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Warum Spinnen gerne ins Haus kommen

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Krabbeltiere  

Spinnen wohnen gerne im Haus

01.07.2016, 12:31 Uhr | dpa-tmn

Warum Spinnen gerne ins Haus kommen. Alle heimischen Spinnenarten sind für den Menschen ungefährlich. (Quelle: dpa)

Alle heimischen Spinnenarten sind für den Menschen ungefährlich. (Quelle: dpa)

Auch wenn sie nützlich sind: Spinnen lösen bei vielen Menschen Ekelgefühle aus, besonders wenn sie dick und haarig sind. Vor allem im Haus sind die Achtbeiner nicht gerne gesehen, verhindern lässt sich ihr Eindringen aber nicht. Wie man sie am besten wieder loswird.

In Deutschland leben rund 1000 Spinnenarten. "30 bis 40 davon haben ihren Lebensschwerpunkt in Häusern", sagt Biologe Christoph Muster. Ursprünglich lebten sie in Steinmauern, unter Baumwurzeln oder in Steinbrüchen. Nach und nach haben sie sich an den menschlichen Lebensraum angepasst. Andere Arten sind aus dem Mittelmeerraum eingewandert. "Die könnten bei unserem Klima draußen gar nicht überleben und kommen daher ausschließlich in Häusern vor", erklärt der Spinnen-Experte.

Große Winkelspinne ist haarig, aber ungefährlich

Oft bemerken Menschen die haarigen Mitbewohner gar nicht. Denn Spinnen ziehen sich gern in dunkle Ecken zurück und sind überwiegend nachts aktiv. Fast alle heimischen Arten sind vollkommen ungefährlich, so auch die dunkle, dicke und haarige Große Winkelspinne. Manche Exemplare haben einen 16 Millimeter großen Körper, das entspricht einer Cent-Münze. Die Beine haben zusätzlich eine Spannweite von bis zu zehn Zentimetern. Wie ihre etwas kleinere Verwandte, die Hauswinkelspinne, fühlt sich der große Achtbeiner in feuchten Wohnungen, Schuppen und Kellern wohl. "Diese Arten haben sich sehr gut an den Lebensraum Haus angepasst", erklärt Tanja Straka von der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes.

Fürchten muss sich vor ihr niemand: "Selbst die Große Winkelspinne kann die menschliche Haut mit ihren Mundwerkzeugen kaum durchdringen", erklärt Muster. Und sie hat normalerweise auch kein Interesse daran, einen Menschen zu beißen. Dafür frisst sie Mücken, kleine Fliegen oder Asseln – und kann damit sogar nützlich sein.

Spinnen nicht aufsaugen

Wer keine Angst vor Spinnen hat, kann die Tiere getrost dort lassen, wo sie sind. Wenn sie stören, sollte man sie besser nach draußen setzen, statt sie zu töten, meint die Tierschützerin Tanja Straka. Das funktioniert am besten mit der altbewährten Bechermethode: Man stülpt ein Glas über die Spinne, schiebt ein Stück Karton unter den Glasrand und trägt das Tier hinaus. Für alle, die der Spinne nicht so nah kommen wollen, gibt es sogenannte Spinnenfänger. Das sind Fanggeräte mit langem Stiel, mit denen sie sich auf Abstand halten lassen. Der Staubsauger ist hingegen keine gute Idee: Das Aufsaugen ist besonders qualvoll für die Tiere.

Wer Spinnen nicht mit der Hand fangen will, kann Hilfsmittel verwenden. Dabei werden die Tiere in ein Gefäß eingeschlossen und draußen ausgesetzt.  (Quelle: dpa)Wer Spinnen nicht mit der Hand fangen will, kann Hilfsmittel verwenden. Dabei werden die Tiere in ein Gefäß eingeschlossen und draußen ausgesetzt.

Spinnen weit entfernt aussetzen

Wer sichergehen will, dass der ausquartierte Mitbewohner nicht zurückkommt, sollte ihn etwas entfernt aussetzen, beispielsweise in einem Holzstapel. "Jedes Lebewesen hat ein Recht auf Leben", meint Straka, "und für ihr Aussehen können die Tiere schließlich nichts." Die Entfernung sollte aber schon mindestens 60 bis 70 Meter betragen, denn wenn sie sich an einem Ort wohlgefühlt haben, kommen sie meist schnell zurück, sagt Martin Kreuels, vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Zitterspinne ist kein Weberknecht

Auch die Zitterspinne ist oft in Wohnungen anzutreffen. Der filigrane Achtbeiner wird oft mit dem Weberknecht verwechselt. Anders als dieser verfügt die Zitterspinne über einen zweigeteilten Körper. Zudem lebt der Weberknecht eher draußen, während sich die Zitterspinne vor allem in Wohnungen und Kellern aufhält. Mit ihrem kleinen Rumpf und den langen, dünnen Beinen wirkt sie weniger furchteinflößend als die Winkelspinne.

Dafür ärgern sich ordnungsliebende Menschen über ihre großflächigen Netze an Zimmerdecken und in Ecken. Sie haben wenig mit den kunstvollen Gebilden, beispielsweise der Kreuzspinne, gemein. "Die Netze wirken eher unordentlich und bestehen aus vielen kreuz und quer gewebten Fäden", sagt Lars Friman vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). Wer die im Netz sitzende Spinne leicht antippt, erfährt auch, woher sie ihren Namen hat: Sobald sie sich gestört fühlt, schwingt die Zitterspinne heftig hin und her. Durch diese Zitterbewegung versucht sie, Fressfeinde abzulenken.

Speispinnen bauen kein Netz

Neben den Winkelspinnen und den Zitterspinnen begegnet man in Wohnungen beispielsweise der Fettspinne. Sie ist mit ungefähr fünf Millimetern deutlich kleiner als die Winkelspinne und an ihrem runden, stark glänzenden Hinterleib erkennbar. Die Speispinne dagegen ist kontrastreich gemustert und treibt sich manchmal in Badezimmern herum. "Speispinnen bauen keine Netze, sondern fangen ihre Beute, indem sie diese anspucken", sagt Muster.

Im Haus bleibt die Anzahl von Spinnen begrenzt

Die Angst, es könnten sich zu viele Spinnen im Haus tummeln, ist übrigens unbegründet. Spinnen sind Kannibalen, sagt Kreuels, sie regulieren ihre Anzahl selbst. Ökologisch gesehen sind Spinnen Teil eines Nahrungsnetzes: Während sie kleinere Insekten fressen, dienen sie wiederum Vögeln und Fledermäusen als Futter. Auch aus dieser Perspektive ist die Umsiedelung in den Garten sinnvoll. Es darf jedoch bezweifelt werden, dass Spinnen dies genauso sehen.

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