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WEIN| DISCOUNTERWEIN: Chateau Aldi mit Muff und Schwefel

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WEIN| DISCOUNTERWEINE  

Chateau Aldi mit Muff und Schwefel

23.11.2007, 13:21 Uhr | sure, wek

Rotwein ist beliebt. (Foto: imago)Rotwein ist beliebt. (Foto: imago)Rot, trocken, günstig: 45 Prozent der Deutschen kaufen ihren Wein bei Aldi, Norma und Co. Das hat die Gesellschaft für Konsumforschung mit der Weinforschungsanstalt Geisenheim herausgefunden. Tolle Schnäppchen seien hier zu machen, raunen vermeintliche Kenner. Doch ein umfassender Test belegt nun das Gegenteil: Er bescheinigt den Weinen der Ketten Aldi Nord und Süd, Penny, Plus, Norma und Netto zu über 50 Prozent eine mäßige bis miserable Qualität.

Tipps Wirklich gute Weine beim Discounter finden

Discounter-Wein – gerade noch trinkbar

Neben Stapeln staubiger Mehltüten, dem Grabbeltisch mit Tischwäsche und dem Tiefkühlregal beginnt das Weinparadies. Der spanische Rioja hat ein edles Etikett und kostet wohl deshalb 3,99 Euro, der Dornfelder ist auch rot, aber schon für 2,99 Euro zu haben. Der Pinot Grigio ist weiß, das Etikett sogar echt italienisch  - und dazu noch billiger. "Wer seinen Wein beim Discounter kauft, erhält in den meisten Fällen ein gerade noch trinkbares Produkt", sagt Hermann Pilz, Chefredakteur der Weinhandelszeitschrift "Weinwirtschaft". Sie hat 662 Discounterweine von 23 Experten wie Weinjournalisten, Kellermeistern und staatlichen Kontrolleuren verkosten lassen - eine der größten Verkostungen mit Weinen aus dem Einzelhandel.

Anteil von guter Qualität gesunken

Die getesteten Tropfen stammten aus den Stahlregalen von Aldi Nord und Süd, Lidl, Penny, Plus und Norma. Das Ergebnis: 2,6 Prozent der getesteten Tropfen sind "grob fehlerhaft", weil sie fies nach Muff, Schimmel oder Schwefel geschmeckt haben - und daher nicht ins Weinregal gehören. 8,3 Prozent waren "mit Mängeln" behaftet, etwa durch Oxydation oder unangenehme Altersnoten. 42 Prozent bewerteten die Tester mit "ausreichend", 40 Prozent haben "zufrieden stellend" geschmeckt und magere 2,4 Prozent haben die Note "gut bis sehr gut" erhalten. Dieser Wert hatte im Test des vergangenen Jahres noch bei über acht Prozent gelegen.

Halbindustrielle Weine aus der Massenproduktion

Ein Blick auf die Bedingungen, unter denen Weine in die Discountregale kommen, erklärt das Ergebnis: Die zwei oder drei Euro, die der Kunde pro Flasche zahlt, enthalten Steuer, Zoll, Kosten für Glas, Etikett und Korken, Transport, Handelsspanne, Marketing- und Vertriebskosten. Vom Rest muss der Erzeuger den gesamten Weinanbau und den Ausbau im Keller samt seinem Gewinn kalkulieren. Diese Weine haben daher nichts mit Winzerromantik und goldenen Reben zu tun – die Chateau Aldi-Kreszenzen sind halbindustriell gefertigte Massenprodukte.

Discount-Weine geschmacklich geschönt

"Oft werden fragwürdige Qualitäten aus Kostengründen verschnitten und geschmacklich geschönt, die hart an der Grenze des Akzeptablen sind", erläutert Wein-Fachmann Pilz und ergänzt, "aber nach wenigen Wochen in der Flasche kippt der Wein." Der Transport und die monatelangen Stehzeiten im Regal unter grellem Neonlicht können den Geschmack billiger Qualitäten deutlich verändern. Auch gebe es immer wieder Erzeuger, die fragwürdige, höchstens weinähnliche Flüssigkeiten aus der Produktion mit anderen Weinen verschneiden. "Discounter wie Aldi kaufen meist die Mengen mehrerer hundert Lastzüge und deren Einkäufer können einfach nicht jede Charge kontrollieren", erläutert Pilz. Luxusgetränke entstehen anders.

Weinerzeuger am Ende ihrer Möglichkeiten

"Die Discounter haben die Preisschraube auf die Erzeuger stärker angezogen", bestätigt auch Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut. Deutscher Wein aus der Dornfelder-Traube, der bislang für 1,99 über den Kassenscanner ging, sei nun für 1,59 Euro zu haben. "Die Weinerzeuger sind hier am Ende ihrer Möglichkeiten", sagt er. Für Büscher ist klar: "Solche fehlerhaften Weine müssen vom Konsumenten in Kauf genommen werden, wenn sie ihn zu diesen Preisen haben wollen". 

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