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Rosé-Weine aus Weißwein und Rotwein?

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Rosé  

Weinpanscherei durch die EU?

13.03.2009, 18:54 Uhr | AFP

Echter Rosé (Mitte) wird nur aus roten Trauben hergestellt. (Foto: imago)Echter Rosé (Mitte) wird nur aus roten Trauben hergestellt. (Foto: imago)Rosé-Weine gehören zur Provence wie Olivenbäume und der blaue Himmel über der Côte d'Azur. Frankreich ist der weltweit größte Produzent des vor allem im Sommer beliebten Rosé. Doch nun bangen die Winzer im Hinterland der Côte d'Azur um den guten Ruf ihres Weins. Die Schuldigen sitzen mal wieder in der Brüsseler EU-Kommission: Dort wollen Beamte erlauben, dass Rosé-Weine künftig durch das Mischen von weißen und roten Trauben hergestellt werden können. Die Franzosen fürchten um ihre Existenz.

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Furcht vor Billig-Weinen

Denn auf diese Weise würden billige Weine entstehen, die zwar ebenfalls rosafarben sind, nach Überzeugung der französischen Winzer aber nichts mit echtem Rosé gemein haben. Der wird nämlich ausschließlich aus roten Trauben gekeltert, deren Haut und Kerne aber vor dem Gären nur kurze Zeit aufgeweicht werden - zwischen sechs Stunden und einem Tag. Auf diese Weise wird der Wein nicht dunkelrot, sondern nur rosa.

Mischwein ist kein Rosé

"Echter Rosé ist sehr subtil, er hat viel Aroma", sagt Linda Schaller, Geschäftsführerin des Weinguts Château Les Crostes in Lorgues nahe der Mittelmeerstadt Toulon. "Der Mischwein ist kein Rosé." Genauso sieht dies naturgemäß François Millo, Leiter des Komitees zur Vermarktung der Provence-Weine. Ein aus weißen und roten Trauen gepanschter Weine habe "weder den Geschmack noch die Qualität" eines echten Rosé. Allerdings werde die "französische Philosophie" in Sachen Rosé woanders in der Welt nicht geteilt, bedauert Millo.

Winzer contra EU-Kommission

Die französischen Winzer wollen dennoch versuchen, die EU-Kommission von ihren Plänen abzubringen. Unterstützt werden sie dabei von Landwirtschaftsminister Michel Barnier, der sich als ehemaliger EU-Kommissar bestens in der Brüsseler Behörde auskennt. Er hat die Kommission kürzlich auf die Sorgen der französischen Weinbauern aufmerksam gemacht.

Furcht vor Verlusten

Diese befürchten herbe finanzielle Verluste, wenn ihr Rosé rosafarbene Billig-Konkurrenz aus anderen europäischen Anbaugebieten bekommt. Dies gilt vor allem für die Exporte - etwa nach China und Russland, wo der Weinkonsum regelrecht explodiert: Seit 2003 stieg der Verbrauch in Russland um mehr als 24 Prozent, in China sogar um über 36 Prozent. Und die meisten Russen und Chinesen, so fürchten die Winzer in der Provence, dürften sich mit gepanschten Rosé-Weinen zufriedengeben.

Arbeitsplätze in Gefahr

Für die Provence wäre ein Einbruch dramatisch, betont Millo. "Mehrere zehntausend Arbeitsplätze wären dann bedroht", betont der Verbandssprecher. Zumal die Region seit Jahren von einer verstärkten Nachfrage nach Rosé-Weinen profitiert. Allein in Frankreich ist deren Anteil am Weinkonsum Millo zufolge in den letzten 15 Jahren von acht auf heute 22 Prozent gestiegen.

Entscheidung Ende April

Die französischen Winzer wollen daher versuchen, die Kommission mit umfangreichen Lobby-Aktionen zum Einlenken bewegen. Nachdem sich die Behörde im Januar für die Zulassung des Misch-Rosé ausgesprochen hatte, wird ihre endgültige Entscheidung nun für Ende April erwartet. Große Hoffnung machen sich die Weinbauern offensichtlich nicht. Für den Fall, dass ihre Argumente in Brüssel auf taube Ohren stoßen, haben sie nämlich schon eine neue Forderung parat: Dass auf den Etiketten klar vermerkt wird, aus welchen Trauben der Wein gekeltert wurde. Schließlich solle der Verbraucher wissen, ob er "echten" Rosé trinkt oder nicht, argumentieren die Winzer.

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