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Haushaltsauflösung: Fast alles lässt sich noch verkaufen

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Auktion sind oft Glücksspiele  

In fast jedem alten Krempel steckt noch Geld

17.02.2017, 10:50 Uhr | dpa-tmn

Haushaltsauflösung: Fast alles lässt sich noch verkaufen. Nicht gleich wegwerfen: Viele Gegenstände lassen sich noch zu Geld machen. (Quelle: dpa)

Nicht gleich wegwerfen: Viele Gegenstände lassen sich noch zu Geld machen. (Quelle: dpa)

Es gibt immer wieder Situationen im Leben, in denen man sich von Hausrat trennen muss. Bei einem Umzug beispielsweise. Oder wenn der Keller einfach zu voll geworden ist. Besonders unangenehm sind Haushaltsauflösungen von verstorbenen Familienmitgliedern. In jedem Fall aber gilt: Nicht gleich alles zum Sperrmüll geben. Fast alles lässt sich noch zu Geld machen. Altes Spielzeug ist besonders beliebt.

"Aus einem normalen Haushalt ist fast alles zu verwerten, wenn man es geschickt anstellt", sagt Monika Beier vom Bundesverband Deutscher Auktionatoren. Sie rät Angehörigen und Freunden, bei einer Haushaltsauflösung nicht überstürzt zu handeln, sondern sich die gesamte Einrichtung genau anzusehen. "Oft sind es unscheinbare Stücke, die großen Wert haben." Aber auch, wenn sich keine Schätze finden, lässt sich in den meisten Fällen noch ein guter Ertrag erzielen. Wegwerfen ist die allerletzte Option.

Mit Schmuck und Porzellan zum Experten

Die größten Erlöse versprechen in der Regel Bilder, Schmuck, Möbel und Porzellan. "Bei Bildern können sich die Eigentümer gut im Internet informieren, wie hoch sie gehandelt werden", erklärt die Expertin. Anhaltspunkte sind zum Beispiel die Signaturen. Schmuck und Porzellan sollten sie besser von einem Experten schätzen lassen, ebenso wie Möbel. Die sind für Käufer meist nur von Interesse, wenn sie alt sind. "Aus der Gründerzeit um 1880 sollten sie schon sein. Aber auch Bauhausmöbel aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts laufen gut", sagt Beier.

Besonders gefragt sind kleinere Stücke wie Frisierkommoden oder Tischchen, die sich gut mit modernem Design kombinieren lassen. Wenig Interesse besteht nach ihrer Erfahrung an Möbeln aus den 40er bis 80er Jahren. Auch Bücher haben es schwer. "Das muss schon etwas Altes oder ganz besonders Schönes sein."

Für altes Spielzeug gibt es einen großen Markt

Viel Geld zahlen Sammler manchmal für Dinge, die Laien unterschätzen. Zum Beispiel für altes Spielzeug, am besten noch in der Originalverpackung. "Für Puppen, Autos, Eisenbahnen und Blechspielzeug gibt es einen großen Markt", sagt Beier. "Mitarbeiter der Auktionshäuser geben gern Auskunft über den Wert der Stücke", erklärt sie. Wer seine Sachen selbst hinbringt, muss für die Beratung nicht bezahlen. Hilfe gibt es auch beim Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter Kunstsachverständiger sowie qualifizierter Kunstsachverständiger. Auf seiner Homepage sind Adressen von Experten auf vielen verschiedenen Fachgebieten aufgelistet.

Eine Auktion ist oft auch ein Glücksspiel

Der Erlös bei einer Auktion hängt aber nicht nur vom tatsächlichen Wert des Gegenstands ab. Auch die Tagesform der anwesenden Bieter spielt eine Rolle. "Wenn Sammler dabei sind, können sie sich schon gegenseitig hochschaukeln", weiß Beier. So war es auch bei einem Bild aus einer Erbschaft, die die Erben ausgeschlagen hatten. Es hing in einer völlig verräucherten Wohnung. Die Auktionatoren waren sich zunächst nicht über seinen Wert im Klaren. Ein Nachlassverwalter ließ es schließlich versteigern. "Es brachte 100.000 Euro, eine Überraschung für uns und vor allem für die leer ausgegangenen Erben", erzählt Beier.

Gegenstände als Gesamtpaket anbieten

Meist sind es aber ganz normale Alltagsgegenstände, die unter den Hammer kommen. Die Auktionatorin empfiehlt, sie nicht einzeln anzubieten, sondern größere Posten zusammenzustellen. "Ein Posten mit verschiedenen Porzellan-Gegenständen oder Küchenutensilien verkauft sich besser als die einzelnen Teile." Auch elektronische Geräte, Kleidung oder Bücher können so zusammengefasst werden. So bleibt am Ende weniger übrig.

Der Zeitgeist spielt eine große Rolle

Manchmal bekommen alte Dinge neue Aufmerksamkeit geschenkt, weil sie plötzlich dem Zeitgeist entsprechen. So finden sich etwa in Haushalten der neuen Bundesländer oft Stücke, die bei Sammlern nun sehr begehrt sind – und das nicht nur in Deutschland, berichtet Hartmut Preuß, Leiter des Museums für Alltagskultur in Eisenhüttenstadt. In Los Angeles gibt es sogar ein DDR-Museum. Hier werden viele typische Produkte ausgestellt. Wie zum Beispiel das Rührgerät RG 28 aus dem Kombinat AKA Elektrik aus den 70er Jahren. "Es ist noch immer im Gebrauch und viele Leute, die es benutzen, sind sich gar nicht bewusst, dass sich Käufer im In- und Ausland dafür interessieren."

Gutes Geld bringen auch Sammlungen von Zeitschriften aus der DDR-Zeit. Wer zum Beispiel alle Ausgaben vom "Mosaik" besitzt, hat einen Goldschatz. "Allein die Nummer 1 bringt über 1000 Euro, bei einem Heftpreis von damals 60 Ost-Pfennig", verrät Preuß. Begehrt ist auch die Kinderzeitschrift "Atze", eine Art Comic-Magazin, die von 1955 bis 1991 erschien.

Es muss nicht immer Geld sein

Selbst Dinge, die sich nicht unbedingt zu Geld machen lassen, haben oft noch einen großen ideellen Wert, weil sie historisch bedeutsam sind. "Briefe, Zeitschriften und Bücher mit Randbemerkungen geben Einblick in das Leben der Menschen zur jeweiligen Zeit", erklärt Museumsleiter Preuß. "Sie können durchaus interessant für Museen und Ausstellungen sein. Wer so etwas in einem Nachlass findet, sollte das einem Fachmann zeigen, bevor es leichtfertig weggeworfen wird."

Eine Möglichkeit, Hausrat loszuwerden und gleichzeitig etwas Gutes zu tun, ist die Spende. "Unsere Verbände in den verschiedenen Regionen freuen sich immer über Kleidung, Möbel und Geschirr", sagt Claudia Beck vom Deutschen Caritasverband in Berlin. Diese Dinge werden in Kleiderkammern und Sozialkaufhäusern an Bedürftige verteilt oder verkauft. "Wichtig ist aber, dass die Sachen absolut in Ordnung sind", betont sie. "Modische oder Geschmacksfragen spielen keine Rolle. Aber die Spenden müssen in einem Zustand sein, in dem man sie selbst benutzen würde."

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