. Gesetzliche Ruhezeiten regeln, welcher Geräuschpegel zu welchen Tageszeiten erlaubt ist. Ein häufiger Irrglaube: Dass die "Mittagsruhe" bundesweit eingehalten werden muss. Welche Rechte und Pflichten tatsächlich bestehen, lesen Sie hier.

Die Regelung der Ruhezeiten ist Ländersache

Ruhezeiten sind nicht mehr bundesweit gesetzlich geregelt, sondern werden von den Bundesländern und den einzelnen Gemeinden festgesetzt. Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde oder dem zuständigen Ordnungsamt nach den Ruhezeiten, die für Ihr Wohngebiet gelten. Dazu gehören meist die bekannten Zeiten, wie die ganztägige Sonn- und Feiertagsruhe, die Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr und die Nachtruhe von 22 bis 6 oder 7 Uhr.

Die Mittagsruhe ist nicht mehr bundesweit gesetzlich vorgeschrieben – Ihre Hausverwaltung darf aber Ruhezeiten vorschreiben, denen Sie bei Mietabschluss zustimmen. Allerdings können Sie in diesen Zeiten nicht mit absoluter Stille rechnen, auch während der Mittagsruhe ist Zimmerlautstärke erlaubt.

Was in der eigenen Wohnung erlaubt ist

Generell gilt im Mietrecht, dass Sie in der Nachbarschaft Kinderlärm, Geräusche der Toilettenspülung sowie nächtliches Duschen mit einer Dauer von maximal 30 Minuten, oder auch Staubsaugen am Sonntag, hinnehmen müssen, informiert das Portal der "D.A.S. Rechtsschutzversicherung". Auch ganztägiges Musikhören in Zimmerlautstärke ist erlaubt, ebenso das Musizieren außerhalb der nächtlichen oder mittäglichen Ruhezeiten.

Handwerksarbeiten wie Bohren und Hämmern sind außerhalb der Ruhezeiten ebenfalls vertretbar. In diesem Fall gilt das Stichwort „bestimmungsgemäßer Gebrauch der Mietsache“. Dabei ist der Paragraph 117 des "Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten" zu beachten: Dieser besagt, dass Sie ordnungswidrig handeln, wenn Sie ohne berechtigten Anlass oder nach den Umständen vermeidbaren Lärm erzeugen, der Ihre Nachbarn und Umgebung belästigt oder sogar gesundheitlich schädigt. Sind Sie Verursacher unzulässigen oder vermeidbaren Lärms, können Sie demzufolge mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro bestraft werden.

Was ist mit Baulärm und Rasenmähern?

In Wohngebieten gilt die „32. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes“, auch bekannt als Geräte- und Maschinenlärmschutzordnung. Paragraph 7 dieser Verordnung besagt, dass Geräte und Maschinen im Freien an Sonn- und Feiertagen gar nicht eingesetzt werden dürfen. Werktags ist die Nutzung nicht zwischen 20 und 7 Uhr erlaubt.

Zu den Geräten und Maschinen zählen beispielsweise Rasenmäher, Heckenscheren oder Vertikutierer. Freischneider, Grastrimmer, Laubbläser und Laubsammler dürfen werktags in der Zeit von 7 bis 9 Uhr, von 13 bis 15 Uhr und von 17 bis 20 Uhr nicht betrieben werden, sofern sie nicht über das gemeinschaftliche Umweltzeichen der Verordnung Nr. 1980/2000 verfügen.

Auch der Einsatz von Maschinen auf Baustellen, beispielsweise Betonmischer oder Turmkräne, ist hier geregelt: Für diese gilt in Wohngebieten ebenfalls die Ruhezeit von 20 bis 7 Uhr und ein Einsatzverbot an Sonn- und Feiertagen. Spezielle landesrechtliche Vorschriften bleiben von der Regelung jedoch unberührt.

Laute Musik für die Geburtstagsparty erlaubt?

Und wie sieht es aus mit der jährlichen Geburtstagsparty – das muss doch möglich sein, oder? Ganz so einfach ist es nicht: Nach 22 Uhr handelt es sich auch dabei um eine Ruhestörung und einen Verstoß gegen festgelegte Ruhezeiten. Im Extremfall kann die Polizei sich im Einklang mit dem Gesetz dazu entscheiden, die Musikanlage zu beschlagnahmen. Im Normalfall prüft die Polizei jedoch zunächst, ob wirklich eine Ruhestörung vorliegt und sucht das Gespräch mit dem Veranstalter der Party.

Dem Gastgeber der Party kann ein Bußgeld drohen, da der Lärm ein Verstoß gegen den Immissionsschutz ist. Sollten Sie sich sogar dauerhaft und nachweislich nicht an gesetzliche Ruhezeiten halten, riskieren Sie die Kündigung Ihrer Wohnung.

Überlegen Sie deshalb am besten schon vor der anstehenden Party, wie Sie Ihre Nachbarn am besten vorwarnen oder einbeziehen können: Eine rechtzeitige und freundliche Information im Hausflur oder in den Briefkästen der Nachbarn zeigt Kompromissbereitschaft und einen verantwortungsvollen Umgang. Wenn Sie möchten, laden Sie Ihre Nachbarn gleich mit ein. In jedem Fall gilt: Nehmen Sie Rücksicht und achten Sie darauf, dass der Geräuschpegel nicht eskaliert, denn auch eine im Voraus angekündigte Party muss von den Nachbarn nicht akzeptiert werden.

Wenn der Lärm unerträglich wird: Was kann ich tun?

Die Verbraucherorganisation "Stiftung Warentest" weist darauf hin, dass ein Vermieter unter Umständen nicht dazu verpflichtet ist, eine zusätzliche Schallisolierung anzubringen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Ihre Wohnung als hellhörig gilt, der Bodenbelag in der Wohnung über Ihnen aber die Trittschallwerte nach DIN 4109 einhält.

Als Mieter können Sie bei anhaltendem Lärm allerdings eine Mietminderung geltend machen. Auch Lärmquellen, auf die der Vermieter keinen Einfluss hat, rechtfertigen eine Minderung, sofern diese beim Zeitpunkt des Einzugs noch nicht bekannt waren – beispielsweise Baustellen vor dem Haus. Bei akuten Fällen, etwa einer nächtlichen Party, können Sie die Polizei rufen.

Vermieter können den lärmenden Mieter abmahnen und gegebenenfalls wegen fortgesetzter Störung des Hausfriedens kündigen. Auch eine Unterlassungsklage ist möglich, jedoch müssen Sie in diesem Fall beweisen, wodurch Sie belästigt werden. Sie können zum Beispiel ein "Lärmtagebuch" unter Benennung von Zeugen führen und es im Zweifelsfall als Beweismittel vorlegen. Die meisten Ordnungsämter verfügen über Ombudsmänner, die zwischen der zerstrittenen Nachbarschaft vermitteln.

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