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Stuart Pigott: Guter Wein muss nicht teuer sein

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STUART PIGOTT  

Guter Wein muss nicht teuer sein

12.11.2007, 13:49 Uhr | tze

Wein: Der Weinkenner Stuart Pigott stellt jeden Monat einen Wein vor. (Foto: Florian Bolk)Der Weinkenner Stuart Pigott stellt jeden Monat einen Wein vor. (Foto: Florian Bolk)Wer für eine Flasche Wein viel Geld ausgegeben hat, erwartet auch einen besonders edlen Tropfen. Aber es kann auch ein besonders teurer Reinfall werden. "Beim Wein gibt es keine Relation zwischen Preis und Qualität", sagt Weinkritiker Stuart Pigott. Im Umkehrschluss steckt darin eine positive Botschaft an sparsame Genießer: Guter Wein muss nicht teuer sein. Wenn Pigott von "billigem" Wein spricht, meint er allerdings nicht die vermeintlichen Discounter-Schnäppchen für 1,99 Euro. Selbst wenn der Verkaufspreis nur eine relative Aussagekraft hat, lässt er sich einen Richtwert entlocken: "Für Weine aus den westeuropäischen Weinländern liegt die untere Grenze um die 2,50 Euro, wenn ein Familienbetrieb sehr gut wirtschaftet." Noch günstigere Angebote, vor allem bei Überseeweinen, seien ein Resultat von Niedriglöhnen und extremer Mechanisierung. Worauf es bei gutem Wein wirklich ankommt, erklärt Pigott in unseren Exklusiv-Videos:

Zum Durchklicken Die zehn größten Wein-Irrtümer
Weinquiz Sind Sie ein Kenner edler Tropfen?

Etikettenschwindel als Folge des Preisdrucks

Weinen aus dem Supermarkt oder Discounter steht Pigott skeptisch gegenüber. Dabei handelt es sich meistens um industriell produzierte Massenware von Großkellereien oder Gebietswinzergenossenschaften. Das liegt auf der Hand, wenn Handelsketten bestimmte Weine flächendeckend im Sortiment führen. Damit gehe nicht zwangsläufig eine schlechtere Qualität einher, räumt der Experte ein. Schließlich gebe es auch handwerklich erzeugte Winzerweine, die schlecht schmecken. Doch der Preisdruck auf dem Markt und die Geiz-ist-geil-Mentalität der Verbraucher haben negative Folgen. Pigott schildert ein Beispiel: "Auch wenn heute die Mehrheit der Billigweine aus dem Supermarkt- und Discounterregal sauber und korrekt ist, zeigte das Skandälchen um spanischen Rotwein Anfang 2006, wohin der erbarmungslose Preiskampf führt. Diese Spanier schmeckten zwar ordentlich, aber die Etiketten haben beim Alter und der Prädikatsstufe geschummelt."

Teuer gegen billig - der Geschmackstest

Und wie findet man einen wirklich guten Wein? Pigott empfiehlt ein kleines Spiel im Freundeskreis: Kaufen Sie zwei Weine des gleichen Geschmackstyps, zum Beispiel trockenen Rotwein. Wichtig ist, dass sie sich im Preis deutlich unterscheiden - einer sollte mindestens doppelt so teuer sein wie der andere. Machen Sie mit Ihren Freunden eine Blindverkostung ohne zu verraten, welche Weine Sie eingeschenkt haben. Jeder bekommt ein Glas in die rechte und in die linke Hand gedrückt und kostet von beiden. Anschließend wird abgestimmt, wer den Wein im linken Glas vorzieht, und wer jenen im rechten Glas. Natürlich hat jeder Tester nur eine Stimme. Erst dann werden die Etiketten aufgedeckt. "Manche konservativen Weinexperten werden behaupten, dass alle, die den billigen Wein bevorzugten, Kulturbanausen sind", meint Pigott, der diese Einstellung nicht teilt. Letztendlich sei der individuelle Geschmack entscheidend.

Nie so viel ausgeben, dass es weh tut

Er ermuntert unerfahrene Weinliebhaber zum spielerischen Experimentieren. "Bei der Wahl des Weins habe ich mich auch häufig vertan, aber so lange der finanzielle Schaden nicht so groß war, blieb das Ergebnis positiv, weil ich dabei etwas gelernt habe," schreibt er in "Stuart Pigotts kleiner genialer Weinführer 2007". Sein praktischer Rat: Nie so viel Geld für Wein ausgeben, dass der Gedanke an eine Enttäuschung Unbehagen bereitet.

Ein Brite erklärt uns den Wein

Stuart Pigott zählt international zu den wichtigsten Weinkritikern. Er schreibt Beiträge für die Magazine "Feinschmecker" und "Wein Gourmet" und Kolumnen für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Außerdem hat er zahlreiche Weinbücher veröffentlicht. Druckfrisch erschienen sind "Stuart Pigotts kleiner genialer Weinführer 2007" und "Wilder Wein. Reise in die Zukunft des Weins" (beide im S. Fischer Verlag). Der 1960 geborene Brite studierte in London Malerei. Bei einem Studentenjob als Weinkellner kam er erstmals mit seinem späteren Fachgebiet in Berührung. Im Laufe der Jahre bereiste er nicht nur traditionelle Weinbaugebiete, sondern nahezu jeden Winkel der Welt, um Winzer und Weine kennen zu lernen. Pigott lebt seit 1992 in Berlin.

Buchtipp mit Leseprobe Stuart Pigott: "Wilder Wein"

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