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Greenpeace: FSC-Siegel versagt beim Schutz von Wäldern

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Nachhaltige Forstwirtschaft  

Greenpeace: FSC-Siegel versagt beim Schutz natürlicher Wälder

27.03.2018, 10:34 Uhr | Nina Sündermann, AP

Greenpeace: FSC-Siegel versagt beim Schutz von Wäldern. FSC-Waldbewirtschaftung: Das FSC-Siegel sei laut Greenpeace an ein Unternehmen vergeben worden, das Urwald rodet. (Quelle: Michael Reichel/dpa)

FSC-Waldbewirtschaftung: Das FSC-Siegel sei laut Greenpeace an ein Unternehmen vergeben worden, das Urwald rodet. (Quelle: Michael Reichel/dpa)

Greenpeace zieht sich aus dem größten weltweiten System zur Zertifizierung von nachhaltiger Forstwirtschaft zurück. Der Forest Stewardship Council (FSC), zu dessen Gründungsmitgliedern Greenpeace zählt, versage beim Schutz natürlicher Wälder.

Der FSC habe seine Ziele des Bewahrens von Wäldern und zum Nutzen der Gesellschaft nicht erreicht. Vielmehr sei das bei Papierproduzenten und anderen Nutzern von Holz begehrte FSC-Siegel, das für einen nachhaltigen Umgang mit Wäldern steht, zu einem "Instrument für die Forstwirtschaft und die Gewinnung von Holz" geworden, erklärt Greenpeace International auf seiner Webseite.

Das Siegel habe zwar in einigen Regionen Erfolge erzielt, versage aber in "Hochrisikoregionen, wo demokratische und zivilgesellschaftliche Institutionen schwach sind und die Korruption hoch ist".

Großes Manko: Mangelnde Transparenz

In Indonesien, wo Umweltorganisationen einen dramatischen Kahlschlag an Regenwäldern beklagen, wurde das FSC-Siegel beispielsweise an das koreanisch-indonesische Unternehmen Korindo vergeben. Dieses rodet Urwald in Papua, unter anderem für Palmölplantagen.

Ein großes Manko des FSC-Systems sei mangelnde Transparenz, erklärt Greenpeace. So fehlten digitale Karten, die die zertifizierten kommerziell genutzten Wälder anzeigten. Um als glaubwürdig zu gelten, müsse ein Programm zur Zertifizierung von Wäldern digitale Karten veröffentlichen. Dies erfolge aktuell aber weder beim FSC noch bei anderen derartigen Programmen. Auch seien Rechnungsprüfungsberichte nicht öffentlich zugänglich.

Greenpeace International werde seine Mitgliedschaft im FSC nicht erneuern, erklärt die Organisation. Ihre nationalen Ableger würden aber selbst darüber entscheiden, wie sie weiter verfahren. Der FSC mit Sitz in Bonn reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage für eine Stellungnahme.

Verwendete Quellen:
  • AP

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