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WEIN: Kork für Rotwein - Kunststoff für Weißwein?

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Kork für Rotwein - Kunststoff für Weißwein?

12.11.2007, 11:59 Uhr | dpa, T-Online, t-online.de

Für die Umwelt besser: Naturkork (Foto: dpa) Für die Umwelt besser: Naturkork (Foto: dpa) Fast 17 Milliarden Weinflaschen werden weltweit in jedem Jahr verschlossen. Doch "den idealen Weinverschluss gibt es nicht", sagt Rainer Jung von der Wein-Forschungsanstalt Geisenheim in Hessen. Trotz verbesserter Naturkorken und der Konkurrenz durch Kunststoffstopfen, Schraub- und neuerdings Glasverschlüsse "haben die Reklamationen nicht abgenommen", berichtet der Wissenschaftler im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Europas Korkhersteller und die Umweltstiftung WWF werben mit dem Motto "Echte Korken, echter Wein" bei Winzern und Verbrauchern für den traditionellen Weinkorken. Denn die jahrhundertealten Korkeichenwälder gelten als gefährdet, wenn sich Schraubverschlüsse, Kunststoff- oder Glasstopfen weiter durchsetzen.

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Weniger Korkgeschmack durch alternative Verschlüsse?

Für den Weinfreund bleibt die Lage verkorkst: Entscheidet er sich für Natur und Tradition, bleibt ein Restrisiko muffigen Korkgeschmacks. Wählt er den Kunstverschluss, ist er nach Ansicht von Rainer Jung vor allem bei jungen Weinen auf der sicheren Seite - und doch nicht ganz vor Korkgeschmack gefeit. "Mufftöne werden auch von Kunststoff aufgenommen." Es gibt zwar deutliche Verbesserungen bei der Produktion von Korken, vor allem durch die bessere Reinigung in Wasser und Dampf. Laut Jung bleibe dennoch ein Restrisiko der Verunreinigung: "Kork ist nun mal ein Naturprodukt".

Naturkork ist der Sündenbock

Der Experte für Kellerwirtschaft kann dem Verbraucher nur allgemeine Tipps geben: Naturkorken aus einem Stück seien für länger reifende Rotweine zu bevorzugen. Kunststoffstopfen, Schraubverschlüsse oder Glasstopfen sind bei bis zu zwei Jahre alten Weißweinen meist problemlos - "abgesehen von der ästhetischen und psychologischen Frage". Nach zwei bis drei Jahren droht die Oxidation, weil die Kunststopfen nicht so dicht sind wie Naturkork. Nach Ansicht des Wissenschaftlers war der Naturkork lange Zeit ein einfacher Sündenbock - auch für Probleme der Weine selbst, im Abfüllbereich, bei der Lagerung oder während des Transports.

TCA im Kork – der Wein-Killer

Jetzt ploppt der Korken für die Umwelt: Das Motto "Echter Korken, echter Wein" soll helfen, ein beispielhaftes ökologisches und ökonomisches System zu bewahren. In Portugal wächst auf 730.000 Hektar ein Drittel aller Korkeichen der Welt. Das Land liefert mehr als die Hälfte der Weltkorkproduktion. Und die Korkmacher berichten von erheblichen Fortschritten im Kampf gegen den Weinfeind TCA - das für muffigen Korkgeschmack im Wein hauptverantwortliche Trichloranisol. Es bildet sich aus einer Reaktion von Schimmelpilzen und Pestiziden. "Wir haben in den letzten fünf Jahren die TCA-Belastung um 80 Prozent gesenkt", sagt Carla Silva von der Vereinigung der portugiesischen Korkindustrie.

Der Umwelt zuliebe: Natürliche Korken

Experten aus der Lebensmittelbranche glauben, dass der Verbraucher ohnehin nur begrenzt Einfluss hat. Die am schnellen und problemlosen Umsatz interessierten Super- und Großmärkte bestehen mehr und mehr auf künstlichen Verschlüssen. Und sie verkaufen schon 60 Prozent aller Weine. Der WWF und die Korkmacher aus Portugal fordern deshalb von Winzern und Händlern, die Art des Verschlusses künftig auf dem Etikett der Weinflaschen zu vermerken. Dann könne der Verbraucher sich entscheiden, ob er natürliche Korken will - auch der Umwelt zuliebe.

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